(Symbolbild) Das Logo von funk auf einem Handy, im Hintergrund sind verschiedene funk-Formate auf einem Bildschirm zu sehen.
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(Symbolbild) funk - das Contentnetzwerk von ARD und ZDF feiert zehnjähriges Jubiläum.
Bildrechte: picture alliance / Markus Mainka | Markus Mainka
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Zehn Jahre funk: Erfolg oder gefährliche Plattform-Abhängigkeit?

Zehn Jahre funk: Erfolg oder gefährliche Plattform-Abhängigkeit?

TikTok, Twitch und YouTube: Mit funk wollen ARD und ZDF junge Menschen dort erreichen, wo sie sind. Jetzt steht das Projekt vor einer weiteren Herausforderung. Wie funk zum Labor für die ARD wurde – und was das für Medienpolitik heißt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Medien am .

Der Auftrag zum Start im Jahr 2016 war klar: Macht Inhalte, die junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren erreichen. Das funktioniert dort, wo sie Medien nutzen: im Internet, in sozialen Medien. Statt neuer Fernseh- oder Radioprogramme entwickelt funk seit Beginn an Inhalte für YouTube, früher Facebook und Co. Im Fokus steht der Austausch mit der Community. In den vergangenen zehn Jahren gab es 30 Millionen Kommentare unter funk-Inhalten.

Die Formate werden genutzt, das zeigt eine von funk in Auftrag gegebene Umfrage: 88 Prozent der 14- bis 29-Jährigen kennen funk, 74 Prozent nutzen Inhalte des Angebots mindestens einmal im Jahr.

Zielgruppe, Daten, Formate: Was funk ausmacht

Philipp Schild beschreibt die funk-Zielgruppe als "ultra-heterogen". "Was hat eine 14-Jährige in ihrer Lebensrealität gemeinsam mit einem 29-Jährigen?", fragt der funk-Programmgeschäftsführer. Entsprechend breit ist das Portfolio mit derzeit rund 60 Formaten, von Nachrichten und Dokus bis Unterhaltung und Sport. Am Ende zeigen die Plattform-Daten, was bleibt, was angepasst und was beendet wird.

Der Fokus liegt auf der Zielgruppe. Wenn ein Format gute Klickzahlen liefert, aber vor allem von über 30-Jährigen genutzt wird, muss es den funk-Kosmos verlassen. Solche Entscheidungen seien "total traurig", aber notwendig, erklärt Schild. Das Budget von rund 46 Millionen Euro im Jahr sei klar für junge Menschen vorgesehen. Im Idealfall finden erfolgreiche Formate oder Köpfe ein neues Zuhause in anderen ARD- oder ZDF-Programmen, etwa bei ZDFneo oder in Mediatheken. Beispiele dafür sind "Das schaffst du nie!", das seit 2024 zu Bayern 3 gehört.

Plattform-Abhängigkeit: ARD, ZDF und Big Tech

Auch wenn funk-Inhalte in Mediatheken und auf der eigenen Website (externer Link) abgerufen werden können, entsteht der Großteil der etwa 4,5 Milliarden Abrufe pro Jahr auf Plattformen wie YouTube, Instagram, TikTok oder Twitch. Medienpolitisch ist das umstritten: Öffentlich-rechtliche Inhalte laufen damit über US-amerikanische Technologiekonzerne wie Meta und Amazon sowie das chinesische TikTok. Und die kontrollieren über ihre Algorithmen die Reichweiten und profitieren von den Inhalten.

Die funk-Verantwortlichen sind sich dieser Abhängigkeit bewusst. Schild ist davon überzeugt, "dass wir da sein müssen, wo eine junge Öffentlichkeit stattfindet. Sonst erreichen wir diese junge Öffentlichkeit als öffentlich-rechtlicher Sender nicht". Um die Abhängigkeiten von den Big-Tech zu verringern, fährt funk eine Multiplattformstrategie. Das heißt, Inhalte werden immer in verschiedenen Plattformen ausgespielt.

Europäische Plattform-Alternativen gesucht

Gleichzeitig experimentieren sie mit alternativen Netzwerken wie Fediverse, Mastodon oder Bluesky, um mittelfristig weitere Verbreitungswege aufzubauen. Allerdings rechnet Schild nicht damit, dass das "die Mediennutzungsrealität dieser Zielgruppe so verändern wird, dass wir in der Zukunft keine Big Tech mehr brauchen." Das sieht Leonard Dobusch anders. Der Wirtschaftswissenschaftler ist ehemaliges Mitglied im ZDF-Fernseh- und -Verwaltungsrat.

Sich allein "auf die großen, datenkapitalistischen und werbefinanzierten Kommerzplattformen" zu fokussieren, passe nicht mehr in eine Welt, "die dringender denn je nach öffentlich-rechtlichen Ausweichrouten verlangt", schreibt er auf netzpolitik.org. Dass funk nach Alternativen zu großen Technologiekonzernen sucht, sei "höchste Zeit".

KI-Flut und Bindung: Was sich jetzt ändert

Auch Künstliche Intelligenz (KI) stellt funk vor Herausforderungen. KI erleichtert es, massenhaft professionell wirkende Videos zu produzieren. Diese KI-generierten Videos fluten bereits die Plattformen, "AI-Slop" nennt sich das. Damit bekommen funk-Inhalte eine noch größere Konkurrenz und es kann passieren, dass sie seltener ausgespielt werden.

Funk versucht, dem entgegenzutreten. "Wir müssen diese Bindung zu unseren Communities priorisieren und verstärkt aufbauen", erklärt Schild. Entscheidend soll sein, ob Nutzerinnen und Nutzer die Inhalte so schätzen, dass sie sie aktiv suchen, auch wenn Algorithmen sie weniger stark ausspielen.

Parallel will funk KI in den eigenen Prozessen einsetzen, zum Beispiel, um die Produktion effizienter zu machen, Themeninteressen zu prognostizieren oder gleich mehrere Format-Prototypen gleichzeitig zu testen. Wichtig bleibe aber, erklären die Verantwortlichen, der "Human in the Loop" und der journalistische Qualitätsanspruch.

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