Israelische Soldaten an der libanesischen Grenze
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Westliche Staaten warnen vor großer Bodenoffensive im Libanon

Westliche Staaten warnen vor großer Bodenoffensive im Libanon

Israels Armee kündigt an, den Einsatz von Bodentruppen im Süden des Libanons zu verstärken. Mehrere westliche Staaten warnen in einer gemeinsamen Erklärung vor einer "signifikanten" Offensive. Kanzler Merz sagt: "Es wäre ein Fehler."

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Deutschland und vier weitere westliche Staaten haben Israel zum Verzicht auf eine großangelegte Bodenoffensive im Libanon aufgerufen. "Eine signifikante israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen. Dies gilt es abzuwenden", hieß es am Montag in einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs und -chefinnen Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und Großbritanniens. Die israelische Armee hatte zuvor einen "gezielten Bodeneinsatz" gegen Stellungen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Südlibanon bekanntgegeben. 

Kanzler Merz warnt Israel vor einem "Fehler"

"Wir verfolgen mit ziemlicher Sorge die israelische Bodenoffensive", sagte Kanzler Friedrich Merz in Berlin. Eine solche Offensive würde die ohnehin "hoch angespannte humanitäre Lage und das dramatische Fluchtgeschehen weiter verschärfen", fügte er hinzu. "Deshalb fordern wir unsere israelischen Freunde eindringlich auf: Schlagt diesen Weg nicht ein. Es wäre ein Fehler."

Die israelische Armee erklärte, der Einsatz sei Teil "umfassender Verteidigungsbemühungen zum Aufbau und zur Stärkung einer vorwärtsgerichteten Verteidigungsposition". Dazu gehörten "auch die Zerschlagung terroristischer Infrastruktureinrichtungen und die Ausschaltung der in diesem Gebiet operierenden Terroristen", um "Bedrohungen zu beseitigen und den Bewohnern Nordisraels zusätzliche Sicherheit zu bieten". 

Ein israelischer Militärsprecher kündigte am Abend an, dass der Einsatz der Bodentruppen ausgeweitet werde. Die Armee mobilisiere weitere Reservisten, sagte Sprecher Effie Defrin. Gegenwärtig seien bereits mehr als 100.000 Reservesoldaten an allen Fronten im Einsatz. 

Was zur Bodenoffensive im Libanon führte

Nach dem Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar hatte die vom Iran finanzierte Terrororganisation Hisbollah den Norden Israels unter Beschuss genommen. Seither nimmt die israelische Armee Ziele im Libanon ins Visier, insbesondere in Gebieten, die als Hisbollah-Hochburgen gelten. Dazu zählen der Süden des Landes, die südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut und die ostlibanesische Bekaa-Ebene. 

"Wir verurteilen scharf, dass die Hisbollah auf Seiten Irans jetzt in den Kampf gegen Israel eingetreten ist", sagte Kanzler Merz. Die Miliz müsse ihre Angriffe sofort beenden und die Waffen niederlegen. "Wir unterstützen auch jede Anstrengung, die Gespräche zwischen Israel und Libanon in Gang setzen kann." Zugleich fordere die Bundesregierung die israelische Armee auf, "zivile Ziele und die Unifil-Mission der Vereinten Nationen nicht anzugreifen". 

Vorübergehende Waffenruhe im November

Bei den israelischen Angriffen wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums 886 Menschen getötet und mehr als 2.100 weitere verletzt. Mehr als eine Million Menschen seien seit dem Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon vertrieben worden, erklärten die libanesischen Behörden am Montag.  

Erst im November 2024 hatte sich Israel mit der Hisbollah auf eine Waffenruhe geeinigt. Vorausgegangen war ein Jahr heftiger Kämpfe mit der vom Iran unterstützten Miliz. Diese wiederum stand an der Seite der Hamas – jener Terrororganisation, die am 7. Oktober 2023 bei ihrem Angriff auf Israel ein Blutbad anrichtete und mehr als 1.000 Menschen tötete.

Mit Informationen von dpa und AFP

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