(Symbolbild) Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg.
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(Symbolbild) Die Zahl der Erstanträge auf Asyl in Deutschland ist weiter rückläufig.
Bildrechte: picture alliance / Panama Pictures | Dwi Anoraganingrum
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Weniger Asylanträge – aber mehr Afghaninnen suchen Schutz

Weniger Asylanträge – aber mehr Afghaninnen suchen Schutz

Die Zahl der Asylerstanträge ist zu Jahresbeginn deutlich gesunken. Gleichzeitig meldet das BAMF deutlich mehr Folgeanträge afghanischer Frauen – ein Hinweis auf die sich weiter verschärfende Lage unter den Taliban.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die Zahl der Erstanträge auf Asyl ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres um mehr als ein Drittel gesunken. Von Januar bis März hätten 22.491 Menschen erstmals einen Asylantrag in Deutschland gestellt, teilte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) am Dienstag in Nürnberg mit. Das seien 37,8 Prozent weniger als von Januar bis März 2025.

Zusammen mit den Folgeanträgen seien von Januar bis März insgesamt 32.833 Asylanträge gestellt worden, hieß es weiter. Die meisten Antragstellerinnen und -steller kamen den Angaben zufolge aus Afghanistan (12.363). Mit größerem Abstand folgten Syrien (3.245) und die Türkei (2.649). Insgesamt 3.722 Erstanträge bezogen sich auf Kinder, die in Deutschland geboren wurden.

Weniger Entscheidungen und lange Verfahren

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres hat das Bundesamt den Angaben zufolge über 73.384 Erst- und Folgeanträge entschieden, ein Rückgang von 12,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Gesamtschutzquote liege aktuell bei 38 Prozent, die durchschnittliche Verfahrensdauer bei 11,3 Monaten.

Deutlich mehr Folgeanträge afghanischer Frauen

Auffällig sei eine stark gestiegene Zahl von Folgeanträgen durch Afghaninnen, teilte das Bundesamt weiter mit. Die Zahl von 6.406 Folgeanträgen durch afghanische Staatsbürgerinnen und -bürger von Januar bis März 2026 bedeute eine Zunahme von 569,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

"Seit der Machtübernahme der Taliban hat sich die Situation von Frauen und Mädchen in Afghanistan weiter verschlechtert", erklärte das Bundesamt dazu. Nach dem Abzug der internationalen Truppen unter Führung der NATO übernahmen die Taliban 2021 innerhalb weniger Wochen die Kontrolle über Afghanistan. Seitdem werden unter anderem die Rechte von Frauen und Mädchen immer weiter eingeschränkt.

Ein neues Gesetz der Taliban ermöglicht unter anderem willkürliche Strafen und Gewalt gegen Frauen. Demnach können etwa Frauen und deren Angehörige zu Gefängnisstrafen verurteilt werden, sollten sie zu oft ohne Einverständnis ihrer Ehemänner ihre Familienmitglieder besuchen. Den Ehemännern ist es dem Gesetzesentwurf zufolge erlaubt, als "korrigierende" Maßnahme ihre Frauen zu schlagen – bei Verurteilung wegen beispielsweise einer offenen Wunde oder eines Bruchs drohen ihnen 15 Tage Haft. Mögliche Misshandlungen müssen die Frauen in Afghanistan jedoch selbst beweisen; und zwar vollverschleiert und in Anwesenheit eines männlichen Begleiters.

Volker Türk, UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, bezeichnete das Land jüngst als einen "Friedhof für Menschenrechte".

Mit Informationen von epd

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