Vermummte Soldaten arbeiten an einer russischen Drohne auf einem Übungsgelände in Tatarstan am 27. August 2026.
Vermummte Soldaten arbeiten an einer russischen Drohne auf einem Übungsgelände in Tatarstan am 27. August 2026.
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Vermummte Soldaten arbeiten an einer russischen Drohne auf einem Übungsgelände in Tatarstan am 27. August 2026.
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Vermummte Soldaten arbeiten an einer russischen Drohne auf einem Übungsgelände in Tatarstan am 27. August 2026.

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"Beunruhigend": Wie gefährlich wird Putins Drohnen-Krieg?

"Beunruhigend": Wie gefährlich wird Putins Drohnen-Krieg?

Selbst russischen Rüstungs-Experten wird bei dem Gedanken mulmig, dass KI-gesteuerte Drohnen-Schwärme bald völlig eigenständig ins Kampfgeschehen eingreifen könnten. Eine enorme Beschleunigung wäre die Folge, für Menschen wäre "kein Platz mehr".

Über dieses Thema berichtet: BR24 Mastodon am .

"Das System hält uns, die wir Drohnen für den Krieg herstellen und ihren Einsatz organisieren, für gefährlich. In vielerlei Hinsicht", klagt der russische Industrielle Alexei Tschadajew [externer Link]: "Eine Drohne bedeutet Macht. Und Macht bedeutet, sehen Sie es mir nach: Macht."

Seinen Landsleuten rät der Entwickler gleichwohl, "nicht ängstlich" zu sein, trägt selbst allerdings nicht gerade zur Beruhigung bei. Vielmehr träumt Tschadajew bereits von "dunklen", menschenleeren Fabriken, im englischen Sprachraum auch als "lights-out factories" bekannt: "Roboter produzieren Roboter, und die Künstliche Intelligenz steuert den Prozess."

"Langsamkeit ist inakzeptabel"

Schon spekulieren russische Fachleute, dass KI-gesteuerte Drohnen die Reaktionszeiten auf dem Schlachtfeld zehnfach beschleunigen werden [externer Link]: "Früher dauerte dieser Prozess 15 bis 20 Minuten. Bis der Beobachter die Ziel-Koordinaten übermittelt, der Kommandant eine Entscheidung getroffen und die Berechnungen angepasst hatte, hatte der Feind bereits seine Position gewechselt. Im modernen Gefecht, wo alles blitzschnell geht, ist eine solche Langsamkeit inakzeptabel."

Soldaten seien diesem Tempo nicht mehr gewachsen, heißt es [externer Link] dazu in einem russischen Experten-Blog: "Der Mensch hört allmählich auf, die Drohne manuell zu steuern und das Ziel im Auge zu behalten. Er wird zum Einsatzleiter: Er definiert das Gebiet, weist die Aufgaben zu, überwacht den Betriebsmodus und bestätigt wichtige Entscheidungen. Der schnellste Teil des Vorgangs wird vom Bordcomputer übernommen."

Auf "Rybar", mit 1,55 Millionen Fans einer der größten russischen Militärblogs, war zu lesen [externer Link]: "Letztendlich könnten wir neben herkömmlichen Drohnenabwehrmethoden auch die Logik der gegnerischen KI beeinflussen. Wenn wir das System dazu bringen können, sein Ziel zu ändern, einen Befehl zu ignorieren oder ein eigenes Fahrzeug als Bedrohung wahrzunehmen, wäre es nicht mehr nötig, die Drohne selbst zu zerstören."

"Kein Mensch kann Drohnen-Schwarm steuern"

Für nicht wenige mögen solche Aussichten ein Albtraum sein, wobei das Thema nicht nur in russischen Blogs rege diskutiert wird, sondern offenbar auch Eric Schmidt umtreibt, den früheren Chef von Google. In einem Interview [externer Link] äußerte er seine Bedenken über den "beunruhigenden" Rüstungswettlauf im Ukraine-Krieg und verwies darauf, dass zwischen der jetzt noch dominierenden Automatisierung und der künftigen KI-Steuerung ein großer Unterschied bestehe, denn die KI sei lernfähig: "Der Innovationskrieg erstreckt sich heute nicht mehr über Jahre, sondern nur noch über Tage."

Schmidt behauptete, das Innovationstempo in Putins Angriffskrieg sei "schneller als alles, was er je erlebt habe", und er habe immerhin in der hochdynamischen Technologie-Branche gearbeitet: "Ein Mensch kann einen Schwarm von Tausenden von Drohnen nicht steuern. Ein Computer kann das. Die Computer werden innerhalb des Schwarms selbständig Aktionspläne entwickeln. Sie werden ihre Lernfähigkeit nutzen, um die optimale Angriffsstrategie gegen einen Angreifer oder ein bestimmtes Ziel zu finden."

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Die Algorithmen würden selbstverständlich streng geheim bleiben, so Schmidt: "Ich hoffe – ich habe nur Hoffnung, nennen Sie mich deshalb ruhig naiv –, dass, sobald beide Seiten über solche Fähigkeiten verfügen, keine es wagen wird, die andere anzugreifen, weil niemand wissen wird, wie der Computer des Gegners reagieren wird."

"Kein Platz mehr für Menschen"

Ähnlich bewertete der russische Militärblogger Juri Barantschik die nähere Zukunft auf dem Schlachtfeld [externer Link]: "Natürlich ist in diesem schnelllebigen Bereich kein Platz mehr für den Menschen. Einen menschlichen Bediener im Kontrollkreis zu lassen, bedeutet, schon vor Beginn des Gefechts zu verlieren. Schon jetzt sind Zielerfassung und Entscheidungsfindung mit Künstlicher Intelligenz um ein Vielfaches schneller. Die Aufgabe des Menschen besteht darin, zum Überwacher, zum ethischen Kontrolleur zu werden, nicht zum Richtschützen."

So ganz begeistert ist Barantschik allerdings von der KI auf dem Schlachtfeld nicht: "Gibt es Garantien, dass eine KI (ein neuronales Netzwerk) Wissenschaftlern alles mitteilt, was sie wirklich denkt, oder ihre gesamte verfügbare Informationsmenge offenlegt? Was, wenn sie sich bereits als eigenständige biologische Spezies erkannt hat und uns nicht alles mitteilt?"

Dabei bleibt höchst umstritten, ob derzeit Russland oder die Ukraine im KI-Wettlauf vorne liegen. Fazit des Bloggers Oleg Sarow [externer Link]: "China liefert Drohnenkomponenten. Elon Musk steuert Starlink bei. Amerikanische Digitalunternehmen liefern Bildverarbeitungssysteme und Künstliche Intelligenz. Es stellt sich heraus, dass der eigentliche 'Schalter' dieses Krieges in den Händen derer liegt, die die Technologie kontrollieren."

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