Wer ins Internet geht, nutzt dafür womöglich DSL über Kupferkabel statt moderner Glasfaser. In Deutschland haben laut dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten derzeit noch 23 Millionen Haushalte und Unternehmen einen DSL-Anschluss. Schon lange legte die EU-Kommission 2030 als Zieldatum für ein Aus für Kupfernetze fest. In Deutschland fehlte ein konkreter Zeitplan – bis jetzt.
🎧 Wie verändert KI unser Leben? Und welche KI-Programme sind in meinem Alltag wirklich wichtig? Antworten auf diese und weitere Fragen diskutieren Gregor Schmalzried, Marie Kilg und Fritz Espenlaub jede Woche in "Der KI-Podcast" – dem Podcast von BR24 und SWR.
Denn endlich sollen mehr Menschen in Deutschland schnelles Internet bekommen. Dafür hat die Bundesnetzagentur (BNetzA), die für Telefon- und Internetleitungen zuständig ist, nun ein sogenanntes Regulierungskonzept für das DSL-Aus vorgestellt.
Was ist falsch an der Kupferleitung?
Das Problem an den alten Anschlüssen: DSL über die dünnen Kupferleitungen stammen noch aus der Ära des Festnetztelefons und sind nicht für schnelles Internet ausgelegt. Glasfaser hingegen bietet höhere Geschwindigkeiten, stabilere Verbindungen und ist weniger Störungsanfällig. Auch Unternehmen haben ein Problem mit Kupfer: Denn die Investitionen in Milliardenhöhe in den Glasfaserausbau zahlen sich bisher nicht aus. Zu wenige Menschen nutzen die modernen Leitungen.
So sieht der Fahrplan aus
- 80-Prozent-Ziel: Laut der BNetzA sollen Kupferleitungen in einer Region abgeschaltet werden können, sobald mindestens 80 Prozent der Haushalte und Unternehmen mit Glasfaser bis ins Gebäude versorgt sind.
- ''Open Access''-Angebote: Damit Verbraucher nicht nur an einen Anbieter gebunden sind, sollen Glasfaserleitungen auch für Drittanbieter zu fairen Preisen zugänglich sein. Selbst dann, wenn ein anderes Unternehmen die Leitungen im Boden verlegt hat.
- Drei-Jahres-Frist: Mindestens zwei Jahre vor der Abschaltung dürfen Unternehmen Angebote mit Kupferleitungen nicht mehr vermarkten. Außerdem muss eine Abschaltung mindestens ein Jahr vorher angekündigt werden.
- Deutschlandplan: Ein übergeordneter Migrationsplan für ganz Deutschland soll einen klaren Star- und Endpunkt für die Umstellung festlegen.
Kann es Zwangsabschaltungen geben?
Klar ist: In den kommenden Jahren wird DSL weiterhin funktionieren, kurzfristige Abschaltungen sieht das Papier nicht vor. Laut einem Gesetzesentwurf der EU-Kommission sollen alte DSL-Anschlüsse bis spätestens 2035 durch moderne Technik ersetzt werden.
Außerdem sollen Verbraucher durch die Umstellung keinen Nachteil haben. Eine durchgehende Internetversorgung soll jederzeit gewährleistet sein. In Regionen, wo Glasfaser nicht sinnvoll oder zu teuer ist, sollen die alten Kupferleitungen sogar länger bestehen dürfen.
Worauf müssen Verbraucher beim Umstieg achten?
Aktuell sind die Glasfaser-Anschlüsse oft teurer als klassische DSL-Leitungen. Laut Experten würden die Preise aber automatisch günstiger werden, sobald mehr Menschen auf die neue Technik umsteigen. Wer jetzt auf Glasfaser umrüsten will, sollte aber beim Vertragswechsel aufpassen.
- Vorsicht bei Haustürangeboten: Verträge, die an der Haustür abgeschlossen werden, sind oft unnötig teuer.
- Widerrufsrecht beachten: Für Abschlüsse an der Haustür, am Telefon oder im Internet gilt eine 14-tägige Bedenkzeit – die sollte man nutzen.
- Bedarf realistisch einschätzen: Nicht jeder Haushalt braucht maximale Geschwindigkeit. Oft reicht ein kleinerer Tarif völlig aus.
- Lieber klein starten: Viele Anbieter ermöglichen später ein Upgrade – ein günstiger Einstieg kann sich lohnen.
- Pluspunkt für Eigentümer: Ein Glasfaseranschluss kann die Attraktivität und den Marktwert einer Immobilie erhöhen.
Wie geht es weiter?
Konkrete Termine zur Abschaltung werden noch nicht genannt. Nachdem die Bundesnetzagentur nun ihr Konzept vorgelegt hat, haben Netzbetreiber und andere Marktteilnehmer bis Mitte März Zeit dazu, Stellung zu nehmen. Erst dann soll ein verbindlicher Zeitplan entwickelt werden.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
