Es gibt wohl wenige Personen, an denen sich die Macher der US-Animationserie "South Park" so abarbeiten, wie an Donald Trump – und das ziemlich furchtlos und frech. So wurde der US-Präsident etwa als cholerischer Reality-TV-Star mit Mikropenis karikiert, der unter anderem mit Satan persönlich ins Bett steigt und auch mal die Einwanderungsbehörde "ICE" in den Himmel schickt, weil es ja auch unter den Toten "zu viele illegale Latinos" gebe.
Jetzt zur 29. Staffel, die am 16. September startet, nehmen die "South Park"-Macher Trumps Umbenennungswahn aufs Korn: Wie Matt Stone und Trey Parker mitteilen, wird die Sendung in ihrer 29. Staffel in "South America" umbenannt.
Seitenhieb auf Apple und Google
Zur Erinnerung: Trump hatte gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit den "Golf von Mexiko" in "Golf von Amerika" und erst vor ein paar Tagen als Reaktion auf den Zollstreit mit Kanada, den an Kanada und die USA grenzenden "Lake Ontario" in "Lake America" umbenannt. Weder Mexiko noch Kanada akzeptieren das.
"Inspiriert von der Tapferkeit und dem Mut von Apple und Google, ändern wir den Namen von 'South Park' in 'South America'", heißt es auf X mit einem kleinen Seitenhieb in Richtung der beiden großen Tech-Konzerne.
Google und Apple widersetzen sich mit ihren Navigationsapps nicht Trumps kartographischer Einflussnahme. Wer dort nach dem "Golf von Mexiko" oder dem "Lake Ontario" sucht, der findet zwar noch die eigentlichen Namen, aber in Klammern daneben steht dann eben auch Trumps Sicht der Dinge.
Kritik an der eigenen Senderfamilie
Kritik äußerten Stone und Parker auch an ihrer eigenen Senderfamilie. "Wir möchten besonders unserem Mutterkonzern Paramount danken – eine Skydance-Kapitulation", heißt es in dem gleichen Post. "South Park" läuft in den USA auf dem Sender Comedy Central, der gehört zu CBS. Der CBS-Mutterkonzern Paramount wurde zuletzt von Skydance aufgekauft, dessen Chef, David Ellison, als Trump-Anhänger gilt.
Auf CBS lief auch die TV-Show von Stephen Colbert. Die Sendung wurde allerdings eingestellt, nachdem der Comedian kritisiert hatte, dass Paramount 16 Millionen Dollar an Donald Trump gezahlt hatte, damit er die Nachrichtensendung "60 Minutes" nicht verklagt. Trump hatte dem Medienunternehmen mit Schadensersatzforderungen in Höhe von zehn Milliarden Dollar gedroht, weil er der Sendung vorwarf, ein Interview mit seiner Kontrahentin im Präsidentschaftswahlkampf Kamala Harris zugunsten der Demokratin manipuliert zu haben.
"South Park", die Serie rund um die widerspenstigen Grundschulkinder in einem fiktiven Dorf in den Rocky Mountains, läuft seit 1997. Wie lange die Sendung nun "South America" heißen soll, dazu äußerten sich die Macher nicht.
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