Fast 400.000 Follower auf Instagram, rund 2,8 Millionen monatliche Hörerinnen und Hörer auf Spotify – damit liegt er derzeit auf Augenhöhe mit Helene Fischer. Aus Timo Grabinger aus Büchelkühn bei Schwandorf ist in wenigen Jahren einer der reichweitenstärksten Musiker Bayerns geworden. Am Freitagabend folgte der nächste Meilenstein: das Finale seiner "Zur Weißbier-Probe Tour 2026" auf dem Münchner Königsplatz – vor mehr als 20.000 Menschen.
Vom Soundcheck zur Riesenshow
Ein paar Stunden vorher ist von der großen Inszenierung noch wenig zu spüren. Am frühen Nachmittag laufen die Soundchecks, Techniker arbeiten an der Bühne. Bei Tream ist die Anspannung spürbar: Er lässt sich den Kehlkopf massieren, schaut immer wieder auf die Ablaufpläne, taucht danach im Hotel ab.
Sein Gitarrist Flo Reichl sieht das entspannter. Der Anspannungspegel sei gar nicht so hoch, sagt der 32-Jährige, es herrsche vor allem "tierische Vorfreude". Es ist der zwölfte und letzte Termin der Tour – für viele in der Band heißt das: Nächste Woche geht es zurück in den Alltag. Flo zum Beispiel muss gleich am nächsten Tag auf einer Hochzeit spielen.
Blasmusik trifft Ballermann
Kurz nach 16 Uhr öffnen die Eingänge. Bei mehr als 30 Grad sprinten die ersten Fans in Dirndl, Lederhosen und Fußballtrikots auf den Platz. Zum Auftakt lässt Tream seine Backgroundsängerin die Bayernhymne singen – der Text läuft über die LED-Wände.
Genau diese Mischung ist sein Erfolgsrezept: Rap trifft Partyschlager, elektronische Beats treffen Blasmusik. Tream bezeichnet sich selbst als Deutschlands ersten Schlagerrapper. Im Mai erreichte er mit "Stammtischparolen" erstmals Platz eins der deutschen Albumcharts. Im Jahr zuvor hatte er dreimal hintereinander die Olympiahalle ausverkauft.
Für das Finale fährt er noch größer auf: Als Gäste stehen mit ihm unter anderem Bausa, Gzuz, Mia Julia, Blümchen, Kati K und Marc Eggers auf der Bühne.
"König von Bayern" über der Menge
Als Tream auf die Bühne kommt, ist von der Nervosität wenig übrig. Aus dem Oberpfälzer Dorfkind wird für ein paar Minuten der "König von Bayern": überlebensgroß inszeniert und über der Menge schwebend, im Hermelinumhang. Schon beim dritten Song steht Jasmin Wagner alias Blümchen (Mini-Playback-Show) neben ihm – ein bisschen 90er-Jahre-Fernsehen vor klassizistischer Kulisse.
Tream-Konzert wegen Hitze mehrfach unterbrochen
Was an diesem Abend auffällt: Immer wieder bricht Tream ab, weil im Publikum Menschen zusammenbrechen. "Es hat immer wieder Leute zammgedreht. Da war auch die Sonne mit verantwortlich", sagt er nach dem Konzert. Wenn etwas gewesen sei, habe er unterbrochen und geholfen. Am Ende sei dafür ein Song aus dem Programm geflogen – "Hauptsache, den Leuten geht es gut. Das ist das Wichtigste."
Am Ende wird es emotional
Kurz vor Schluss wird es ruhiger. Nach Pyrotechnik, Lichtershow und Party schlägt Tream gefühlvollere Töne an. Für einen Moment ist nicht mehr der Künstler zu sehen, der sich Stunden zuvor als König über den Platz tragen ließ, sondern Timo Grabinger aus Büchelkühn. "Ich bin so gerührt und ich bin den Tränen nahe", sagt er nach dem Konzert. Er sei dankbar für jeden, der gekommen sei.
Vom Dorf in der Oberpfalz auf eine der größten Open-Air-Bühnen Münchens: Treams Weg ist inzwischen selbst ein bisschen so überdimensioniert wie seine Bühnenshow. Ganz vorbei ist der Sommer damit aber noch nicht. Für das Gäubodenvolksfest in Straubing, das noch bis Montag läuft, hat Tream nach eigenen Angaben eine Überraschung geplant. Was genau, ließ er offen.
Im Video: Tream bei seiner Show in München
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