Personalausweis und Führerschein (Archiv- und Symbolbild)
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Ab Januar: Bundes-App für Ausweis, Führerschein und Kassenkarte

Ab Januar: Bundes-App für Ausweis, Führerschein und Kassenkarte

Führerschein, Personalausweis und Krankenkassenkarte in einer App? Und das alles bereits ab 2. Januar 2027? Entsprechende Pläne hat Bundesdigitalminister Wildberger heute in Berlin vorgestellt. Die Nachweise sollen freiwillig, aber rechtssicher sein.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Führerschein, Personalausweis und Krankenkassenkarte in einer App – am 2. Januar will das Digitalministerium dafür das staatliche Angebot "d-you" freischalten. Minister Karsten Wildberger (CDU) stellte am Mittwoch Namen, Logo und erste Partner für die Umsetzung der digitalen Brieftasche vor. Perspektivisch sollen auf der Plattform viele weitere Dokumente gespeichert werden können, etwa Uni-Zeugnis, Gehaltsabrechnung oder Kundenkarte. Der Digitalverband Bitkom hofft auf einen "kräftigen Schub" für die Digitalisierung.

Bundesregierung setzt EU-Vorgabe um

"Mit d-you entwickeln wir eine digitale Anwendung, die echten Mehrwert bietet, den Menschen in den Mittelpunkt stellt und Vertrauen schafft", erklärte Minister Wildberger. "Um d-you herum entsteht ein Ökosystem, das neue Anwendungen, innovativere Geschäftsmodelle und effizientere Verwaltungsleistungen ermöglicht."

Die Vorstellung in Berlin war der nächste Schritt auf dem Weg zur Umsetzung der sogenannten EUDI-Wallet – ein EU-weites Projekt, wonach jedes Mitgliedsland eine Anwendung für digitale Ausweise auf dem Smartphone bereitstellen muss. In Deutschland ist das für den 2. Januar 2027 vorgesehen. EUDI steht für European Digital Identity. Nach Wildbergers Angaben soll dieses Angebot deutlich ausgeweitet werden und neben Behörden auch Unternehmen offen stehen.

Auch Unternehmen und Verkehrsverbünde an Bord

Mit der App sollen sich Bürgerinnen und Bürger gegenüber Behörden und Unternehmen identifizieren können. Firmen könnten die Plattform nutzen, um etwa Mitarbeiterausweise, Versicherungszertifikate oder Kundenkarten auszustellen.

Die erste Liste von 40 Partnerunternehmen und -organisationen, die laut Digitalministerium am 2. Januar mit eigenen Anwendungen der App starten wollen, ist breit gefächert: neben Behörden wie der Bundesagentur für Arbeit oder der Deutschen Rentenversicherung finden sich darauf Unternehmen wie die Post, Vodafone oder Rossmann, mehrere Universitäten, Landkreise und Stadtverwaltungen oder der Hamburger Verkehrsverbund.

Verband erhofft sich "kräftigen Schub"

Das Interesse von Unternehmen an dem staatlichen Angebot ist nach Angaben des Digitalverbands Bitkom noch deutlich größer. "170 Unternehmen haben bislang in einem von Bitkom und Bundesdigitalministerium initiierten Memorandum of Understanding zugesagt, die Technik in eigenen Angeboten nutzen zu wollen", erklärte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.

Der Verband hofft auf einen "kräftigen Schub" für die Digitalisierung in Deutschland, weil digitale Angebote für die Menschen mit der App "viel leichter nutzbar werden". Die digitale Brieftasche müsse "zum täglichen Standard werden, so wie wir das zum Beispiel vom elektronischen Bezahlen kennen", erklärte Wintergerst. "Dazu braucht es vor allem viele Anwendungsfälle mit echtem Mehrwert."

Transparenz und Datensicherheit für Nutzer entscheidend

Einer im Frühjahr veröffentlichten Umfrage des Digitalverbandes zufolge ist das Interesse der Bürgerinnen und Bürger groß. Viele wollen künftig Ausweis, Führerschein und Ähnliches digital mit sich tragen. Auch die Möglichkeit, Verträge und Formulare digital zu unterzeichnen, findet demnach Anklang.

Der Online-Dienstleister IDnow veröffentlichte in dieser Woche eine Umfrage, wonach für die Verbraucher die Sicherheit bei der Nutzung des Angebots entscheidend ist. Ein Großteil der Befragten äußerte demnach die Sorge vor Hacking oder Datendiebstahl, vor betrügerischer Nutzung der digitalen Brieftasche oder davor, dass Unternehmen darüber zu viele Daten sammeln könnten. Es brauche daher "eine transparente Steuerung" und eine "unabhängige Aufsicht", erklärte IDnow.

Mit Informationen von AFP und dpa

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