Fünf Schauspieler sitzen während einer Lesung auf einer Bühne im Staatstheater Nürnberg.
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Begleitet von Videos und Projektionen lesen fünf Schauspieler Berichte von Zeugen und Überlebenden des Überfalls der Hamas auf Israel.
Bildrechte: BR/Lasse Berger
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Begleitet von Videos und Projektionen lesen fünf Schauspieler Berichte von Zeugen und Überlebenden des Überfalls der Hamas auf Israel.

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Hamas-Angriff auf Israel – die Stimmen von Überlebenden

Hamas-Angriff auf Israel – die Stimmen von Überlebenden

Am 7. Oktober 2023 hat die radikalislamische Hamas einen Terrorakt in Israel mit etwa 1.200 Toten verübt. Wie Betroffene und Hinterbliebene diesen Tag erlebten, zeigt eine szenische Lesung. Der Angriff veränderte auch das Leben Unbeteiligter.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

"Dann zwang er mich, mit der auf mich gerichteten Pistole einen sexuellen Akt an ihm vorzunehmen. In der Gefangenschaft der Hamas zu sein, bedeutet, jede Minute um sein Leben zu fürchten. In der Gefangenschaft der Hamas wird alles so zerbrechlich." Schauspielerin Elisabeth Degen liest den Bericht von Amit, die am 7. Oktober 2023 von Männern in einem Schutzraum überfallen wurde – und den Anschlag der Hamas auf Israel überlebt hat, weil sie befreit wurde.

Zusammen mit Degen sitzen vier weitere Schauspieler auf Stühlen auf einer Bühne im Staatstheater Nürnberg. Das Bühnenbild ist komplett schwarz. Die Schauspieler sind Teil der szenischen Lesung "Auch wenn es dunkel ist", bei der Berichte von Zeitzeugen rund um den Hamas-Anschlag zu hören sind.

"Wir hatten das Gefühl, dass die Stimmen der Betroffenen in einem Kulturbetrieb nicht genug zu Wort gekommen sind. Was dieser große Einschnitt für die Menschenleben bedeutet, wollten wir ins Bewusstsein rufen", sagte Dramaturg Dirk Laucke im BR24-Interview.

Angehörige von ermordeten Arbeitsmigranten werden zitiert

Bei der Lesung sind vereinzelt Fotos der Verstorbenen auf einer Leinwand zu sehen. Dazu werden die Geschichten vorgelesen, die von Überlebenden und Hinterbliebenen stammen: Es wird von Hamid erzählt, einem arabischen Israeli, der sein Baby retten muss, nachdem seine Frau neben ihm erschossen wurde. Und von Angehörigen von Arbeitsmigranten aus Sri Lanka, die ihre getöteten Eltern betrauern.

Eltern von Shani Louk: "Leute haben ihr auf den Kopf gespuckt"

Ein Dialog gibt die Erzählungen von den Eltern der Deutsch-Israelin Shani Louk wieder, die auf dem Supernova-Musikfestival ermordet wurde. "Wir haben alle das Video angeschaut, das dann um die ganze Welt ging, wo Shani hinten auf dem Pickup-Truck lag, halb entkleidet, mit verdrehten Gliedern", wird die Mutter bei der Lesung zitiert.

Ihr Vater ergänzt: "Wie so eine Trophäe haben sie praktisch die Shani hereingefahren und Leute haben ihr auf den Kopf gespuckt und wir haben Shani sofort erkannt." Der Mutter sei es vorgekommen "wie in so einem Horrorvideo: Das kann doch nicht unser kleines Mädchen sein, das im Gazastreifen so rumfährt".

"Extreme Erfahrung" für die Schauspieler

Der israelisch-deutsche Schauspieler Jaron Löwenberg liest nicht nur mehrere Erlebnisse, sondern war auch an der Umsetzung des Stücks beteiligt: "Die Recherche und die Übersetzung der Texte war um ein Vielfaches schlimmer für mich, als sie dann zu spielen. Das war für mich eine extreme Erfahrung", so Löwenberg.

Auch Schauspielerin Elisabeth Degen gehen die Erlebnisse nah. "Schon allein beim Lesen triggert das einen emotional", sagt sie. "Das nimmt einen mit, weil es sehr existenzielle Sachen sind, vor denen man auch selbst Angst hat; sei es eine Vergewaltigung oder gekidnappt zu werden." Die Angst davor sei für sie gerade mit jüdischem Hintergrund besonders groß.

"Mein Gefühl von Sicherheit hat sich komplett verändert"

Etwa die Hälfte des Produktionsteams hat einen Bezug zu Israel oder zum Judentum. Regisseurin Sharon On ist in Tel Aviv geboren und aufgewachsen, heute lebt sie in Berlin. Mit dem Stück will sie eine Möglichkeit schaffen, um zu zeigen, was an diesem Tag geschah – und was es mit Menschen gemacht hat. "Wenn eine Gruppe von Tausenden Terroristen in Häuser von Menschen reingeht und Leute schlachtet – für mich hat der 7. Oktober mein Leben verändert", sagt On. "Mein Gefühl von Sicherheit hat sich komplett verändert."

Erstmals aufgeführt wurde das Stück zum ersten Jahrestag des Angriffs. Damals 2024 sollte es Bewusstsein schaffen für die Geiseln in Gefangenschaft. Heute, wo alle lebenden Hamas-Geiseln frei sind, dient die Lesung zu Erinnerung. Und als Raum für Trauer.

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Ein Dialog gibt die Erzählungen von den Eltern der Deutsch-Israelin Shani Louk wieder, die auf dem Supernova-Musikfestival ermordet wurde.

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