An Bord eines Raketenwerfers am 12. August 2026.
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Putin in Uniform: Bei einem Besuch der fernöstlichen Marine.
Bildrechte: Russisches Präsidialamt/Picture Alliance
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"Schauergeschichten": Plant Putin einen Angriff auf Europa?

"Schauergeschichten": Plant Putin einen Angriff auf Europa?

US-Medien behaupten, CIA-Chef John Ratcliffe sei nach Moskau geflogen, um Putin vor einem Angriff auf Nato-Länder zu warnen. Der Kreml versichert, das habe "nichts mit der Realität zu tun". Gleichwohl sind die Kommentatoren sehr düster gestimmt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Mastodon am .

Für Kremlsprecher Dmitri Peskow sind es "Schauergeschichten" [externer Link], die in amerikanischen Blättern über einen geheimnisvollen Kurz-Besuch von CIA-Chef John Ratcliffe in Moskau zu lesen waren: "Das hat natürlich nichts mit der Realität und auch nichts mit den Absichten der Russischen Föderation zu tun."

Der Chef des russischen Auslandsgeheimdiensts, Sergei Naryschkin, behauptete zeitgleich, am aufsehenerregenden Treffen sei "nichts Ungewöhnliches" gewesen: "In der Praxis der Geheimdienste gehören Treffen zwischen Führungskräften, ob persönlich oder online, zu unserer Arbeit."

"Russland hat noch nie jemanden angegriffen"

Offiziell wurde über Gesprächsinhalte nichts bekannt, doch das "Wall Street Journal" und der amerikanische Online-Dienst Politico meldeten [externer Link] unter Berufung auf Eingeweihte, Ratcliffe habe Putin vor einem Überfall auf Nato-Länder gewarnt, speziell auf die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen.

Besondere Brisanz bekommt diese Spekulation aus historischen Gründen: 2021 reiste der damalige CIA-Chef Bill Burns nach Moskau, um Putin vor dem Überfall auf die Ukraine zu warnen. Bekanntlich ignorierte der russische Präsident diese Warnung. Daher diskutieren Beobachter, ob sich die unrühmliche Geschichte wiederholen könnte.

So verwies einer der mit 677.000 Fans größten anonymen russischen Polit-Kanäle sarkastisch darauf [externer Link], dass Peskow nur zwei Tage vor dem Angriff auf die Ukraine im Fernsehen gesagt hatte: "Wir erinnern daran, dass Russland in seiner gesamten Geschichte noch nie jemanden angegriffen hat."

"Weltweite Aufregung dämpfen"

Die russische Propaganda ist offenbar demonstrativ um Beruhigung bemüht, so schrieb der kremlnahe Politologe Sergei Markow [externer Link]: "Russland und die USA versuchen, die weltweite Aufregung um diesen Besuch zu dämpfen. Sie betonen, es habe sich nicht um allgemeine politische Fragen, sondern um konkrete Geheimdienstangelegenheiten gehandelt. Nun, wir mögen Trump nicht glauben. Ratcliffe sollten wir sicherlich nicht glauben. Aber wir haben keinen Grund, Naryschkin nicht zu glauben."

"Letzter Versuch, den Kreml zu warnen"

Nicht gerade zuversichtlich nach der jüngsten Entwicklung äußerte sich Politikwissenschaftler Georgi Bovt [externer Link]: "Offenbar war das Gespräch in Moskau ernst, führte aber zu keinem positiven Ergebnis."

Der in London lehrende Exil-Politologe Wladimir Pastuchow zeigte sich ähnlich pessimistisch [externer Link]: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Besuch [von Ratcliffe] ein letzter Versuch war, den Kreml zu warnen, dass Angriffe auf Europa nicht unbeantwortet bleiben, ob symmetrisch oder asymmetrisch, und dass sie deshalb ihre Finger von der polnischen Grenze lassen sollten. Beim letzten Mal jedoch fruchtete diese Warnung nicht. Es ist unwahrscheinlich, dass sie diesmal ernst genommen wird."

"Zunächst Kommunikationskanal wiederherstellen"

Politologe Igor Dimitriew (130.000 Fans) meinte düster [externer Link], die USA bemühten sich derzeit mit allen Mitteln, den Konflikt "regional" zu begrenzen: "Ob die Amerikaner überzeugende Argumente haben, ist ungewiss, aber ob dieser Krieg jemals beendet werden kann, hängt genau davon ab. Denn wenn es jetzt nicht gelingt, wird er sich unweigerlich zu einem globalen Konflikt ausweiten."

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Infotafel

Vorsichtig argumentierte Polit-Berater Ilja Graschtschenkow [externer Link]: "Ein Friedensabkommen ist noch nicht unbedingt in Sicht. Realistischer wäre es, sich auf die Rahmenbedingungen der Verhandlungen, die Grenzen einer weiteren Eskalation, Angriffsverbote auf einzelne Ziele, Gefangenen-Austausche und andere technische Fragen zu einigen. Mit anderen Worten: Zunächst sollte der Kommunikationskanal wiederhergestellt und dann geprüft werden, ob Spielraum für einen politischen Kompromiss besteht."

"Atommacht nicht in die Enge treiben"

Der kremltreue Wirtschaftskolumnist Dmitri Drise schrieb [externer Link], es gebe "reichlich Gründe" für den Moskau-Besuch von Ratcliffe: "Die allgemeine Botschaft lautet: Man sollte eine Atommacht nicht in die Enge treiben. Dies scheint ein Versuch zu sein, den Verhandlungsprozess voranzubringen." Sein Fazit: "Moskau hat die endlosen Verhandlungen satt, die letztlich zu nichts führen."

Geradezu nostalgisch gestimmt zeigte sich Blogger Dmitri Sewrjukow [externer Link]: "Früher signalisierten die Besuche von CIA-Chefs in Moskau stets, dass die beiden Weltmächte an einem Strang zogen und vereint gegen einen gemeinsamen Feind vorgingen." Das habe sich ins Gegenteil verkehrt: "Der Weg von vertrauensvollen Beziehungen und Partnerschaften zu den heutigen unversöhnlichen Verhältnissen verging in nur wenigen Jahrzehnten – wie im Flug."

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