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Nach Regen nimmt der Sommer Fahrt auf – Hitze möglich

Nach Regen nimmt der Sommer Fahrt auf – Hitze möglich

Schafskälte ade – am Wochenende klettern die Temperaturen wieder über 25 Grad, nächste Woche wird es sogar noch wärmer. So viel zur kurzfristigen Vorhersage. Aber wie sieht es langfristig aus? Drohen neue heftige Hitzewellen?

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Aktuell befinden wir uns mitten in der sogenannten Schafskälte, einer kühlen Witterung, die sich etwa in drei von vier Jahren Mitte Juni in Bayern einstellt. Ihren Namen verdankt dieser auch als Singularität bezeichnete Witterungsregelfall frisch geschorenen Schafen, die aktuell ihr Fell vermissen dürften.

Viel Regen zuletzt, daher keine Dürregefahr

Zu verdanken ist diese Sommerpause atlantischen Tiefdruckgebieten, deren Wetterfronten kühle Atlantikluft samt Regenfronten auf das europäische Festland transportieren. Das hat neben den für die Jahreszeit typischen nachmittäglichen Schauern und Gewittern vor allem im Stau der Alpen zu ergiebigen Regenmengen geführt.

Verbreitet kamen im Süden Bayerns innerhalb der letzten 48 Stunden 15 bis 40 Liter pro Quadratmeter vom Himmel. Am Alpenrand sind seit Monatsbeginn verbreitet schon 80 bis 130 Liter gefallen, was dort in etwa dem halben Monatssoll entspricht. Somit dürften ein paar sonnige und warme Tage nicht unmittelbar eine Dürre nach sich ziehen.

Am Samstag wird es wieder sommerlich warm...

Tatsächlich bahnt sich in den kommenden Tagen ein Wetterumschwung an. Denn ein Ableger des Azorenhochs, Garant für sonniges und trockenes Wetter, dehnt seinen Einfluss von der Iberischen Halbinsel über Frankreich nach Mitteleuropa aus und bringt die Sommerluft auch nach Bayern zurück.

Nach letzten Regenfronten am Samstagvormittag wird es pünktlich zum Wochenende von Westen her zunehmend sonnig und sommerlich warm. So steigt die Temperatur am Samstag in den Niederungen bereits auf über 25 Grad an. Letzte Schauer ziehen im Tagesverlauf nach Osten ab und von Westen kommt immer öfter die Sonne zum Vorschein. Auch am Sonntag wird es angenehm warm und es bleibt vielerorts trocken. Lediglich in Alpennähe ist mit nachmittäglichen Schauern zu rechnen.

...ab der Wochenmitte wird dann wohl die 30-Grad-Marke geknackt

Ist das nun der Auftakt für einen stabilen, trockenen und warmen Witterungsabschnitt oder bahnt sich gar eine neue Hitzewelle an? Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, ob das Hoch über Mitteleuropa "vor Anker geht" oder schon bald wieder von atlantischen Tiefdruckgebieten nach Osten abgedrängt wird.

Aktuell simulieren die Wettermodelle eher ein längeres Verweilen des Hochs, sodass zum einen die Zufuhr warmer Luftmassen aus Südwesteuropa anhalten kann und zum anderen die hoch aufsteigende Sonne bei wolkenlosem Himmel Tag für Tag für eine zusätzliche Erwärmung sorgt. Zudem wird die in einem Hoch absinkende Luft komprimiert, was für eine zusätzliche Erwärmung sorgt. So wird die 30-Grad-Marke in Bayern aller Voraussicht nach ab Wochenmitte geknackt und es könnte sich möglicherweise bis zum übernächsten Wochenende ein neue Hitzewelle aufbauen.

El Niño: Einfluss auch auf den Verlauf des Sommers hierzulande?

In den letzten Wochen war häufig von dem Wetterphänomen El Niño die Rede. Hierbei handelt es sich um eine besonders starke Erwärmung des oberflächennahen Meereswassers im tropischen Pazifik, welche in unregelmäßigen Abstanden etwa alle zwei bis sieben Jahre auftritt und über mehrere Monate andauert.

In der Folge kommt es vor allem in den Tropen zu Verschiebungen von Niederschlagsgebieten. Im Bereich der südamerikanischen Pazifikküste droht dann Starkregen, in Australien sowie in Indonesien dagegen Dürre und in der Folge Waldbrände. Der Einfluss auf das europäische Wettergeschehen ist jedoch kaum nachweisbar oder zumindest nach aktuellem Kenntnisstand nur sehr gering.

Im Audio: Die Wahrscheinlichkeit für El Niño wächst

Blick auf die Oberfläche des Pazifik. Die WMO berichtet im Mai 2026, dass Anomalien bei den Wassertemperaturen im Pazifik zunehmen.
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Die Unregelmäßigkeiten bei den Wassertemperaturen im Pazifik nehmen zu, die Wahrscheinlichkeit für El Niño wächst.

2027 neuer weltweiter Temperaturrekord?

Jedoch bahnt sich tatsächlich ab dem Herbst ein besonders starkes Ereignis an. Typischerweise baut sich eine solche Warmwasser-Anomalie über mehrere Monate langsam auf, erreicht um die Weihnachtszeit ihren Höhepunkt und klingt im Laufe der nächsten Monate wieder ab. Hierbei werden große Wärmemengen vom Ozean in die Atmosphäre entlassen, wodurch die globale Mitteltemperatur der unteren Luftschichten in El Niño-Jahren messbar erhöht ist.

Es könnte 2027 also durchaus ein neuer weltweiter Temperaturrekord verzeichnet werden, da diese Wärme auf den bestehenden Trend durch den Klimawandel quasi aufaddiert wird. Ob das jedoch zu mehr Hitzewellen Bayern führt, ist unklar. Vor allem in den Tropen drohen jedoch vermehrt Wetterextreme, die sich unter anderem auch auf Ernteerträge auswirken und dadurch hierzulande zwar keine Hitzewellen möglicherweise aber Preissteigerungen auslösen können.

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