Archivbild von 2020: Das Watzmannhaus in den Berchtesgadener Alpen
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So drastisch ist der Wassermangel am Watzmannhaus

So drastisch ist der Wassermangel am Watzmannhaus

Der Wassermangel in Folge des extremen Sommers trifft auch Gäste auf Berghütten wie dem Watzmannhaus. Zisternen sind fast leer. Trinkwasser für Wanderer muss per Materialseilbahn heraufgebracht werden. Nur noch ein Waschraum ist zeitweise geöffnet.

Über dieses Thema berichtet: Stadt Land Leute am .

An so einen trockenen Sommer kann sich Hüttenwirt Paul Verst auf dem Watzmannhaus nicht erinnern. "Der Sommer ist schon sehr angespannt, weil ab Mitte Juni wirklich null Regen gekommen ist – außer hier und da mal ein Gewitterschauer. Aber sonst einfach nichts," sagt der 25‑Jährige, der schon als Kind viele Sommer auf dem Watzmannhaus verbracht hat. Denn er hat die Aufgabe als Hüttenwirt von seinen Eltern übernommen. Wegen des Wassermangels hat Paul drastische Maßnahmen ergreifen müssen.

Wassermangel: Hütte schließt die meisten Waschräume

Duschen gibt es auf dem Watzmannhaus auf 1.930 Metern Höhe für die Gäste ohnehin keine. Doch auch die meisten Waschräume sind jetzt geschlossen und nur einer hat abends und morgens noch für zwei Stunden zum Zähneputzen geöffnet. Aus den Wasserhähnen kommt ohnehin nur noch ein dünnes Rinnsal. Wer die Toilette benutzt, kann die Hände hinterher nicht waschen, sondern nur desinfizieren. Es gibt einfach zu wenig Wasser hier oben.

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Der Hüttenwirt hat drastische Maßnahmen ergriffen: Die meisten Waschräume sind geschlossen, nur einer hat zeitweise zum Zähneputzen geöffnet.

Zisternen sind fast leer

Mit Trinkwasser wird das Watzmannhaus, das der Sektion München des Deutschen Alpenvereins gehört, über eine Quelle versorgt, die drei Zisternen speist. Carolin Kalkbrenner, Hüttenreferentin der DAV Sektion München öffnet für uns eine der Zisternen. Der Wasserstand ist extrem niedrig, gerade ausreichend für einen eingeschränkten Betrieb. "Zum einen hatten wir einen sehr schneearmen Winter und jetzt diese lange Trockenperiode im Sommer, die spürt man deutlich", sagt Kalkbrenner.

Die letzten Vorräte an natürlichem Trinkwasser werden dringend für den Betrieb der Hütte benötigt. 160 Schlafplätze gibt es hier und viele hungrige Gäste, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit frischem Essen versorgt werden. Natürlich brauchen sie auch Wasser für die Zubereitung der Mahlzeiten, den Abwasch und ihre Hygiene. Das Oberflächenwasser wird in einer weiteren Zisterne als Brauchwasser für die Toiletten gesammelt. Doch auch das Brauchwasser ist knapp. Deswegen will der DAV auf dem Watzmannhaus in den nächsten Jahren Trockentoiletten bauen und das Oberflächenwasser zum Trinkwasser aufbereiten.

Für die Gäste hat das Folgen. Gleich im Eingangsbereich der Hütte empfängt sie eine Tafel mit der Aufschrift "Aufgrund des Wassermangels können wir Eure Trinkflaschen leider nicht mehr befüllen. Ihr könnt stattdessen 1,5 L stilles Mineralwasser für 6 Euro erwerben". Hüttenwirt Paul bittet um Verständnis, und das haben die meisten Gäste hier oben, so wie Wolfgang und Lena aus Augsburg: "Dass es hier so extrem ist, ist schon heftig und dass eben auch kein Trinkwasser zur Verfügung steht oder teuer zu kaufen ist. Aber nachvollziehbar. Man muss Zeit mitbringen zum Waschen, weil einfach das Wasserrinnsal in die Hand so sehr langsam reintropft. Das gibt zu denken." Nachdenkliche Gesichter.

Trinkwasser mit der Materialseilbahn

Die Materialseilbahn ist lebensnotwendig für das Watzmannhaus. Zum Beispiel, um Lebensmittel herauf- und Müll hinunterzutransportieren. Denn eine Fahrstraße gibt es nicht zu der großen Berghütte. In den letzten Wochen ist die Seilbahn allerdings noch wichtiger geworden: um Trinkwasser für die Wanderer heraufzubringen. Gerade kommt eine ganze Seilbahn voll mit Sixpacks mit stillem Wasser herauf. Paul und ein Mitarbeiter laden sie aus und bringen das Wasser ins Haus. Dort kaufen es die Gäste, die von hier aus zumeist zum Watzmann aufbrechen – eine Alternative haben sie nicht, es sei denn, sie haben selbst viel Wasser heraufgetragen. Der Aufstieg zum Watzmannhaus dauert allerdings rund vier Stunden.

Der Wassermangel erfordert hohe Investitionen und bedeutet höhere Kosten, die Hüttenwirt Paul und der DAV natürlich an seine Gäste weitergeben müssen. Für den Tourismus auf einer der traditionsreichsten deutschen Berghütten bedeutet der Klimawandel eine bedenkliche Entwicklung.

Im Video: Watzmannhaus ohne natürliches Trinkwasser

Materialseilbahn bringt Trinkwasser in Flaschen zur Hütte
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Wassermangel am Watzmannhaus

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