Fahrer von E-Scootern haben ein deutlich größeres Risiko, schwere Verletzungen zu erleiden, als Radler oder Motorradfahrer. Das zeigt eine neue Studie, die im Fachmagazin "Scientific Reports" (externer Link) veröffentlicht wurde. Vor allem Verletzungen der inneren Organe und am Kopf sind häufiger. Für die Untersuchung wurden 33 Millionen Fahrten von 2020 bis 2024 in 18 Städten in England und Wales ausgewertet.
Deutschland: 38 Prozent mehr Unfälle mit E-Rollern
Laut der Studie ist das relative Risiko für ein Schädel-Hirn-Trauma bei einem Unfall mit einem E-Roller 3,45-mal höher als bei Motorradfahrern und 1,74-mal höher als bei Radfahrern – das für innere Organverletzungen ist 1,46-mal höher und das für Gefäßtraumata 3,24-mal höher als bei Motorradfahrern. Letztere brechen sich nur häufiger die Knochen.
In Deutschland sind E-Roller im Vergleich zur Gesamtzahl der Verkehrsunfälle zwar nur selten in Unfälle verwickelt, wie das Statistische Bundesamt feststellt, allerdings ist die Zahl der E-Scooter-Unfälle 2025 laut Polizei um rund 38 Prozent gestiegen – auf fast 16.500.
Klinikprofessor aus Schwaben: "Das unterbricht Lebensläufe"
Diese Daten sind auch mit Zahlen aus Bayern vergleichbar. Die Bezirkskliniken Schwaben registrieren bei Unfällen mit E-Scootern zwar vor allem gebrochene Arme und Hände, aber die andere große Gruppe sei die mit Kopfverletzungen, sagt Prof. Rainer Wirtz. Der Grund: Rollerfahrer trügen meist keinen Helm. Die meisten unterschätzen Wirtz' Ansicht nach die Gefährlichkeit der E-Scooter: "Die stehen an jeder Ecke herum und erinnern an die Tretroller, die man als Kind benutzt hat."
Dramatische Folgen haben vor allem schwere Schädel-Hirn-Traumata, sagt Wirtz: "Das unterbricht oft Lebensläufe. Das sind in allererster Linie jüngere Menschen, die aus der Ausbildung oder der Schule herausgeholt werden und häufig nicht mehr an ihre vorherige Laufbahn anknüpfen können."
Die meisten Verunglückten sind jünger als 25
Fachleute beunruhigt nicht nur der starke Anstieg der Unfälle, sondern auch das junge Alter der Betroffenen. Laut Unfallforscherin Kirstin Zeidler vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind die meisten Unfallopfer auf E-Scootern die 15- bis 17-Jährigen. Mehr als die Hälfte der Verunglückten sei jünger als 25 Jahre.
"Was wir bei den E-Scooter-Fahrern beobachten, ist, dass sie gemessen an der Fahrleistung mehr Fehler machen als Radfahrende", so Zeidler. Der häufigste Fehler sei, dass Rollerfahrer die Fahrbahn falsch benutzten oder verbotenerweise auf dem Gehweg führen. Außerdem komme es häufiger vor, dass der Fahrer oder die Fahrerin Alkohol getrunken habe.
E-Scooter-Trainings bei der Deutschen Verkehrswacht
Die deutsche Verkehrswacht bietet bereits seit 2019 E-Scooter-Trainings (externer Link) an. "Hier geht es nicht nur darum, Verkehrsregeln zu vermitteln, sondern die Fahrenden in ihrem Risikobewusstsein und ihrer Fahrkompetenz zu stärken sowie rücksichtsvolles Verhalten im Straßenverkehr zu fördern", erklärt Sprecherin Elisabeth Fitzke. Die Plattform hat auch Materialien vorbereitet, um selbst ein Training zu veranstalten.
Mit Informationen von dpa
Im Video: Unfälle mit E-Scootern nehmen zu (quer vom 30.07.2026)
Auf Kollisionskurs: Unfälle mit E-Scootern nehmen zu (quer vom 30.07.2026)
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