Beratung am 14. Oktober 2026
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Treffen zur Cyber-Sicherheit: Wladimir Putin vor Bildschirm
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Treffen zur Cyber-Sicherheit: Wladimir Putin vor Bildschirm

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"Geld politisiert schnell": Rechenzentren bereiten Putin Sorgen

"Geld politisiert schnell": Rechenzentren bereiten Putin Sorgen

Ukrainische Drohnen zerstörten einige große russische Rechenzentren, weshalb sich viele Beobachter fragen, wie sicher Bankdaten und ähnlich sensible digitale Informationen noch sind. Die Behörden beruhigen, Kremlkritiker warnen vor einer "Panik".

Über dieses Thema berichtet: BR24 Mastodon am .

"Die Angriffe auf die Rechenzentren der Sberbank deuten darauf hin, dass die Ukraine auf ein Szenario setzt, in dem panische Einleger massenhaft Gelder abheben – nicht nur von der Sberbank, sondern auch von anderen Banken", so die Vermutung des Exil-Bloggers Abbas Galljamow [externer Link] nach ukrainischen Drohnen-Angriffen auf wichtige Rechenzentren russischer Finanzinstitute.

"In solchen Situationen tritt eine sich selbst erfüllende Prophezeiung ein", so der Kommentator: "Man mag zwar darauf vertrauen, dass mit der Bank alles in Ordnung ist, hebt aber aus Angst vor Panik unter den anderen dennoch sein Geld ab. Man sollte nicht vergessen, dass Geld ein Thema ist, das selbst den unpolitischsten Menschen schnell politisieren kann."

"Fachleute raten zu Bargeld"

Ähnlich sieht es Exil-Blogger Dmitri Kolesew [externer Link]: "Prinzipiell könnte eine solche Bedrohung an sich – selbst bei einem Angriff auf ein noch im Bau befindliches Rechenzentrum – Ängste schüren und Panik unter den Kunden einer systemrelevanten Bank auslösen."

Mancher schlägt bereits Alarm: "Wenn die Daten samt Backups verloren gehen, verschwindet jegliche Vorstellung davon, wer wem was schuldet." Das allerdings scheint nicht für alle eine Schreckensvorstellung zu sein: "Ist dann auch meine Hypothek weg?" fragte sich ein russischer Leser.

In einem der anonymen Telegram-Blogs hieß es [externer Link]: "Finanzfachleute raten dazu, einen Bargeldvorrat für mehrere Tage bis zu einem Monat zu Hause zu halten, um für mögliche Störungen von Banking-Apps und Zahlungsdiensten gewappnet zu sein. Sie empfehlen außerdem, Ersparnisse auf mehrere Banken zu verteilen, um zu vermeiden, dass der Zugriff auf das gesamte Geld gleichzeitig gesperrt wird."

"Kein Grund, sich Sorgen zu machen"

Die Irritation ist so groß, dass der ferneren Vergangenheit gehuldigt wird [externer Link]: "Deshalb betonen wir immer wieder, dass die Abschaffung von Papierdokumenten und der Übergang zu ausschließlich digitalen Interaktionen zwischen Regierungsbehörden, Bürgern und untereinander heute inakzeptabel ist."

Anatoli Aksakow, der Vorsitzende im Finanzausschuss des russischen Parlaments, hatte mit "fast hundertprozentiger Sicherheit" versprochen [externer Link], dass die größten Banken die Bürger "auch unter den unwahrscheinlichsten Umständen weiterhin bedienen" würden, sollte "etwas Unerwartetes" passieren: "Es gibt absolut keinen Grund, sich Sorgen um die Sicherheit des Geldes bei den Banken zu machen."

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Infotafel

Militärblogger Andrei Schiwow schrieb selbstkritisch [externer Link]: "Rechenzentren sind das neue Ziel des Krieges, und dieses Mal haben wir selbst damit angefangen. Das ist sicherlich lobenswert, aber es ist klar, dass wir nicht sofort an den Schutz unserer eigenen Rechenzentren gedacht haben. Heute wurde die Sberbank angegriffen. Ich möchte Sie noch einmal daran erinnern: Hätten die großen Investoren rechtzeitig Geld an militärische Startups gespendet, wäre alles geschützt gewesen, aber wir machen uns lieber ein flüchtiges Vergnügen daraus, dem brennenden Haus des Nachbarn zuzusehen."

"Nachbildung von Putins Machtsystem"

Aufschlussreich die Analyse von Tatjana Rybakowa [externer Link] in der in Amsterdam erscheinenden "Moscow Times". Sie verweist darauf, dass die russischen Behörden ihre eigene digitale Verwundbarkeit gefördert hätten.

In jedem Wirtschaftszweig gebe es nämlich ein kremlnahes, systemkritisches Großunternehmen: "Das ist nicht einmal ein klassisches Oligopol – es ist eine exakte Nachbildung von Putins hierarchischem Machtsystem, in dem es einen einzigen Putin, eine Gruppe seiner Verbündeten und daneben nur noch die Strategie der verbrannten Erde gibt. Jetzt greifen ukrainische Drohnen die Grundstruktur dieses Systems an. Es zeigt sich, dass so ein [monolithisches] System auch anfällig dafür ist, die Arbeit ganzer Wirtschaftszweige zu lähmen."

Politologe Dmitri Michailitschenko teilt diese Sichtweise [externer Link]: "In den kommenden Jahren werden der übermäßig zentralisierte Staat und die Gesellschaft gezwungen sein, die monozentrische Struktur zu ändern. Die Überzentralisierung muss einer kontrollierten Verteilung weichen, doch die Ressourcen reichen dafür nicht aus: Enorme Investitionen in die Infrastruktur und deren landesweite Vernetzung sind notwendig."

"Keine Ahnung, was zu tun ist"

Unterdessen hielt Wladimir Putin eine Sitzung zur "Informationssicherheit" ab und sagte bei dieser Gelegenheit [externer Link], die Bedrohungslage habe ein "neues Niveau" erreicht: "Um diese Bedrohungen zu neutralisieren, müssen alle Komponenten des nationalen digitalen Sicherheitssystems verbessert werden."

Fazit des kremlkritischen Politologen Andrei Kalitin [externer Link]: "Die Müdigkeit des Kremls ist auf allen Ebenen und in allen Regionen spürbar. Der Wandel ist so dringend nötig, dass er sich weder mit Händen, noch mit den Füßen aufhalten lässt. Das Hauptproblem des Systems ist nicht länger die fehlende Vision für die Zukunft des Landes. Es hat keine Ahnung, was jetzt zu tun ist."

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