Am 9. Oktober 2026 bei einem Besuch in Turkmenistan
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Gut gelaunt: Wladimir Putin
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"Putin hat Sinn für Humor": Heftige Kritik am Diesel-Deal

"Putin hat Sinn für Humor": Heftige Kritik am Diesel-Deal

Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wird Russland den Weltmarkt mit Diesel versorgen, wenn auch in vergleichsweise geringen Mengen. Das empört russische Beobachter, die auf Engpässe im eigenen Land verweisen: "Haben wir selbst etwa genug?"

Über dieses Thema berichtet: BR24 Mastodon am .

"Russland liefert Diesel in die USA, während die Benzinpreise an unseren Tankstellen explodieren, Kuba ohne Strom ist und Schiffe in der Nähe von Sotschi durch Angriffe mit Hilfe amerikanischer Satelliten in Flammen aufgehen", schimpft der russische Blogger Nikita Tretjakow [externer Link] über den jüngsten Deal zwischen US-Präsident Donald Trump und Wladimir Putin: "Hunderttausende Soldaten ziehen gegen einen Feind in den Kampf, der mit amerikanischer Technologie ausgerüstet ist – das versteht sich von selbst. Im Russland des Jahres 2026 ist das irgendwie inakzeptabel; vielleicht sogar unanständig."

Blogger Maxim Kalaschnikow wetterte: "Die Lage in Russland ist so 'siegesgewiss', dass die russische Elite nach jedem Strohhalm greift. Der Wille der russischen Elite entspricht nicht dem Willen und der Entschlossenheit der Iraner." Ein weiterer russischer Kommentator seufzte [externer Link]: "Helft mir, das zu verstehen! Ehrlich gesagt, das ist beunruhigend." Womöglich könnten die Amerikaner die Diesel-Lieferungen wegen der Sanktionen gar nicht bezahlen: "Vielleicht sollten wir um Vorkasse bitten?"

Trump hatte auf seinem Kanal bei Truth Social mitgeteilt, Russland wolle an die USA und die Weltmärkte sofort 300.000 Tonnen Diesel liefern, im November weitere 500.000 und danach eine Million Tonnen. Unter dem Druck schlechter Umfragewerte für die Republikaner vor der Wahl am 3. November hatte der Präsident geschrieben [externer Link]: "Niedrigere Dieselpreise für Amerikaner, speziell unsere großartigen Farmer, Rancher und Trucker, sind meine höchste Priorität."

"Einstellung wirft Fragen auf"

Aufgebracht darüber zeigt sich auch der russische Blogger Pawel Kukmirow [externer Link], der die Kremlverantwortlichen herbe kritisiert: "Sie erklären nichts. Sie versuchen nicht einmal, die Entscheidung zu rechtfertigen. Sie existiert einfach nicht. Sie ist aus ihrer Welt verschwunden, aus ihrem Koordinatensystem. Und doch befindet sich diese Nation im Krieg. Sie trägt die Hauptlast all dessen, was gerade geschieht. Sie lebt mit Treibstoffknappheit. Sie ist mit explodierenden Steuern und Stromrechnungen konfrontiert. Dieselbe Nation, die erst vor wenigen Wochen gewählt hat. Und diese Einstellung dazu wirft Fragen auf."

Wirtschaftskolumnist Dmitri Drise beließ es bei der so logischen wie sarkastischen Frage [externer Link]: "Haben wir selbst etwa genug Diesel, oder was?" Ebenso ätzend reagierte Blogger Dmitri Demuschkin [externer Link]: "'Wir sind bereit, die USA und die ganze Welt mit Öl zu beliefern', sagte Putin. Gott sei Dank, sonst hätte ich gedacht, wir befänden uns im Krieg mit dem Westen."

"Irgendwie sehr unschön"

Einer der tonangebenden anonymen Polit-Blogger meinte [externer Link]: "Die Mengen, über die wir sprechen, sind, gelinde gesagt, äußerst unbedeutend und können keine nennenswerten Auswirkungen auf den Weltmarkt haben. Es liegt nahe, dass Putin Trump die Märchenerzählung aufgetischt hat, wonach nur noch zehn Prozent der russischen Raffinerien repariert werden müssten – eine Geschichte, die Trump selbst gern glaubt." Es könne durchaus sein, dass es tatsächlich überhaupt keine Absprache gebe.

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"Irgendwie wirkt das Ganze sehr unschön", äußerte ein weiterer Kommentator [externer Link], weil Russland sein eigenes Ausfuhrverbot für Diesel den USA zuliebe aufhebe: "Die russische Regierung verhängte Exportbeschränkungen mit der Begründung, Engpässe auf dem Inlandsmarkt zu vermeiden. Und dann winkte der Rothaarige [Trump] mit dem Finger, und alles war vergessen."

Publizist Alexander Nosowitsch spottete [externer Link]: "Putin hat zweifellos Sinn für Humor, den man erst in Zukunft vollends zu schätzen wissen wird. Alle erwarteten, dass das lang erwartete Gespräch mit Trump nur leere Versprechungen über die Ukraine beinhalten würde. Die Ukraine hat dabei sehr wohl ihre Finger im Spiel. Selenskyj sind nun die Hände gebunden, was Angriffe auf russische Raffinerien angeht. Der wahre Spaß beginnt erst, wenn er sie trotzdem angreift. Er ist dazu fähig."

"Kleines, aber entscheidendes Detail"

Der in London lehrende Politologe Wladimir Pastuchow bezweifelte [externer Link], dass der Deal auf Dauer für beide Seiten vorteilhaft ist: "Nach dem in Russland geltenden Gedankengut muss auf einen Gefallen zwangsläufig ein Gegengefallen folgen. Ein kleines, aber entscheidendes Detail muss dabei berücksichtigt werden: Trump ist kein Ideengeber, sondern ein Gesetzloser. Und genau deshalb könnte Putin nach den US-Wahlen im November eine herbe Enttäuschung erleben."

Ironisches Fazit von Publizistin Anna Fedorowa [externer Link]: "Sieht so aus, als würden wir mal wieder die Welt retten. Na ja, zumindest die amerikanischen Wahlen."

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