Ein junges Storchenpaar nistet auf der Freisinger Mariensäule.
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Ein junges Storchenpaar nistet auf der Freisinger Mariensäule.
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Der Storch war's: Maria bricht ein Zacken aus der Krone

Der Storch war's: Maria bricht ein Zacken aus der Krone

Seit rund zwei Wochen nistet ein junges Storchenpaar auf der Mariensäule von Freising. Inzwischen ist der Nistplatz so schwer, dass die Madonnenstatue zunehmend Schaden nimmt. Nun versucht die Stadt, die Vögel zum Umzug zu überzeugen.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Störche gelten nicht nur als Frühlingsboten, sondern stehen symbolisch auch für Nachwuchs. Da scheint der Ort, an dem ein Storchenpaar in Freising nistet eigentlich zu passen: die Marien-Säule mitten in der Altstadt. Im Arm hält die Gottesmutter das Jesuskind - und auf dem Kopf haben die beiden Vögel in den vergangenen zwei Wochen ein stattliches Gestrüpp aus Zweigen und Ästen für ihren geplanten Nachwuchs errichtet.

Die Störche sind die Stars von Freising: Fast jeder, der an der Mariensäule vorbeigeht, hält an, um ein Foto zu machen. Sogar beim Liebesakt wurden die Vögel schon beobachtet. "Hätte ich die Chance, würde ich natürlich auch da oben mein Nest bauen", gesteht ein verständnisvoller Passant. "Aber da wird die Säule ja auch verunreinigt", gibt eine andere Fußgängerin zu bedenken "und das ist ja ein bedeutendes Denkmal."

Denn so idyllisch die Brutstätte liegt, so gefährlich könnte der Bau für die Statue werden – und auch für die Störche.

Sorge vor Nest-Absturz

Auch Freisings Bürgermeister Tobias Eschenbacher bereitet der Nestbau deshalb zunehmend Sorgen. Im Rathaus hat er den besten Blick auf die tierischen Neuzugänge auf dem Marienplatz. "Es gibt ja nichts Schöneres, als neues Leben - und dafür steht doch eigentlich die Maria", so Eschenbacher, "aber es wäre nicht so schön, wenn was abbricht oder die Figur kaputt geht." Besonders, wenn gerade ein fotografierender Passant darunter steht.

Seit über 350 Jahren thront die Patrona Bavariae über Freising, Respekt vor diesem Alter scheinen die Störche aber nicht zu haben. "Die Krone ist schon beschädigt", berichtet der Bürgermeister, "da hat er die Zacken verbogen, um mehr Fläche zu haben."

Bis zu zwei Tonnen schwer

Aus Sicht der Nest-Architektur bietet die Marienstatue nämlich eigentlich nicht den nötigen Platz und die Stabilität für ein Storchennest. Das kann inklusive Gelege und Elternvögeln bis zu zwei Tonnen schwer werden. Ein Gewicht, dem die Madonna nicht gewachsen ist.

Ein Anfängerfehler: Offenbar handelt es sich um ein noch junges Storchenpaar, das sich seinen begrenzten Nistplatz mangels Erfahrung ausgesucht hat.

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Neubau in bester Lage: Das Nest liegt auf acht Metern Höhe direkt vor dem Rathaus.

Bevor das Nest samt Maria abstürzt, will die Stadt Freising die Störche nun umziehen – in ein künstlich geschaffenes Nest, das auf einem Nachbargebäude installiert werden soll. Dafür wird nach Vorgaben des Bund Naturschutz ein Nistkorb auf dem Dach aufgebaut und mit einer Stahlstange verankert, erklärt Vincent Zeitler vom Hochbauamt Freising: "Und dann hoffen wir, dass er rübergeht – aber ich würd jetzt sagen: Wenn er so ein tolles Nest bekommen – warum sollte er nicht rübergehen?"

Reinigung als größte Aufgabe

Ob der Storch das auch so sieht, ist bisher unklar. Die gute Nachricht: Sollten sich die Vögel auf den Wohnungstausch einlassen, ist der bisherige Schaden an der Mariensäule einfach zu reparieren. "Die Hauptarbeit wird die Reinigung vom Kot sein", so Bürgermeister Eschenbacher. Und dann würde den Freisingern beides erhalten bleiben: die Maria und die Störche.

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