Johann Wadephul (links), Wolodymyr Selenskyj
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Raketen auf Kiewer Vorort während Wadephul-Besuch

Raketen auf Kiewer Vorort während Wadephul-Besuch

Während des Besuchs von Bundesaußenminister Wadephul in Kiew hat Russland einen Vorort der ukrainischen Hauptstadt mit Raketen angegriffen. Wadephul versicherte der Ukraine anhaltende Unterstützung Deutschlands im Abwehrkampf gegen Russland.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Während des Besuchs von Außenminister Johann Wadephul in Kiew hat Russland einen Vorort der ukrainischen Hauptstadt mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei wurden mindestens zwei Menschen getötet. Der CDU-Politiker nahm gerade mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an einem Veteranentreffen in der Kiewer Innenstadt teil, als auch dort Luftalarm ausgelöst wurde.

"Es hat zwei Todesopfer gegeben, eines davon ein Kind", sagte Wadephul später. "Das macht uns noch einmal in erschreckender Weise klar: Wir sind hier in einem Kriegsgebiet." Und dieser Krieg werde nicht nur an der Front ausgetragen, sondern überall im Land. "Das macht auch deutlich, dass die praktische Unterstützung dieses Landes weiter notwendig ist."

Selenskyj braucht Patriots – Wadephul will sich kümmern

Der Angriff führte Wadephul unmittelbar vor Augen, was der Ukraine derzeit am meisten zu schaffen macht. Ihr fehlen die Mittel, um die Angriffe mit den im Vergleich zu Marschflugkörpern und Drohnen sehr schnellen ballistischen Raketen abzuwehren. Selenskyj bekniet die Alliierten seit langem, zusätzliche Patriot-Abwehrraketen US-amerikanischer Bauart zu liefern – bisher ohne Erfolg.

Wadephul betonte aber, dass er schon nächste Woche weiter versuchen werde, Bündnispartner zur Abgabe von Patriots zu bewegen. "Die Dringlichkeit, die Ukraine mit weiteren Luftverteidigungssystemen zu unterstützen, wird hier noch einmal deutlich", sagte er in Kiew.

Wadephul versichert Ukraine anhaltende Unterstützung

Bereits am Samstagvormittag hatte Wadephul in Kiew weitere deutsche Hilfe zugesagt. "Wir stehen an der Seite der Ukraine. Wir unterstützen sie. Sie wird diese militärische Auseinandersetzung gewinnen", sagte Wadephul nach seiner Ankunft mit einem Sonderzug in der ukrainischen Hauptstadt.

Er verwies darauf, dass die Ukraine in den Sommermonaten "auf das Härteste" von Russland angegriffen wurde. Juli und August seien für die ukrainische Zivilbevölkerung die tödlichsten Monate seit mehr als vier Jahren gewesen. Wadephul warf Moskau "wahllosen Mord an Zivilisten" sowie gezielte Zerstörung der Energieinfrastruktur vor. Russland wolle die Lebensgrundlage der Menschen in der Ukraine zerstören und so ihren Durchhaltewillen brechen. Wadephul unterstrich Deutschlands Rolle als "wichtigster Partner in Europa" der Ukraine.

Hilfe zur Vorbereitung auf den Winter

Der Außenminister sicherte der Ukraine auch schon mit Blick auf den Winter, in dem verstärkte Angriffe auf die Energieinfrastruktur erwartet werden, weitere Hilfe zu. "Die russischen Angriffe attackieren gezielt zivile Infrastruktur wie Strom- und Wärmeversorgung. Deshalb denken wir schon jetzt an den Winter", erklärte Wadephul am Samstag im Onlinedienst X. Die Bundesregierung arbeite daran, die Ukraine bei der "Wintervorsorge" zu unterstützen.

Nach Angaben des Auswärtigen Amts soll es bei Wadephuls Gesprächen zur Vorbereitung auf den Winter unter anderem um Generatoren, Ersatzteile und weitere Energietechnik, die Unterstützung des ukrainischen Energiesektors sowie den Schutz kritischer Infrastruktur gehen.

Wadephul hofft auf weitere US-Vermittlung

Wadephul sagte in Kiew auch, dass er in der kommenden Woche mit seinem US-Kollegen Marco Rubio über weitere diplomatische Bemühungen für einen Frieden in der Ukraine sprechen wolle. "Ich setze darauf, dass die USA weiter bereit sind, eine aktive Rolle hier auch zu spielen in den Verhandlungen mit der Ukraine", so Wadephul. "Aber ich glaube auch, dass es richtig war, dass wir Europäer im ersten Halbjahr dieses Jahres uns zusammengefunden haben im E3-Rahmen." Deutschland, Frankreich und Großbritannien würden in diesem Rahmen weiterhin sehr eng zusammenarbeiten, betonte Wadephul.

Vierter Besuch Wadephuls seit Amtsantritt

Der Besuch von Wadephul in Kiew findet im Vorfeld des 35. Unabhängigkeitstags der Ukraine am kommenden Montag statt. Wadephul ist zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt vor 16 Monaten in dem Land. Der Besuch wurde aus Sicherheitsgründen wie üblich nicht öffentlich angekündigt. Auch sein Programm in Kiew wird nicht bekanntgegeben. Im Mittelpunkt werden aber Gespräche mit der ukrainischen Führung stehen. 

Mit Informationen von dpa und AFP

Im Video: Wadephul versichert Ukraine Unterstützung

Wadephul versichert Ukraine Unterstützung
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Wadephul versichert Ukraine Unterstützung

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