(Archivbild) Bruce Springsteen im Berliner Olympiastadion
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(Archivbild) US-Musiker Bruce Springsteen reagiert mit einem Song auf das Vorgehen von US-Bundesbeamten in Minneapolis.
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(Archivbild) US-Musiker Bruce Springsteen reagiert mit einem Song auf das Vorgehen von US-Bundesbeamten in Minneapolis.

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"Streets of Minneapolis": Protestsong von Bruce Springsteen

"Streets of Minneapolis": Protestsong von Bruce Springsteen

Mit einem Protestlied reagiert US-Musiker Bruce Springsteen auf die martialischen Einsätze von "König Trumps Privatarmee" in Minneapolis. Er erinnert an die Opfer – und fordert zum Widerstand auf.

Über dieses Thema berichtet: Kulturleben am .

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei US-Bürger in Minneapolis durch US-Bundesbeamte hat der Musiker Bruce Springsteen einen Song veröffentlicht. In "Streets of Minneapolis" kritisiert er mit deutlichen Worten das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde (ICE) und die US-Regierung. Mit dem Song prangere er den "Staatsterror an, der über Minneapolis hereingebrochen ist", schrieb der 76-jährige Musiker auf Instagram.

Er widmet das Lied Alex Pretti und Renée Good. Renée Good, Mutter von drei Kindern, war am 7. Januar von ICE-Agenten in ihrem Auto erschossen worden. Der Intensivpfleger Alex Pretti wurde vergangenen Samstag durch Schüsse von US-Grenzschützern getötet. Springsteen habe das Lied noch am gleichen Tag geschrieben, am Dienstag aufgenommen und am Mittwoch veröffentlicht, wie er schreibt.

Springsteen ist seit langem als Trump-Kritiker bekannt

In "Streets of Minneapolis" singt er über "König Trumps Privatarmee", "die auf unseren Rechten herumtrampelt" und über eine brennende Stadt "unter den Stiefeln der Besatzer", die im Winter gegen "Feuer und Eis (Ice)" kämpfe. Man dürfe den "dreckigen Lügen" von Heimatschutzministerin Kristi Noem und dem Trump-Berater Stephen Miller nicht glauben.

Springsteen ist seit langem als Kritiker des US-Präsidenten bekannt. Bei einem Konzert im vergangenen Jahr im britischen Manchester sagte er, die USA würden von einer "korrupten, inkompetenten und hinterhältigen Regierung" heimgesucht: "In Amerika verfolgen sie Menschen dafür, dass sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen, und ihre Ablehnung zum Ausdruck bringen. Das passiert gerade jetzt."

Nicht der erste Protestsong Springsteens

Und die Reaktion von Trump folgte prompt: Springsteen sei "dumm wie Brot", so Trump, außerdem begriffsstutzig. Obendrein nannte er den Rockstar eine "vertrocknete Pflaume: "Seine Haut ist ganz verrunzelt." Bis er zurück in den USA sei, solle er einfach den Mund halten: "Danach werden wir schon sehen, wie es ihm ergeht."

"Streets of Minneapolis" ist nicht der erste Song, mit dem Bruce Springsteen das politische Geschehen direkt kommentiert. Als New Yorker Polizisten 1999 41 Mal auf den Studenten Amadou Diallo schossen, griff er das in dem Song "American Skin (41 Shots)" auf. Das Lied erschien 2001.

Aber auch schon davor verstand sich Springsteen immer als politischer Künstler. Denn auch sein wohl größter Hit "Born in the USA" kann als Protestsong gelesen werden. In dem 1984 veröffentlichten Song singt Springsteen von der wirtschaftlichen Not der Vietnamkriegsveteranen, deren Dienst an der Nation zugleich verherrlicht wird, und dem Versagen der US-Regierung.

Weitere Künstler positionieren sich

Springsteen ist nicht der einzige Künstler, der sich nach den Ereignissen in Minneapolis zu Wort meldet. Zuletzt haben sich unter anderem Natalie Portman und Edward Norton, ihre Kolleginnen Olivia Wilde und Amanda Seyfried, sowie Horror-Autor Stephen King eindeutig positioniert. Sie sei "entsetzt", sagte Wilde dem Magazin Variety am Rande des Sundance Film Festivals in Utah. ICE sei eine "kriminelle Organisation". Und Wildes Kollegin Natalie Portman forderte, dass die "Brutalität" der ICE aufhören müsse. "Wir befinden uns in einem Moment der Geschichte unseres Landes, der ziemlich verheerend ist", sagte die Schauspielerin.

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