Laptops und Konsolen werden teurer – wegen KI
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Laptops und Konsolen werden teurer – wegen KI
Bildrechte: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer
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Laptops und Konsolen werden teurer – wegen KI

Laptops und Konsolen werden teurer – wegen KI

Jahrzehntelang wurde Elektronik immer billiger – jetzt dreht sich der Trend. Notebooks kosten 22 Prozent mehr als vor einem Jahr, Konsolen und Smartphones ziehen nach. Der Grund: Rechenzentren und KI.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Jahrelang schien klar: Auch wenn andere Dinge teurer werden, bei der Elektronik gehen die Preise eher nach unten. Ein Fernseher kostet heute nur noch einen Bruchteil des gleichwertigen Modells vor zehn Jahren, Speicherplatz und Rechenleistung von Laptops und Smartphones steigen jedes Jahr an, ohne mehr zu kosten.

Wird alle Elektronik teurer?

Doch nun dreht sich dieser Trend – und zwar quer durch die Regale. Apple erhöhte im Juni die Preise von 14 Produkten, darunter MacBooks und iPads. Das aktuelle MacBook Pro kostet nach mehreren Erhöhungen inzwischen 2.199 Euro – 400 Euro mehr als noch vor einem Jahr.

Apple ist damit nicht alleine: Einer Auswertung des Preisvergleichs Idealo zufolge (externer Link) kosten Laptops heute insgesamt rund 22 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum lag die allgemeine Inflation nur bei rund 3 Prozent.

Bei Spielekonsolen sieht es ähnlich aus. Die PlayStation 5 ist dieses Jahr 100 Euro teurer geworden, die Preise für die XBox sind zwischen 150 und 200 Euro gestiegen, und sogar die Nintendo Switch 2 ist historisch teuer.

Aber nicht alle elektronischen Geräte sind betroffen: Haushaltsgeräte beispielsweise verhalten sich nach wie vor normal.

Warum werden manche Geräte teurer?

Der Grund für die Preise liegt bei vielen Faktoren – aber besonders einer fällt ins Gewicht: Die Preise für Arbeitsspeicher. Das ist eine besondere Art von Speicher, in dem Computer und Smartphones alles ablegen, woran sie gerade arbeiten. Grob gesagt: Je mehr Arbeitsspeicher, desto leistungsfähiger der Computer.

Und gerade dieser Arbeitsspeicher hat seit neuestem einen wichtigen neuen Abnehmer: Die KI-Industrie. Große Rechenzentren, wie sie von Tech-Firmen wie Anthropic, OpenAI und Google gebaut werden, benötigen einen Spezialspeicher namens "High-Bandwidth-Memory".

Das ist zwar nicht das gleiche wie der klassische Arbeitsspeicher, der in Laptops und Smartphones verbaut wird, kommt aber von der gleichen Quelle: Die drei großen Speicher-Hersteller Samsung, SK Hynix und Micron können auf ihren Fertigungsanlagen entweder das eine oder das andere produzieren – und entscheiden sich im Zweifelsfall für die zahlungskräftigen KI-Kunden.

🎧 Wie verändert KI unser Leben? Und welche KI-Programme sind in meinem Alltag wirklich wichtig? Antworten auf diese und weitere Fragen diskutieren Gregor Schmalzried, Marie Kilg und Fritz Espenlaub jede Woche in "Der KI-Podcast" – dem Podcast von BR24 und SWR.

Wie lang geht das so weiter?

Der große Bedarf durch die KI-Industrie bedeutet, dass für den Rest der Welt immer weniger übrig ist. Branchenberichten zufolge ist die gesamte Produktionskapazität der drei Ersteller bereits bis Ende 2027 ausverkauft. Und weil die drei Konzerne zusammen rund 90 Prozent des Weltmarkts kontrollieren, ist ein Ausweichen kaum möglich.

Die Folge sind immer höhere Preise für Arbeitsspeicher, diese haben sich die den letzten 12 Monaten vervielfacht. Diese Preiserhöhungen werden nun an die Kunden weitergegeben.

Früher oder später dürfte sich der Markt vermutlich wieder beruhigen – entweder weil der Bedarf von KI-Rechenzentren sinkt oder weil genug neue Speicherkapazitäten gebaut werden. Branchenexperten rechnen allerdings damit, dass dies eine Weile dauern dürfte. Neue Fabriken zu bauen dauert Jahre, und selbst im Fall einer langsameren KI-Entwicklung würde man wohl frühestens 2028 etwas davon merken.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.