Nächste Woche verhandeln Gewerkschaft und kommunaler Arbeitgeberverband wieder – diese Woche will Verdi noch einmal Druck machen. Am Donnerstag stehen – Stand jetzt – in Bayern neun Kommunen auf der Streikliste: Betroffen sind demnach Augsburg, Passau, Landshut, München, Nürnberg, Bayreuth, Bamberg, Regensburg, Dachau und Schweinfurt. An anderen Tagen seien Aktionen in weiteren Städten möglich. Die Gewerkschaft verspricht, rechtzeitig zu informieren.
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Warnstreik in München trifft Champions-League-Spiel
In München starten die Warnstreiks sogar schon am Mittwoch. Das gab die Gewerkschaft Verdi am Montagnachmittag bekannt. Der Aufruf gilt ab elf Uhr. Damit fahren Busse, U- und Straßenbahnen noch in der Früh zur Rushhour – später dann nur noch vereinzelt. Der Streik in München trifft auch das Champions-League-Spiel abends in der Allianz Arena zwischen dem FC Bayern und Atalanta Bergamo. Wie schon beim DFB-Pokal gegen Leipzig werden die Verkehrsbetriebe versuchen gegenzusteuern. Am 11. Februar war es gelungen, dass die U6 regelmäßig unterwegs war. Der Warnstreik in München geht laut Verdi bis Freitag um vier Uhr in der Früh.
In München sind bei der U-Bahn Einschränkungen auch schon am Dienstag möglich. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) teilte mit, dass Verdi Mitarbeiter der Leitstelle und im Fahrgastservice ganztägig zum Warnstreik aufgerufen habe. Es sei jedoch davon auszugehen, heißt es seitens der MVG, dass Bus und Tram den ganzen Tag über wie gewohnt fahren. Die U-Bahn werde voraussichtlich den Betrieb am frühen Morgen aufnehmen, Einschränkungen im Laufe des Tages seien aber möglich.
Nicht nur ganztägige Streiks
Die letzten Male hatte Verdi ganztägig die Kräfte im Führerstand von Bussen, Straßen- und U-Bahnen zum Warnstreik aufgerufen. Diesmal könnten es auch kürzere Aktionen sein – nach der Rushhour in der Früh zum Beispiel. Ein Schwerpunkt sollen die Werkstätten sein. Davon bekommen die Fahrgäste wenig mit. Notdienstvereinbarungen stellen sicher, dass keiner zum Beispiel in der U-Bahn über Stunden hinweg ausharren muss, weil der Wagen defekt ist.
Streikbereitschaft infrage gestellt
Dass die Streikbereitschaft nachlasse, wie von einigen Verkehrsbetrieben behauptet, weist Verdi zurück. Der Kommunale Arbeitgeberverband kritisiert, dass die Gewerkschaft die Streiks nutze, um Mitglieder zu werben. Ohne Mitglieder gäbe es nun mal keine Tarifverträge – kontert Katharina Wagner von Verdi Bayern.
Kaum Bewegung am Verhandlungstisch
Die Aktionen stoßen beim Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern auf völliges Unverständnis. Man habe der Gewerkschaft schon beim ersten Treffen ein Angebot präsentiert. Mögliche Lösungsansätze würde die Gewerkschaft ablehnen. Die müsse auch die Finanzlage der Kommunen im Blick haben.
Verdi wiederum wirft den Arbeitgebern eine Blockadehaltung vor. Die Beschäftigten bräuchten dringend sowohl beim Entgelt als auch bei den Arbeitsbedingungen deutlich bessere Konditionen. Weiterverhandelt wird am 23. März in Nürnberg.
Schlichtung im Gespräch
Die Gewerkschaft war unter anderem mit der Forderung von knapp 670 Euro mehr im Monat und weniger Arbeitszeit – von jetzt 38,5 auf 35 Wochenstunden – im Januar in die Tarifrunde gestartet. Die Arbeitgeber boten das, was für die kommunalen Beschäftigten vor etwa einem Jahr ausgehandelt worden war, wie ein Plus von 5 Prozent. Wer kürzere Arbeitszeiten fordere, müsse sich das beim Lohnplus gegenrechnen lassen. Das wiederum lehnt die Gewerkschaft ab. Sie bietet dafür längere Laufzeiten als nur für ein Jahr. Auf das Angebot der Arbeitgeber, in eine Schlichtung zu gehen, will sich Verdi nicht einlassen. In der Tarifrunde geht es um einen eigenen Tarifvertrag Nahverkehr, TV-N. Er gilt für rund 9.000 Beschäftigte in 20 Kommunen in Bayern.
Mit Informationen von dpa
Im Video: ÖPNV - Neue Warnstreiks in Bayern
ÖPNV - Neue Warnstreiks in Bayern
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