Als ihn sein bester Freund und Kollege Carl Reiner in der gemeinsamen Sketch-Show "The 2.000 Year Old Man" einmal fragte, wie man es schafft, 2.000 Jahre alt zu werden, lautete die Antwort von Mel Brooks: "Mit einer gigantischen Angst vor dem Tod." Ganz so alt ist die Comedy-Legende zwar noch nicht – aber die 100-Jahre-Marke reißt er diesen Sonntag. Und auch da fragt man sich: Wie schafft man das?
Vielleicht liegt es ja tatsächlich am Lachen, das bekanntlich die beste Medizin sein soll. Und an der Lust, anderen Freude zu bereiten. Eine Lebenseinstellung, die Mel Brooks in all seinem Tun angetrieben und nun sogar dazu animiert hat, im kommenden Jahr eine Fortsetzung seiner Star-Wars-Parodie "Spaceballs" ins Kino zu bringen. Zum 40. Jubiläum der Kultkomödie schlüpft Mel Brooks erneut in die Rolle des unverbesserlichen Besserwissers Jogurt und wird anderen mit kryptischem Rat und auch etwas Tat zur Seite stehen.
Vorbild für Ben Stiller und Co.
Dass Mel Brooks nichts an Witz und Schlagfertigkeit verloren hat, zeigt die erst kürzlich veröffentlichte HBO-Doku "The 99 Year Old Man", für die US-Regisseur Judd Apatow den titelgebenden 99-Jährigen zu Hause interviewt hat. Für Apatow und jede Menge andere Comedians wie Ben Stiller, Sarah Silverman oder Dave Chappelle zählt Mel Brooks bis heute zu den großen Vorbildern ihrer Zunft.
Wobei man sich durchaus fragen darf, ob der schon immer recht zotige Humor von Mel Brooks auch jüngere Generationen noch abholen und gegenwärtigen Ansprüchen standhalten kann. Dass Brooks ein ebenso charmanter wie brillanter Improvisationskünstler ist, der punktgenau Witze aus der Hüfte schießen kann, steht außer Frage.
Grundstein für Formate wie "SNL"
Auch Brooks' Pionierarbeit für die Comedy-Szene ist unbestritten. In den frühen 1950er-Jahren war er Sketch-Autor für die erste Comedy-Show im US-Fernsehen und legte den Grundstein für kritisch-komische Formate wie "Saturday Night Live".
Für sein Spielfilmdebüt "The Producers" – auf Deutsch: "Frühling für Hitler" – erhielt der aus einer jüdischen Familie stammende Weltkriegs-Veteran den Drehbuch-Oscar. Seinen Nazi-Hass packte er in legendär grenzüberschreitende Dialoge und Trash-Musicalnummern mit Ohrwurm-Potenzial.
Kritischer Blick auf alte Werke
In den 1970er-Jahren gelang Mel Brooks dann der kometenhafte Aufstieg zum lustigsten Mann der New-Hollywood-Bewegung. Mit seinen Genre-Parodien demontierte er klassische Western, Abenteuer- sowie Monumental- und Monsterfilme - wobei gezielte Provokationen wie etwa die inflationäre Verwendung des N-Wortes in "Der wilde wilde Westen" schon damals für Kontroversen sorgten.
Dass er damit rassistische Strukturen in der US-Gesellschaft aufs Korn nahm, war zweitrangig. Rückblickend sagt Brooks, dass er mit diesem Film zu weit gegangen sei. Er habe Verständnis dafür, wenn jemand sage, dieser Film hätte nie gedreht werden dürfen. Andererseits sei das nun mal seine Art: Er mache die Dinge, die sich sonst niemand traue.
Auszeichnung von Obama
2009 wurde Mel Brooks die Kennedy-Center-Medaille verliehen, eine der wichtigsten Auszeichnungen im Bereich der darstellenden Künste. Bei der Gala sagte der damalige US-Präsident Barack Obama, der Filmemacher habe Punchlines geschrieben, die man heutzutage schlecht wiederholen könne.
Und ergänzte, dass Brooks als moderner Hofnarr die Menschheit dazu auffordere, sich so zu sehen, wie sie wirklich ist – um durchs Lachen wieder zur Vernunft zu kommen. Insofern stimmt es wohl wirklich: Lachen ist die beste Medizin.
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