Die WhatsApp-App auf einem Bildschirm.
Die WhatsApp-App auf einem Bildschirm.
Bild
(Symbolbild) Sind WhatsApp-Benutzernamen ein Sicherheitsrisiko?
Bildrechte: picture alliance/dpa | Matthias Balk
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance/dpa | Matthias Balk
Audiobeitrag

(Symbolbild) Sind WhatsApp-Benutzernamen ein Sicherheitsrisiko?

Aktualisiert am
Audiobeitrag
Erschien zuerst am
> Netzwelt >

Sind WhatsApp-Benutzernamen ein Sicherheitsrisiko?

Sind WhatsApp-Benutzernamen ein Sicherheitsrisiko?

Bald kann man bei WhatsApp seine Handynummer auf Wunsch verbergen. Klingt gut – bringt aber neue Risiken mit sich. Worauf man beim neuen Benutzernamen achten sollte.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

WhatsApp ändert eine zentrale Funktion – und erntet damit jetzt Ärger: Seit Ende Juni 2026 sollen Nutzer der App ihre Nummer verstecken können – und stattdessen einen Benutzernamen wählen dürfen. So kennt man es von anderen Apps wie Signal und Instagram.

Doch noch bevor die Ankündigung umgesetzt wurde und die Funktion live geht, kommt es schon zu Ärger. Regierungen und Verbraucherschützer beklagen: Die Benutzernamen könnten Betrügern helfen.

So funktioniert der neue Benutzername

Benutzen kann man den neuen Benutzernamen noch nicht, höchstens reservieren. Drei bis 35 Zeichen darf er lang sein, erlaubt sind Buchstaben, Ziffern, Punkte und Unterstriche. Wenn man den Benutzernamen auswählt, sehen neue Kontakte nicht mehr die Telefonnummer, sondern nur noch den Benutzernamen.

Ein öffentliches Verzeichnis wie auf Facebook, in dem man Namen durchsuchen könnte, soll es nicht geben. Das heißt, man muss den Benutzernamen einer Person genau kennen. Zusätzlich kann man einen sogenannten "Username-Key" einschalten, das ist eine Art zweites Passwort: Nur wenn man diesen Code kennt, kann man die Person überhaupt zum ersten Mal kontaktieren.

Mehr oder weniger Privatsphäre?

Die neue Funktion soll eine Sicherheitslücke schließen. Bisher konnten Kriminelle nämlich in großen WhatsApp-Gruppen die offen sichtbaren Nummern der anderen Nutzer sammeln und später für SMS-Betrug oder Phishing missbrauchen.

Doch an einem anderen Punkt könnte die neue Funktion paradoxerweise eher für Unsicherheit sorgen. Eine Telefonnummer ist nämlich schwer zu merken – aber auch schwer zu fälschen. Und im Zweifel lässt sie sich zurückverfolgen. Bei Usernamen ist das anders. Den kann man frei wählen. Betrüger könnten sich damit also auch Namen sichern, die denen von Banken, Behörden oder bekannten Personen zum Verwechseln ähnlich sehen.

Ein Test des US-Techportals TechCrunch zeigte: Während der Reservierungsphase waren Namen, die an Politiker oder Filmstars erinnerten, noch ganz regulär zu haben.

Indien zieht die Reißleine

Indien, WhatsApps größter Markt mit mehr als 500 Millionen Nutzern, hat deshalb schnell reagiert. Das indische IT-Ministerium forderte Meta auf, die Benutzernamen-Funktion noch einmal zu überarbeiten, bevor sie im Land startet. Die Sorge: Ein vertrauenswürdig aussehender Name, der gleichzeitig keine Nummer anzeigt, könnte Betrüger beim Phishing und Identitätsklau ein wertvolles Werkzeug sein.

Cyberkriminalität, vor allem Betrug, ist in Indien ein großes Problem. Indische Bürger verlieren jedes Jahr mehrere Milliarden US-Dollar durch solche Maschen. Ein Absender, der "Polizei" oder "Zentralbank" im Namen trägt, könnte diese noch glaubwürdiger machen.

Auch in Deutschland wird gewarnt

Hierzulande gibt es zwar keinen Stopp, aber immerhin Warnungen. Auch die Verbraucherzentrale NRW ist besorgt, dass sich Kriminelle Namen zulegen könnten, die nach vertrauten Firmen oder Behörden klingen. Eine Nachricht von einem Konto, das sich schlicht "Sparkasse" nennt, könnte Menschen in falscher Sicherheit wiegen.

Meta verweist auf mehrere Schutzmechanismen. Die Namen von Prominenten, Behörden und verifizierten Konten habe man vorab gesperrt, damit nur die echten Inhaber sie beanspruchen können – ähnliche Schreibweisen seien mittlerweile ebenfalls nicht mehr zu haben. Weitere Maßnahmen: Accounts sollen nicht unbegrenzt viele andere Accounts anschreiben dürfen. Und schlaue KI-Systeme sollen Betrug schneller erkennen.

🎧 Wie verändert KI unser Leben? Und welche KI-Programme sind in meinem Alltag wirklich wichtig? Antworten auf diese und weitere Fragen diskutieren Gregor Schmalzried, Marie Kilg und Fritz Espenlaub jede Woche in "Der KI-Podcast" – dem Podcast von BR24 und SWR.

Dieser Artikel ist erstmals am 10.07.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!