Auf Sizilien breiten sich immer mehr Waldbrände aus. Die Feuer werden durch den heißen Wüstenwind Scirocco angefacht, der aus dem nahegelegenen Afrika übers Mittelmeer auf Italiens größte Insel gelangt. Seit dem Wochenende seien die Einsatzkräfte wegen mehr als tausend Bränden zu Löscharbeiten ausgerückt, teilte die Feuerwehr mit. Auch mehrere Straßen sind blockiert.
Klinik evakuiert – Stromausfälle in Palermo
Im Zentrum der Insel mussten wegen eines seit Tagen wütenden Feuers inzwischen rund hundert Bewohner sowie 22 Patienten einer Klinik in Sicherheit gebracht werden.
In der Gemeinde Santo Stefano im Hinterland der Inselhauptstadt Palermo mussten mehr als 100 Menschen ihre Häuser verlassen, weil die Flammen zu nahe an der Ortschaft waren. In Palermo selbst fiel in der Nacht mehrfach der Strom aus. Über mehreren Vierteln der Großstadt hingen am Morgen dichte Rauchwolken.
Klimawandel verschärft Dürre-Probleme
Ein Sprecher des italienischen Zivilschutzes bezeichnete die Lage auf Sizilien als "ernst". Die Brände würden "durch die sehr hohen Temperaturen" von örtlich über 40 Grad und "den sehr trockenen Boden" begünstigt. Aufgrund des Klimawandels wird damit gerechnet, dass Dürreperioden auf Sizilien künftig immer häufiger auftreten.
Juli 2026: Brandherde in vielen Teilen Europa
Sizilien ist kein Einzelfall. Seit Wochen kämpfen Einsatzkräfte in mehreren Teilen Europas gegen Brände – zuletzt in Spanien und Portugal, davor in Südfrankreich und im Norden Griechenlands. Selbst Großbritannien – ein Land, mit dem viele eher kalte und nasse Sommer verbinden – hat bereits die dritte Hitzewelle des Sommers mit Waldbränden und Wassermangel hinter sich; die nächste ist im Anmarsch.
Mit Informationen von AFP und dpa.
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