ARCHIV - 29.04.2016, Baden-Württemberg, Ettlingen: Eine Hebamme hört die Herztöne eines Babys ab.  (zu dpa: «Längerer Weg in den Kreißsaal: Hebammenverband sieht Risiken») Foto: Uli Deck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Längerer Weg in den Kreißsaal: Hebammenverband sieht Risiken
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Weltstillwoche: Zwei Hebammen, zwei Welten, eine Mission

Weltstillwoche: Zwei Hebammen, zwei Welten, eine Mission

In New York sind Hebammen die Ausnahme, in Bayern gehören sie zur Regelversorgung - während und nach der Schwangerschaft. Zur Weltstillwoche zeigt sich: Gute Begleitung macht einen Unterschied – egal auf welcher Seite des Atlantiks.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau am .

Ein Vergleich zwischen München und New York: Zwei Hebammen, zwei Länder. Während die deutsche Hebamme Stephanie Heintzeler in New York eine Versorgungslücke schließt, begleitet Angela Müller werdende Mütter in München.

Deutsche Hebamme in New York

In New York kommen täglich rund 340 Kinder zur Welt. Doch anders als in Deutschland endet für viele Mütter die medizinische Betreuung schon kurz nach der Geburt. Regelmäßige Hausbesuche durch Hebammen sind dort keine Selbstverständlichkeit.

Genau hier setzt Stephanie Heintzeler an. Die deutsche Hebamme hat viele Jahre in München gearbeitet, bevor sie sich in New York selbstständig machte. Seit 2006 begleitet sie vor allem deutschsprachige Familien durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.

Junge Mutter in den USA: "Man fühlt sich total allein gelassen"

"Wenn man hier entbindet, kommt man danach nicht automatisch in die Hände einer Hebamme. Es gibt keinerlei Betreuung für die Mutter", sagt sie. Oft sehen frisch gebackene Mütter den Gynäkologen erst nach vier bis sechs Wochen, den Kinderarzt nur dreimal im ersten Monat. Gerade in den ersten Wochen tauchen viele Fragen auf. Stillprobleme oder Anzeichen einer postpartalen Depression lassen sich oft früh erkennen, wenn jemand regelmäßig nach Mutter und Kind schaut.

Eine ihrer Patientinnen ist Valentina Funes-Rainer aus Österreich. Sie ist vor wenigen Wochen zum ersten Mal Mutter geworden. "Man fühlt sich allein gelassen. Man muss in der privilegierten Situation sein, sich eine Wochenbettbetreuung leisten zu können."

Denn anders als in Deutschland müssen viele Familien in den USA solche Leistungen privat bezahlen oder sind von ihrer Versicherung abhängig. Jeder 60–90-minütige Hausbesuch kann mehrere Hundert Dollar kosten. Je nach Krankenkassentarif werden die Kosten nur teilweise oder auch gar nicht übernommen.

München: Hebammenarbeit beginnt lange vor der Geburt

Angela Müller ist seit mehr als 20 Jahren Hebamme in München. Für sie beginnt ihre Arbeit schon Monate vor der Geburt. Werdende Mütter haben bereits ab dem positiven Schwangerschaftstest einen Anspruch auf Betreuung bis zu zwei Jahre nach der Geburt. Zur Vorsorge gehören dabei nicht nur Blutdruck, Herztöne oder das Vermessen des Bauchs. Angela Müller nimmt sich Zeit für Fragen, beobachtet körperliche Veränderungen und bereitet die werdenden Eltern auf Geburt, Stillen und die erste Zeit mit dem Baby vor.

Mechthild Hofner, Vorsitzende vom Bayerischen Hebammen Landesverband, bestätigt: "Es ist erwiesen, auch durch vielfache Studienlage, dass es eklatant wichtig ist, dass die Frau während der Schwangerschaft bereits gut durch eine Hebamme betreut ist. Das erhöht definitiv signifikant die Stillrate im Wochenbett und das lange Stillen und hat einen großen präventiven Charakter für die Frauen-, Kinder- und Familiengesundheit. Es wirkt positiv für die Gesundheit ein Leben lang: psychisch und physisch."

Arbeit der Hebammen: Mehr als Geburtshilfe

Viele verbinden Hebammen vor allem mit dem Kreißsaal. Tatsächlich umfasst ihr Beruf weit mehr: Schwangerschaftsvorsorge, Geburtsbegleitung, Wochenbettbetreuung, Stillberatung und die Unterstützung junger Familien in den ersten Lebenswochen des Kindes.

Gerade in dieser Zeit können kleine Handgriffe und persönliche Gespräche viel bewirken – sei es beim Stillen, beim Umgang mit dem Neugeborenen oder beim Erkennen psychischer Belastungen.

Weltstillwoche macht auf die Bedeutung der Begleitung aufmerksam

Mit der Internationalen Weltstillwoche wird jedes Jahr weltweit auf die Bedeutung des Stillens und einer guten Unterstützung junger Familien aufmerksam gemacht. Fachleute empfehlen, Säuglinge in den ersten sechs Monaten möglichst ausschließlich zu stillen, sofern Mutter und Kind das möchten und können.

Im Video: Zwischen Stress und Wunder - 23 Jahre Hebamme in Nürnberg

Hebamme Cornelia Krell in der Frankenschau aktuell vom 12. Juni
Bildrechte: BR
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23 Jahre Hebamme in Nürnberg

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