Socken in Sandalen und die Cappuccino-Bestellung am Nachmittag: Es gibt so einiges, womit man sich in Italien unweigerlich als deutscher Urlauber zu erkennen gibt. Während Einheimische solche Fauxpas meist mit einem Schmunzeln quittieren, gibt es einige Regeln, die Touristen unbedingt kennen sollten – von Rauchverboten bis hin zu Besucherlimits bei beliebten Fotospots. Ein Überblick.
Rom, Venedig, Verona: Eintritte und Reservierungen
Auch in diesem Jahr heißt Venedig Tagestouristen nur nach Zahlung eines Eintrittsgeldes willkommen. Während der Besuch in den Wintermonaten kostenlos ist, werden Gäste ab Ostern zur Kasse gebeten. Der reguläre Tarif liegt bei zehn Euro. Nur wer frühzeitig bucht – also mindestens drei Tage zuvor – kommt mit fünf Euro davon (externer Link).
Die Städte Rom und Verona erheben neuerdings Gebühren für bislang frei zugängliche Denkmäler: In der italienischen Hauptstadt ist der Trevi-Brunnen nur noch mit Ticket zugänglich. Dieses kostet zwei Euro und kann online (externer Link) oder vor Ort erworben werden.
In Verona können Besucher die Statue der Giulietta unter dem angeblichen Balkon aus dem Shakespeare-Klassiker "Romeo und Julia" nur besichtigen – und ihre Brust berühren, was Glück in der Liebe bringen soll –, wenn sie einen Zeitslot gebucht haben (externer Link). Wer nur den Innenhof sehen will, kommt mit fünf Euro davon, ein Besuch des Hauses mit Balkon kostet zwölf Euro.
Südtirol und Ligurien schränken Wanderrouten ein
Sie gilt als eines der beliebtesten Fotomotive der Dolomiten: Die Seceda im norditalienischen Gröden hat zuletzt unrühmliche Berühmtheit erlangt. Scharen von Touristen drängten sich auf den Wanderwegen. In diesem Jahr soll es besser laufen. Für die Seceda-Seilbahnen müssen Urlauber künftig vorab einen Slot buchen (externer Link). Zudem sind die Ticketpreise gestiegen.
Ähnlich verfährt Südtirol seit einigen Jahren mit dem Pragser Wildsee. Der Zugang zum Pragser Tal ist in den Sommermonaten streng beschränkt. Wer mit dem eigenen Auto hin will, muss vorab ein Parkticket kaufen (externer Link). Das Kombiticket kostet 44 Euro. Etwas billiger ist die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, auch hier ist das Kontingent begrenzt.
Auch auf dem Küstenweg "Via dell' Amore" im ligurischen Cinque Terre ist das Besucheraufkommen hoch. Wer den Felsen-Pfad beschreiten will, braucht seit 2024 eine "Trekking-Card", erhältlich ab zehn Euro (externer Link). Maximal 200 Menschen dürfen im 30-Minuten-Takt den Weg betreten – und nur in eine Richtung: von Riomaggiore nach Manarola.
Rauchverbote in Städten und an Stränden
Die Sonne auf der Piazza bei einer Zigarette genießen? In Mailand sollten Urlauber davon Abstand nehmen. Seit 2025 ist das Rauchen fast überall im öffentlichen Raum untersagt, wenn andere Menschen sich im Umkreis von weniger als zehn Metern befinden. Die Städte Turin und Rom haben Rauchverbote zum Beispiel in Parks, an Haltestellen und auf Spielplätzen verhängt.
Auch an vielen Stränden in Italien ist das Rauchen untersagt. Als Vorreiter gilt der Urlaubsort Bibione in Venetien, an dessen Stränden es schon seit 2019 Rauchverbote gibt. Es folgten die Costa Smeralda auf Sardinien und diverse Strände in den Regionen Emilia-Romagna und Latium. Seit 2023 darf in der gesamten Region Apulien an den Stränden nicht mehr geraucht werden.
Muscheln sammeln, Sand mitnehmen: Keine gute Idee
Auch das Sammeln von Muscheln kann Urlauber mancherorts in die Bredouille bringen, dasselbe gilt für das Mitnehmen von Sand oder Steinen. Besonders auf Sizilien wird das hart bestraft: Ein Regionalgesetz sieht Geldbußen in Höhe von bis zu 3.000 Euro vor.
Helm- und Kennzeichenpflicht für E-Scooter
Wer bei einer Stadtbesichtigung mit dem E-Scooter von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit flitzen will, sollte die jüngste Änderung der italienischen Straßenverkehrsordnung kennen: Ab dem 16. Mai benötigen die Roller ein eigenes Kennzeichen und eine Versicherung. Schon seit Ende 2024 gilt eine Helmpflicht. Besonders diese Regel trifft die Anbieter von Leihrollern hart: Sie müssen darauf setzen, dass Nutzer ihren eigenen Helm mitbringen.
In Florenz erübrigt sich das Problem allerdings: Die Hauptstadt der Toskana hat Leihroller-Anbieter Anfang April aus dem Stadtgebiet verbannt.
Dieser Artikel ist erstmals am 16.05.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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