Der russische Präsident am 4. Juli bei einem Auftritt vor Generälen
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Putin in Kampfmontur: Rede vor Kommandeuren
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Putin in Kampfmontur: Rede vor Kommandeuren

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"Metapher für Wahnsinn": Sollen Putins "Siege" Trump imponieren?

"Metapher für Wahnsinn": Sollen Putins "Siege" Trump imponieren?

Die russische Propaganda-Maschine und Putin persönlich feiern die angebliche Eroberung der ukrainischen Stadt Kostjantyniwka. Doch das wird selbst in Russland bezweifelt und eher für einen Versuch zur Manipulation von US-Präsident Trump gehalten.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Mastodon am .

Wladimir Putin ereiferte sich [externer Link] kürzlich über "Legenden und Lügen" auf der ukrainischen Seite, alle positiven Meldungen aus Kiew über erfolgreiche Militärschläge seien natürlich nur "vermeintliche" Erfolge, die in Wahrheit nicht "existierten". Gleichzeitig legte er bei einem seiner seltenen Auftritte in Kampfmontur im Gespräch mit Armeechef Waleri Gerassimow viel Wert auf die angebliche Eroberung der ukrainischen Stadt Kostjantyniwka. Das sei "nur der erste, aber sehr wichtige Schritt zur Zerschlagung der ukrainischen Streitkräfte".

Der russischen Propaganda-Maschine war es demnach offenbar ein überaus wichtiges Anliegen, kurzfristig "positive Fortschritte" von der Front zu verbreiten, obwohl selbst russische Militärblogger daran ernsthafte Zweifel haben.

So beließ es der Kommentator Romanow (150.000 Fans) bei der für Putin wenig schmeichelhaften Gleichung "Kostjantyniwka = Kupjansk" [externer Link]. Das zielt darauf ab, dass der russische Präsident bereits im vergangenen Dezember behauptet hatte, die Stadt Kupjansk sei "vollständig" erobert, was er kürzlich dahingehend korrigierte, dass die russische Armee ein paar Kilometer vor der ukrainischen Stadt stehe.

"Ergebnis war tragisch"

"Sobald die benötigten Fernsehbilder im Kasten waren, wurden die vorrückenden Truppen vergessen und den überlegenen ukrainischen Streitkräften schutzlos ausgeliefert. Das Ergebnis war tragisch: Die ukrainische Armee belagerte die eingeschlossene russische Garnison und vernichtete sie bis auf den letzten Mann", heißt es auf einem der viel zitierten anonymen russischen Telegram-Kanäle [externer Link] über Kupjansk: "Heute spielt sich dieselbe Geschichte in Kostjantyniwka ab."

Entsprechend skeptisch sind Teile der russischen Öffentlichkeit. Politologe Ilja Graschtschenkow geht wie auch andere Beobachter davon aus [externer Link], dass Putin angesichts einer dramatischen Treibstoffknappheit und zahlreicher ukrainischer Angriffe mit Langstrecken-Drohnen mit seiner neuesten PR-Aktion vor allem US-Präsident Donald Trump beeindrucken will.

"Machtdemonstration sollte Trump überzeugen"

"Die Front hat in den letzten Monaten für keine der beiden Seiten einen entscheidenden Durchbruch gebracht", so Graschtschenkow: "Russlands Machtdemonstration [in Kostjantyniwka] sollte Trump überzeugen: Moskau rückt vor, die Zeit spielt für Putin, und Kiew muss den Bedingungen des Kremls zustimmen."

Das Fazit des Politologen: "Besteht noch Hoffnung auf Frieden? Ja, aber nicht etwa, weil sich die Seiten plötzlich angenähert hätten, sondern weil alle in eine Phase tiefer Erschöpfung eingetreten sind, in der jeder neue Sieg das strategische Gleichgewicht immer weniger verändert und zunehmend eher einem Argument für künftige Verhandlungen gleicht."

"Wir hätten längst in Kiew sein müssen"

Auch Blogger Maxim Scharow hält Putins Jubelberichte über Kostjantyniwka für eine reine PR-Aktion [externer Link], um Trump für den Kreml "zurückzugewinnen". Ähnlich äußerte sich Propagandist Eduard Basurin [externer Link]: "Ich wette, Trump war von der Befreiung Kostjantyniwkas und weiterer Siedlungen sehr überrascht, nachdem er von den erheblichen Informationsunterschieden aus Moskau und Kiew erfahren hatte."

Unabhängigen Militärexperten zufolge liege Kostjantyniwka im Niemandsland, das weder von der Ukraine noch von Russland kontrolliert werde, schreibt ein weiterer Insider [externer Link]: "Nur kleine Gruppen durchqueren die Stadt, und da sie praktisch von der Landkarte getilgt wurde, ist es nahezu unmöglich, dort Fuß zu fassen."

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Ultrapatriot Dimitri Petrowski schimpfte wortreich [externer Link]: "Bei allem Respekt vor der Arbeit unserer Helden, die diese russische Siedlung befreit haben: Sie hätte im fünften Jahr des Krieges kein Ziel sein dürfen. Wir hätten schon längst in Kiew sein müssen."

"Russland verschlingt sich selbst"

Bitter verwies Politikwissenschaftler Andrei Kalitin darauf [externer Link], dass zu Sowjet-Zeiten im jetzt weitgehend zerstörten Kostjantyniwka das rote Rubinglas für die Sterne hergestellt wurde, die die Kremltürme und andere öffentliche Gebäude zieren: "Es wird keine Rubin-Sterne mehr geben. Das ist eine erschreckende Metapher für den Wahnsinn, der sich vor unseren Augen entfaltet – Russland zerstört nicht nur seine Zukunft, sondern auch seine Vergangenheit, verschlingt sich buchstäblich selbst."

Den russischen Hang, mit (angeblichen) Front-Erfolgen Symbolpolitik zu machen, kommentierte Politologe Wadim Schumilin ironisch so [externer Link]: "Worin unterscheidet sich die russische Strategie von der sowjetischen? Die sowjetische Strategie sah die Eroberung von Städten zu den Jahrestagen der Großen Oktoberrevolution vor, während die russische Strategie den Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung [des Donbass] als Ziel hatte."

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