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Schlechte Stimmung: Putin und Generalstabschef Waleri Gerassimow
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Schlechte Stimmung: Putin und Generalstabschef Waleri Gerassimow

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"Echte Katastrophe": Verschweigt Putins Armee Niederlage?

"Echte Katastrophe": Verschweigt Putins Armee Niederlage?

Von der Ukraine verbreitete Fotos Hunderter russischer Kriegsgefangener irritieren die Kreml-Propagandisten. Sie beschweren sich über den "leichtfertigen" Ton der staatlich gesteuerten Medien. Eine "tatsächliche Niederlage" müsse eingeräumt werden.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Mastodon am .

"Selbst in den schwierigsten Zeiten fanden unsere Vorfahren die Kraft, die Bevölkerung über Misserfolge an der Front zu informieren", so der russische Militärblogger Wladislaw Schurigin [externer Link]: "Doch leider spielt die Erfahrung unserer Vorfahren im aktuellen Krieg, genauer gesagt, was dessen Informationspolitik betrifft, keine Rolle mehr. Die Aufgabe von Ortschaften wird nicht gemeldet, daher findet ein aufmerksamer Leser in den offiziellen Berichten [des russischen Verteidigungsministeriums] wiederholte Rückeroberungen bestimmter Dörfer."

"Leichtfertige Stimmung in den Medien"

Konkret beklagt Schurigin (152.000 Fans), wie viele andere "Z-Blogger", das Schweigen von Putins Armeeführung zu den jüngsten Ereignissen an der Front bei Lyman. Dort will die Ukraine nach eigener Darstellung [externer Link] bei der Offensive "Vivaldi" große Gebiete zurückerobert und rund 5.000 russische Soldaten ausgeschaltet haben. Gleichzeitig wurden Fotos mehrerer Hundert russischer Kriegsgefangener veröffentlicht.

"In dieser Situation wird es für anständige Journalisten nun äußerst schwierig sein, der Bevölkerung zu erklären, wie das geschehen konnte", so Schurigin, der eine "Anpassung" der russischen Propaganda forderte: "Anstelle der Erfahrungen unserer Vorfahren mit schweren Schlachten erleben wir seit Monaten eine leichtfertige Stimmung in den Medien, als stünden wir vor der Einnahme von Kiew."

"Könnten ganze Regimenter verlieren"

Anonyme russische Blogger sprachen von einer "echten Katastrophe" bei Lyman [externer Link]. Der "Misserfolg" werde gezielt vertuscht, während von "vermeintlichen Siegen" die Rede sei: "250 Soldaten gerieten in Gefangenschaft. Wenn der Feind die 'Lyman'-Taktik auf die gesamte Front ausweitet und die Probleme mittels einer realistischen Bedrohungsanalyse ungelöst bleiben, riskieren wir nicht nur einzelne Einheiten, sondern ganze Kompanien und Regimenter zu verlieren."

Der Zustand der ukrainischen Streitkräfte sei lange "stark unterschätzt" worden, zeigt sich ein Z-Blogger reumütig [externer Link]: "Das russische Oberkommando scheint sich der neuen Realitäten, die ein deutlich höheres Maß an militärischer Kompetenz erfordern, da sie Fehler nicht verzeihen, derzeit jedoch völlig unbewusst zu sein."

"Zeit, die Wahrheit zu sagen"

Publizist Oleg Zarow (403.000 Abonnenten) seufzte [externer Link], die Ukraine habe mit den Fotos russischer Kriegsgefangener eine "Informationsbombe" gezündet: "Handelt es sich ausschließlich um russische Soldaten? Wurden sie alle auf einmal gefangen genommen oder monatelang in verschiedenen Gebieten zusammengetrieben und dann für ein gemeinsames Bild zusammengewürfelt?"

Die Russen könnten "militärische Niederlagen überleben", so Zarow: "Doch es fühlt sich derzeit an, als würden sie für dumm verkauft, als seien sie ihnen nicht zuzumuten. Es ist Zeit, die Wahrheit zu sagen, zuzugeben, dass die Situation in der Region vom letzten offiziellen Bericht abweicht. Falls es sich um eine tatsächliche Niederlage handelt, muss sie anerkannt und erklärt werden."

"Unsere Vorgesetzten werden aufhören zu lügen"

Blogger Daniil Tulenkow beließ es bei einer Schimpfkanonade [externer Link]: "Was soll der Aufruhr um diese freudlosen Szenen? Wir müssen an uns selbst und unsere Leute denken. Es ist an der Zeit, irgendwie aus diesem verdammten Drecksloch, aus dieser endlosen Schande und Demütigung herauszukommen."

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Einer der mit 500.000 Fans reichweitenstärksten russischen Militärbeobachter jammerte [externer Link]: "Ich hoffe inständig, dass uns das dazu bringen wird, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Unsere Vorgesetzten werden aufhören zu lügen, was wiederum zu einer deutlich kompetenteren Kampfplanung führen wird – ohne unnötige Schönfärberei und Provokationen."

"Ukraine gewinnt an Boden"

Michail Zwinschuk, der mit "Rybar" 1,6 Millionen Fans erreicht, sprach von einer "schwierigen Lage" bei Lyman und nannte sie ebenfalls "katastrophal". Er verwies auf den Unterschied zwischen "Propaganda und Realität" [externer Link] : "Die gezielte Veröffentlichung von Videomaterial durch den Feind dient dazu, Informationsdruck aufzubauen, doch dahinter verbirgt sich eine sehr reale Verschlechterung der Lage bei Lyman."

Der viel beachtete Ex-Propagandist Igor Strelkow, der sich ungeachtet seiner Haft (wegen "Verunglimpfung der Armee") weiter ständig zu Wort meldet, zog das bittere Kriegs-Fazit [externer Link]: "Leider hat der Feind jetzt keinen Grund mehr, mit uns zu verhandeln, denn er gewinnt an Boden. Konnte die Ukraine Russland vier Jahre lang nicht massiv bombardieren, kann sie es jetzt, und zwar immer häufiger. Natürlich entsteht bei ihnen die Illusion, Russland sei besiegbar."

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