Der britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern ist in der Nacht zum Montag mit einer Drohne angegriffen worden. Das bestätigte Zyperns Präsident Nikos Christodoulides am Montag. Die Drohne vom Typ Schahed habe demnach "kurz nach Mitternacht" die Basis Akrotiri im Süden Zyperns getroffen und dort "geringen Sachschaden" angerichtet. Verletzt wurde nach Angaben des Präsidenten niemand. Unklar war zunächst, wer die Drohne abgefeuert hatte.
Weitere Drohnen – Zypern ordnet teils Evakuierungen an
Zwei weitere Drohnen wurden am Montag abgefangen. Zwei unbemannte Fluggeräte, die sich in Richtung der britischen Stützpunkte bewegt hätten, seien rechtzeitig abgewehrt worden, teilte der zyprische Regierungssprecher Konstantinos Letybiotis mit. Der weiter westlich gelegene zivile Flughafen von Paphos wurde nach Berichten des zyprischen Rundfunks evakuiert. Flüge nach Paphos wurden zum Hauptflughafen der EU-Inselrepublik in Larnaka umgeleitet.
Der zyprische Zivilschutz und das Innenministerium ordneten an, dass alle Einwohner der Dörfer, die sich auf dem Territorium des Stützpunkts befinden, ihre Häuser verlassen und sich in die nahegelegene Hafenstadt Limassol begeben sollen.
Griechenland verstärkt seine militärische Unterstützung für die benachbarte EU-Inselrepublik. Wie Verteidigungsminister Nikos Dendias dem griechischen Rundfunk (ERTNews) sagte, wird Athen zwei Fregatten sowie zwei F-16-Kampfflugzeuge nach Zypern verlegen. Die Kriegsschiffe seien mit modernen Luft- und Drohnenabwehrsystemen ausgestattet.
Britische Außenministerin: Landebahn des Armee-Flughafens getroffen
Die britische Außenministerin Yvette Cooper erklärte, in Akrotiri unweit der bei Touristen beliebten Großstadt Limassol sei eine Landebahn des Flughafens getroffen worden. Es sei derzeit nicht möglich, "weitere und detailliertere Angaben zu machen", alle "Vorsichtsmaßnahmen" seien jedoch ergriffen worden. Großbritannien erlaubt den USA nach den Worten von Premierminister Keir Starmer die Nutzung britischer Stützpunkte für defensive Angriffe zur Zerstörung iranischer Raketen und Raketen-Abschussrampen. Der Stützpunkt auf Zypern gilt als britisches Hoheitsgebiet.
München: Flüge von/nach Larnaka gestrichen
Wie die Lufthansa gegenüber BR24 bestätigte, wurden die beiden geplanten Lufthansa-Flüge aus/nach München am Montag "aus Gründen der Sicherheit" annulliert. Die Passagiere wurden demnach umgehend informiert und entsprechend umgebucht. Ob auch weitere Flüge in den nächsten Tagen annulliert werden, ist aktuell unklar. Eine Lufthansa-Sprecherin verwies in dieser Frage auf das Auswärtige Amt.
Von diesem gibt es derzeit keine Reisewarnung für Zypern (Stand Montag, 13 Uhr). Auf Anfrage von BR24 heißt es vom Auswärtigen Amt, bezüglich Reisewarnungen beobachte man die Lage aktuell. Sollte eine Reisewarnung ausgesprochen werden finden Sie die Informationen hier (externer Link).
Zypern will sich "in keiner Weise" an militärischen Einsätzen beteiligen
Zyperns Regierungschef Nikos Christodoulides selbst erklärte, das Land befinde sich "in einer von besonderer geopolitischer Instabilität geprägten Region", die eine "beispiellose Krise" erlebe und fügte an: "Unser Heimatland beteiligt sich in keiner Weise an militärischen Einsätzen und hat auch nicht die Absicht dazu." Die im äußersten Osten des Mittelmeers gelegene Insel Zypern liegt nur rund 160 Kilometer von der Küste des Libanon und gut 200 Kilometer Luftlinie von Israel entfernt.
Zypern verschiebt wegen des Angriffs das geplante Treffen der EU-Europaminister. Der Vorfall in der Nacht habe den Flugverkehr beeinträchtigt, teilt die zyprische EU-Ratspräsidentschaft mit.
Wadephul: Bundesrepublik wird sich nicht beteiligen
Deutschland wird sich nach Angaben von Außenminister Johann Wadephul (CDU) nicht an militärischen Aktionen gegen den Iran beteiligen. "Die Bundesregierung hat nicht die Absicht, sich zu beteiligen", sagte Wadephul im Deutschlandfunk. Im Gegensatz zu Großbritannien, das den USA die Nutzung britischer Stützpunkte in der Region für die Zerstörung iranischer Raketen und Raketen-Abschussrampen erlaubt, habe Deutschland solche Basen dort nicht. "Wir haben auch keine entsprechenden militärischen Mittel", sagte Wadephul.
Auf die Frage, ob der Angriff Israels und der USA auf den Iran völkerrechtswidrig sei, sagte Wadephul im Deutschlandfunk unter anderem: "Es gibt natürlich auch Zweifel daran, das steht doch außer Frage." Es müsse jedoch eine Gesamtbewertung der politischen und der Sicherheitsdimension vorgenommen werden. "Das ist unsere Verantwortung als Bundesregierung zu sagen, was bedeutet das für uns hier."
Mit Informationen von dpa und AFP
Im Video: Zypern - Angriff auf britischen Luftwaffenstützpunkt
Nach dem Einschlag einer Drohne des Iran auf einem britischen Militärstützpunkt auf Zypern wurde ein Treffen der EU-Europaminister verschoben.
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