Der Altkanzler zeigt sich in bester Laune, fröhlich schüttelt er die Hände der russischen Mitarbeiter: Gerhard Schröder hat kurz nach seiner Berufung in den Aufsichtsrat beim russischen Ableger der deutschen Supermarktkette Globus eine Filiale in Moskau besucht. Die Mitarbeitenden der Hyperglobus-Filiale im Westen der Hauptstadt bereiteten Schröder einen herzlichen Empfang, er bekam viel Applaus, wie Aufnahmen des Senders RBC zeigten.
Schröder, in Begleitung seiner Frau, fand einige warme Worte für das Personal: "Ich freue mich sehr, hier zu sein, diesen beeindruckenden Markt und die Ergebnisse Ihrer Arbeit zu sehen sowie Sie, meine lieben Kollegen, kennenzulernen", zitierte der Sender den 82-Jährigen.
Gerhard Schröder in Globus-Aufsichtsrat berufen
Vergangene Woche war bekannt geworden, dass der ehemalige SPD-Politiker im Aufsichtsrat von Globus die strategische Entwicklung des Unternehmens unterstützen soll. Den Posten trat Schröder bereits am 30. September an.
Hyperglobus, wie der russische Ableger der deutschen Globus-Kette heißt, war ursprünglich eine Tochterfirma des deutschen Globus-Konzerns, spaltete sich aber 2025 ab. Allerdings heißen die Supermärkte der Kette in Russland weiterhin Globus. Russland versucht im Moment, ausländischen Firmen die Kontrolle über deren Vermögenswerte im Land zu entziehen. Jüngstes Beispiel: der deutsche Großhändler Metro, dessen Filialen in Russland unter Zwangsverwaltung gestellt wurden.
Enge Freundschaft des Altkanzlers zu Putin
Der 82-jährige Schröder war bis 2005 Bundeskanzler und baute während seiner Amtszeit eine enge Beziehung zu Kremlchef Wladimir Putin auf. Später war er zudem für russische Staatskonzerne tätig. Putin hatte Anfang des Jahres erklärt, Schröder sei sein bevorzugter Ansprechpartner für Gespräche über eine neue europäische Sicherheitsordnung. Die Europäische Union lehnte diese Idee ab. Im Juni hatten sich die beiden im Kreml zu einem Gespräch unter vier Augen getroffen.
Schröder steht unter anderem wegen dieser engen Verbindung zu Putin und seines Engagements für russische Energieunternehmen seit Jahren in der Kritik. Auch während des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich Schröder wiederholt mit Putin getroffen.
Mit Informationen von dpa und Reuters
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