Bei einem Auftritt vor Journalisten in St. Petersburg
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Erklärt die Lage: Wladimir Putin
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"Vielleicht ein Wendepunkt": Darum bangen Putin-Fans um den Sieg

"Vielleicht ein Wendepunkt": Darum bangen Putin-Fans um den Sieg

Nach Auffassung russischer Militärblogger lassen sich Probleme an der Front "kaum noch leugnen". Gründe dafür: "Fehleinschätzungen" der eigenen Seite und Erfolge der ukrainischen Armee, auch mit Hilfe neuartiger Kampfroboter. Die Stimmung ist düster.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Mastodon am .

"Jedes weitere Kriegsjahr macht den Feind schlauer, gefährlicher und effektiver, dank seiner größeren Flexibilität und seiner Fähigkeit, sich schnell an veränderte Bedingungen anzupassen", klagt der russische Publizist Daniil Tulenkow in seinem Telegram-Kanal [externer Link]: "Wir machen ihn mit unseren eigenen Händen effektiver, schlauer und gefährlicher, indem wir ihn wie einen Kampfhund an uns selbst trainieren, obwohl dieser Hund nur von Aufbauspritzen von außen am Leben gehalten wird."

Grund für Tulenkows bittere Bestandsaufnahme: Meldungen, wonach ukrainische Truppen an einigen Frontabschnitten verlorene Gebiete zurückeroberten und der russischen Armee mit neuartigen Kampfrobotern erhebliche Verluste beibrachten.

"In der Geschichte der Kriegsführung noch nie angewendet"

Das amerikanische Institute for the Study of War (ISW) spekulierte im neuesten Tagesbericht [externer Link], die Ukraine könne dank rollender Kampfdrohnen womöglich sogar den bisherigen "Stellungskrieg" überwinden: "Putin hatte vermutlich eine falsche Vorstellung von den russischen Erfolgen auf dem Schlachtfeld, basierend auf den übertriebenen Behauptungen russischer Kommandeure, die nicht der Realität entsprachen."

Putin räumte jüngst [externer Link] immerhin "einige Verluste" auf russischer Seite ein durch eine 40-tägige ukrainische Sommer-Offensive.

Das dritte ukrainische Armeekorps hatte die neuen bodengestützten Kampfroboter propagandistisch gerühmt: "Sie greifen an, üben psychologischen Druck aus und räumen die gegnerischen Stellungen. Und das Wichtigste: Das geschieht ohne Gefährdung der eigenen Infanterie. Eine solche Taktik hat in der Geschichte der Kriegsführung noch nie Anwendung gefunden. Die Roboter werden von Bedienern aus einem sicheren Unterstand Dutzende Kilometer von der Frontlinie entfernt gesteuert."

"Feind ist nicht besiegt"

In einem der anonymen russischen Blogs hieß es dazu pessimistisch [externer Link]: "Vielleicht erleben wir an der Front bereits einen Wendepunkt, ähnlich dem am Ende des Ersten Weltkriegs, als zwei neue Methoden zur Überwindung der Schützengräben entwickelt wurden [nämlich gepanzerte Fahrzeuge und Flugzeuge]. Im aktuellen Fall existiert nur eine, und zwar nur die der ukrainischen Streitkräfte. Sollten die russischen Streitkräfte sich nicht schnell genug anpassen, verspricht das nächste Jahr, auch militärisch gesehen, äußerst interessant zu werden."

Entsprechend gedämpft ist die Stimmung der russischen Militärblogger. Die "Zwei Majore" (1,2 Millionen Fans) schimpfen [externer Link]: "Von der Front gibt es wieder einmal mehr vollmundige Erklärungen als konkrete Veränderungen auf der Karte. Dass im Vergleich zu früheren siegessicheren Karten gravierende Probleme bestehen, lässt sich kaum noch leugnen."

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Infotafel

Ähnlich frustriert formuliert Blogger Juri Kotenok [externer Link]: "Angesichts der vielen Jubelmeldungen über unsere Angriffe auf das ukrainische Hinterland möchten wir Sie daran erinnern, dass der Feind in mehrere Richtungen vorrückt. Der Feind ist nicht besiegt, steht nicht vor der Kapitulation, hat nicht die Absicht, sich in die Defensive zurückzuziehen..."

"Lage noch nicht kritisch"

Sogar der mit 2,7 Millionen Abonnenten reichweitenstärkste Blogger Juri Podoljak gibt sich zerknirscht [externer Link]: "Die Probleme sind dieselben wie eh und je, und solange wir sie nicht lösen, ist kein strategischer Erfolg möglich. Stattdessen wird es einen harten, erbitterten Kampf um im Wesentlichen taktische Vorteile geben. Das gilt insbesondere für uns, da der Feind seine Fähigkeiten (und unsere Probleme) bereits voll ausnutzt. Dadurch konnte er sich im Feldzug von 2026 weitgehend behaupten und sogar stellenweise Gegenoffensiven durchführen."

Ähnlich düster äußerte sich Z-Blogger Michail Swintschuk vom Kanal "Rybar" [externer Link]: "Der entscheidende Punkt ist eine Fehleinschätzung der Lage, die zu einer Kettenreaktion der Probleme führte. Die Lage ist noch nicht kritisch, aber es ist entscheidend, die Situation so schnell wie möglich zu analysieren und Maßnahmen zu ihrer Lösung zu ergreifen."

"Putin kann den Krieg nicht gewinnen"

Andere russische Kommentatoren trösteten sich damit [externer Link], dass die neuen ukrainischen Kampfroboter "sehr teuer" seien und "in Wäldern leicht stecken" blieben. Außerdem seien sie nur nachts oder bei Nebel einsetzbar, da sie sonst leicht entdeckt werden könnten. Propagandist Dmitri Steschin sprach von einer "technischen und konzeptionellen Sackgasse" [externer Link].

Fazit des in London lehrenden Exil-Politologen Wladimir Pastuchow: "Putin kann den Krieg, den er selbst begonnen hat, nicht gewinnen. Das ist die einzige Tatsache, die bei der Beurteilung der aktuellen Lage Beachtung verdient – ​​alles andere ist eine Lüge."

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