Porträt des CIA-Chefs in blauem Anzug
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CIA-Chef John Ratcliffe vor dem Weißen Haus in Washington D.C.
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CIA-Chef John Ratcliffe vor dem Weißen Haus in Washington D.C.

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"Irgendwie beruhigender": Warum war der CIA-Chef in Moskau?

"Irgendwie beruhigender": Warum war der CIA-Chef in Moskau?

Die offiziellen Stellen beider Seiten machen ein großes Geheimnis aus einem Kurzaufenthalt von CIA-Chef John Ratcliffe in Moskau. Doch dadurch lassen sich russische Beobachter nicht von Spekulationen abhalten und fantasieren über "rote Linien".

Über dieses Thema berichtet: BR24 Mastodon am .

Dafür, dass die Öffentlichkeit bisher nicht weiß, warum CIA-Chef John Ratcliffe für ein paar Stunden nach Moskau geflogen ist, wird darüber unter russischen Kommentatoren erstaunlich angeregt diskutiert, genauer gesagt: fantasiert. Die Stipp-Visite scheint so geheim gewesen zu sein, dass Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zunächst ungeachtet des Gespötts von örtlichen Beobachtern behauptete, er wisse nichts von einem in Moskau gelandeten US-Flugzeug.

Im Nachhinein bestätigte Peskow zwar den Besuch [externer Link], versicherte jedoch, eine Begegnung mit Wladimir Putin sei "nicht geplant" gewesen und habe auch nicht stattgefunden. Vielmehr sei es um die Pflege von "Kontakten zwischen den Geheimdiensten" gegangen.

"Ankunft beruhigender als Abwesenheit"

Das ging nicht ohne Ironie ab: "Das ist streng vertrauliche Aktivität auf höchstem Niveau. Etwas sehr Ernstes. Und Sie wundern sich, dass Peskow nichts von dem amerikanischen Flugzeug auf dem Flughafen Wnukowo-2 wusste?", fragte einer der Beobachter mit 474.000 Followern [externer Link]. Jemand anders scherzte, womöglich habe Ratcliffe ein paar Liter Benzin für Putin mitgebracht, und eine weitere Stimme höhnte, eigentlich müsse die Moskauer Börse zum "ausländischen Agenten" erklärt werden [externer Link] , denn die Kurse seien beim Eintreffen des CIA-Chefs gestiegen und bei seiner Abreise wieder gefallen.

Dazu passend schrieb Publizist Dmitri Sewrjukow vielsagend [externer Link]: "In der gegenwärtigen Atmosphäre erhöhter Besorgnis und überzogener Friedenserwartungen wirkt seine Ankunft mit einer Boeing C-17 irgendwie beruhigender als seine Abwesenheit, da seine Ankunft unweigerlich als Schritt in Richtung einer Lösung interpretiert wird. Und selbst wenn das nicht der Fall ist und die aktuellen Ereignisse nicht direkt mit den Erwartungen der Bürger harmonieren, besteht dennoch Hoffnung auf das Beste."

"Verhandlungen lang und substanziell"

Mangels weiterer Informationen über den Aufenthalt von John Ratcliffe in Moskau sagen die zahlreichen Reaktionen russischer Kommentatoren zwar nichts über das Anliegen der CIA aus, sehr wohl jedoch über die Probleme, die derzeit sie selbst beschäftigen. Da war von einem möglichen Austausch politischer Gefangener die Rede, von einem denkbaren "Ultimatum" an Putin oder einer Warnung vor einer Eskalation des Krieges, aber auch vom Konflikt der USA mit dem Iran, wobei Moskau möglicherweise behilflich sein könne.

Propagandist Sergei Markow berechnete penibel die genaue Zeit [externer Link], die John Ratcliffe abzüglich An- und Abfahrt im Kreml für Gespräche hatte, nämlich etwa sechs Stunden: "Die Verhandlungen des CIA-Direktors in Moskau waren sehr lang und offenbar substanziell. Doch niemand kennt das Thema. Alle rätseln."

"Russland ist eine Art Kontaktmann"

Politologe Nikita Podgornow meinte [externer Link]: "Meine bescheidene Vermutung ist, dass der CIA-Chef nach Moskau kam, um Klarheit über die Lage im Iran zu gewinnen. Konkret geht es darum, wer dort das Sagen hat und mit wem verhandelt werden soll. Russland agiert weiterhin als Vermittler in diesem Konflikt und beobachtet die iranische Seite. Es ist eine Art Kontaktmann."

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Infotafel

Publizist Igor Dimitriew spekulierte, Ratcliffe habe Putin möglicherweise vor einem Angriff auf Europa bzw. einer Verschärfung der Lage gewarnt [externer Link]: "Aus den Erklärungen der kommenden Tage werden wir erfahren, was in Moskau besprochen wurde. Oder vielleicht auch nicht, und dann wird Ratcliffe erst in seinen Memoiren darüber schreiben. Die einzige Frage ist, ob wir das noch erleben."

"Geheimdienste erörtern echte rote Linien"

Bei Propagandist Juri Barantschik hieß es [externer Link]: "Geheimdienste erörtern üblicherweise echte rote Linien, geheime Warnungen und Informationen über die militärischen Absichten der Parteien. Der CIA-Direktor reist persönlich an, wenn die Angelegenheit für die konventionelle Diplomatie zu heikel ist."

Ähnlich einer der anonymen russischen Polit-Blogger [externer Link]: "Die Ankunft eines Geheimdienstoffiziers dieses Kalibers signalisiert historisch gesehen nicht die Nähe des Friedens, sondern einen Moment, in dem konventionelle Kanäle die Risiken nicht mehr beherrschen können. Der Besuch verdeutlicht keine Annäherung, sondern die Ernsthaftigkeit der Lage."

Der kremlkritische Publizist Wladislaw Inosemtsew argumentierte [externer Link], den USA gehe es höchstwahrscheinlich um Deeskalation: "Der Kreml könnte bewusst den Eindruck der Bereitschaft zum 'totalen Krieg' geschürt und zumindest formal das gewünschte Ergebnis erzielt haben (den Inhalt kennen wir natürlich nicht). Daher ist es möglich, dass die kommenden Tage viele interessante Neuigkeiten bringen werden."

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