Touristen vor dem Schloss Neuschwanstein
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Instagram-Reels sorgen für Touristenflut (Symbolbild)
Bildrechte: BR/Ralf Fischer
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Instagram-Reels sorgen für Touristenflut (Symbolbild)

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Haben Instagram und Co. das Reisen zerstört?

Haben Instagram und Co. das Reisen zerstört?

Leere Strände, verlassene Gassen, schöne Fotospots: Auf sozialen Netzwerken findet man unendlich viele Empfehlungen. Vor Ort dann der Schock: Touristenflut und meterlange Warteschlangen. Welchen Tipps kann man noch trauen?

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

💬 "Dein Argument" greift Euren Input auf: Auch Kommentare aus der BR24-Community sind Anlass für diesen Beitrag. 💬 

Hat man früher den Koffer für einen Urlaub oder die Reisetasche für einen Städtetrip gepackt, waren der dicke Reiseführer oder die ausklappbaren Stadtkarten unverzichtbar. Heute reist man mit leichterem Gepäck: Recherchetool, Navi und Übersetzer sind im Smartphone vereint.

Doch unsere Handys haben nicht nur das Gewicht im Koffer verändert. Plant man seinen Urlaub, ist bei vielen erstmal eine Vorab-Recherche auf Social Media angesagt. In unzähligen Reels und Posts ist man hautnah dabei, wie andere Urlaub machen. Man findet Empfehlungen für Restaurants, schöne Wahrzeichen, gute Plätze für ein Foto und vermeintliche Geheimtipps.

Wie geheim können "Die 10 besten Geheimtipps" online sein?

Suche ich nach einem Ort zum Frühstücken, versteckten Gassen oder einem leeren Strand, spuckt mir Instagram dutzende Reels "Die 10 besten Orte für XY" aus – Reels, die millionenfach geklickt wurden.

Welche Folgen das hat, sieht man aktuell am Schloss Neuschwanstein. Früher war der Blick von der Marienbrücke auf das Schloss ein wahrer Insider-Tipp. Jetzt ist es zum TikTok-Trend geworden, sich auf der Brücke fotografieren zu lassen. Bis zu 1,4 Millionen Menschen besuchen das Schloss inzwischen im Jahr. In der Hochsaison schieben sich bis zu 7.000 Besucher am Tag durch die Räume. Deswegen hat die bayerische Schlösserverwaltung Einschränkungen umgesetzt, auch aus Sicherheitsgründen.

Ähnlich stark leiden andere beliebte Insta-Motive. Der Eibsee etwa oder der Pragser Wildsee in Südtirol: Ein virales Video reicht, damit die nicht auf Massentourismus ausgelegte Infrastruktur vor Ort zusammenbricht. Denn was man hinter den Bildern eines vermeintlich menschenleeren Ortes nicht sieht: die Schlange an Leuten, die alle auf ihre Fotochance warten.

Algorithmus bestimmt die Reiseplanung

Laut einer Bitkom-Befragung (externer Link) war fast die Hälfte der Social-Media-Nutzer schon einmal enttäuscht, wenn ein Ziel auf Tiktok und Co schöner wirkte als vor Ort. Ein Drittel gab sogar an, sich beim Anblick fremder Urlaubsfotos mit der eigenen Reise unzufrieden zu fühlen. Der Vergleich mit den Influencer-Fotos reist mit.

Das zeigt auch eine Studie der Zeitschrift für Tourismuswissenschaft (externer Link). Fotobasierte Beiträge wecken deutlich stärkere Gefühle für einen Ort als klassische Textbeschreibungen aus einem Reiseführer. Genau diese Wirkung nutzen auch die Plattform-Algorithmen. Sie messen nicht, ob ein Ort für zehntausend Besucher im Jahr geeignet ist – sondern nur, wie lange ein Bild die Aufmerksamkeit des Betrachters hält.

KI-Fotos zeigen Fake-Orte

Außerdem ist es in manchen Fällen schlicht unmöglich, die vermeintlich schönen Orte, die auf Instagram gezeigt werden, zu finden. Sie können entweder sehr stark bearbeitet – oder sogar völlig KI-generiert sein.

Darauf weist auch BR24-User "citrus" in den Kommentarspalten hin: " (...) Leider wird auf Social Media das auch oft mit völlig erfundenen KI-Bildern noch verstärkt. Man bekommt z. B. auf Facebook Videos von Orten eingespielt, die mit der Realität nichts zu tun haben. In Nürnberg z. B. fließt die Pegnitz nicht direkt an der Burg vorbei, da ist noch reichlich Altstadt dazwischen."

Instagram vs. Reality – diese Schritte können Urlaub retten

  • Ein zweites Bild suchen. Zu fast jedem viralen Fotowinkel gibt es ein Gegenstück. Aufnahmen, die zeigen, wie voll es tatsächlich vor Ort ist.
  • Über den Hashtag hinausschauen. Wer nur dem meistgeklickten Reel, dem vorgeschlagenen Suchbegriff oder den "Top Ten"-Listen folgt, landet automatisch da, wo alle sind. Gemeinde-Webseiten, Wanderportale oder lokale Tourismusbüros zeigen oft weniger frequentierte Alternativen.
  • Geotags deaktivieren. Wer beim Fotografieren auf Standortdaten verzichtet, trägt zumindest nicht zur Insta-Flut bei.
  • Unliebsame Uhrzeiten wählen. Gleiches Aussehen, gleiches Bild, aber am frühen Morgen, unter der Woche oder außerhalb der Ferientage oft ohne Warteschlange.
  • Persönliche Empfehlungen beachten. "Mund zu Mund"-Propaganda kann helfen, wirklich versteckte oder empfehlenswerte Orte zu finden. Dafür sind auch Foren wie Reddit sehr hilfreich.

💬  Welche Tipps habt Ihr noch? Schreibt es gern wieder in die Kommentarspalte. 💬 

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