Am 9. Mai 2025 nach einer Parade in Moskau
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Putin und seine Generäle: Bestes Einvernehmen?
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Putin und seine Generäle: Bestes Einvernehmen?

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"Schlingen Kaviar in sich hinein": Kritik an Putins Generälen

"Schlingen Kaviar in sich hinein": Kritik an Putins Generälen

Ein Bombenanschlag auf die Geburtstagsparty eines von Putins Top-Generälen mit zahlreichen Opfern wird von russischen Beobachtern sarkastisch kommentiert. Die Elite sei abgehoben, der Krieg "gamifiziert": "Niemand hat Mitleid mit Generälen."

Über dieses Thema berichtet: BR24 Mastodon am .

Ein Bombenanschlag in einem der teuersten Moskauer Restaurants hat die russische Öffentlichkeit mehr irritiert als empört. Angeblich soll Luftwaffenchef Alexander Tschaiko, einer von Putins Top-Generälen, dort gerade seinen 55. Geburtstag gefeiert haben, als eine Paketbotin ein "Geschenk" überbrachte, das bei der Übergabe an das Wachpersonal per Fernsteuerung explodierte.

Obwohl die genauen Hintergründe der Tat unklar sind, wird der Vorfall, bei dem mehrere Personen starben und etliche schwer verletzt wurden, unter russischen Beobachtern vielfach kommentiert – allerdings ganz anders, als es sich Putins Propagandisten wünschen dürften: "Niemand hat Mitleid mit Generälen", heißt es bei Blogger Anatoli Scharij (1,6 Millionen Fans). Sie interessierten "niemanden" [externer Link].

"Mehr Enttäuschung als Empörung"

Publizistin Anastasia Kaschewarowa (240.000 Abonnenten) fürchtete auf ihrem Telegram-Kanal [externer Link] eine "gesellschaftliche Explosion": "Das Ereignis selbst ruft in der Gesellschaft weniger Mitgefühl als vielmehr Enttäuschung und Empörung hervor. Unsere Leute können immer noch nicht begreifen, dass Krieg herrscht und wir alle im Fadenkreuz stehen. Und dann ist da noch die elitäre Haltung der Uniformierten, die es nicht bei einem Grillabend in ihrer Datscha belassen, sondern gleich ein ganzes teures Restaurant anmieten."

Außerdem kritisierte Kaschewarowa, dass zunächst von einer "Gasexplosion" die Rede gewesen war. Darüber regte sich auch Publizist Oleg Sarow (400.000 Fans) auf [externer Link]: "Die Öffentlichkeit könnte den Eindruck gewonnen haben, dass die Wahrheit nur in verzweifelten Situationen gesagt wird, wenn sie sich nicht mehr verbergen lässt. Das ist falsch. Vertrauen muss sorgsam bewahrt werden."

"Sie schlingen Kaviar in sich rein"

Politologe Georgi Bovt beklagte sich [externer Link] über "neidisches Gerede über die Angemessenheit so einer Party in solch schwierigen Zeiten": "Es wäre logisch, wenn jetzt von höchster Stelle Anweisungen ergingen, die öffentliche Feierlichkeiten von hochrangigen Beamten, insbesondere Militärangehörigen, als unangemessen einstufen. Denn der Feind ist stets wachsam und verfügt allem Anschein nach über ein weitreichendes Spionagenetzwerk."

Polit-Blogger Dmitri Petrowski fragte sarkastisch [externer Link]: "Geht es nur um die Wirtschaftselite? Meiner Meinung nach zeigen auch alle anderen, die ganze parlamentarische und bürokratische Elite, ein ebenso aufrichtiges Interesse am Wohlergehen der Bevölkerung und am Wohl des Landes als Ganzes. Nein, sie sagen sich morgens nicht 'Ich schmiere mein Butterbrot und denke an die einfachen Leute', vielmehr schlingen sie Kaviar in sich hinein und spülen ihn mit amerikanischem und englischem Whisky und europäischen Weinen hinunter ..."

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Infotafel

Petrowski weiter: "Kann sich irgendjemand vorstellen, dass [Stalins General Georgi] Schukow seinen 44. Geburtstag in Moskau [1940] so gefeiert hätte und am nächsten Tag nicht an die Wand gestellt oder ins Gefängnis geworfen worden wäre?"

"Gamifizierung des Krieges"

In einem der mit 420.000 Fans größten russischen Polit-Kanäle heißt es dazu [externer Link]: "Die Spezialoperation wird als libertärer Militärkonflikt geführt und inszeniert: ohne tiefgreifende ideologische Komponente, die durch gestanzte Floskeln von einer Wiederauflage des Großen Vaterländischen Kriegs ersetzt wird; Rekrutierung gegen Geld, ein Massen-Ökosystem aus Freiwilligen-Beschaffung und Geschäftemacherei bei der Kriegsführung; die Gamifizierung des Krieges."

Dazu komme der "Glanz der Generals-Geburtstage" in teuren Moskauer Restaurants, mit der High Society, Maybach-Limousinen und edlen Weinen: "Der gehobene bürgerliche Stil im fünften Jahr der Spezialoperation ist wahrlich ein Beitrag zur existenziellen Frage: Was werden wir nur tun, wenn sie endet?"

"Rache sollte man kalt servieren"

Politologe Andrei Kalitin schreibt [externer Link]: "Vollbesetzte Restaurants sind längst zu einem Sinnbild des Daseins in Kriegszeiten geworden, in dem Moskau lebte, ohne den Krieg selbst wahrzunehmen. Das Bild einer Hauptstadt, in der man unbeschwert speisen kann – wurde gestern zerstört. Was wird morgen geschehen? Es heißt ja so schön: 'Rache ist ein Gericht, das man am besten kalt serviert.' Diesen Stalin zugeschriebenen Ausspruch sollte heute jeder kennen und sich merken. Er wird die russische Politik auf Jahre hinaus prägen, ob man es nun mag oder nicht."

Fazit von Publizist Dmitri Kolesew [externer Link]: "Ich vermute, dass sich diese Menschen auch nach Kriegsende oder Waffenstillstand nicht sicher fühlen werden."

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