Symbolbild: Die Apps Instagram, Facebook und WhatsApp sind auf dem Display eines Smartphones vor dem Logo des Internetkonzerns Meta zu sehen.
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Um Mitternacht macht Instagram zu – für Kinder in den USA

Um Mitternacht macht Instagram zu – für Kinder in den USA

Nachts gesperrt und nur zwei Stunden Nutzung pro Tag: Meta schränkt Instagram und Facebook für Minderjährige massiv ein. So steht es im Milliardenvergleich mit den US-Bundesstaaten. Für unter 18-Jährige in Deutschland gilt davon nichts – noch nicht.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Seit Jahren warnen Menschen weltweit vor den Folgen suchterzeugender Algorithmen in Social Media. Jetzt hat zumindest in den USA Meta eingelenkt, der Mutterkonzern von Instagram und Facebook – auch wenn Meta das offiziell niemals so bezeichnen würde.

Größter Vergleich eines Tech-Konzerns in den USA

Dennoch: Es ist laut Generalstaatsanwaltschaft der größte Vergleich, den ein Tech-Konzern in den USA je geschlossen hat: Bis zu 17 Milliarden Dollar zahlt Meta über zehn Jahre an US-Bundesstaaten. Mit dem Geld sollen die Bundesstaaten Programme finanzieren, die die psychischen Folgen der Social-Media-Nutzung bei jungen Menschen verhindern oder abmildern.

Vorangegangen war eine Klage von 29 Staaten. Sie werfen dem Konzern vor, Instagram und Facebook gezielt so konstruiert zu haben, dass die Netzwerke Kinder und Jugendliche abhängig machen. Meta bestreitet das. Der Prozess in Oakland lief bereits, Instagram-Chef Adam Mosseri hat ausgesagt. Ein Urteil wollte Meta offenbar nicht riskieren. Jetzt also der Vergleich. Das Gericht muss ihn noch bestätigen, hat aber bereits Zustimmung signalisiert.

Was sich für Jugendliche in den USA ändert

Für die Unter-18-Jährigen ändert sich in den USA damit einiges. Neben den Geldzahlungen will Meta nämlich auch den Zugang zu den Netzwerken einschränken. Die wichtigsten Maßnahmen:

  • Nutzungsbeschränkung auf maximal zwei Stunden täglich, Facebook und Instagram zusammengerechnet
  • Nachtsperre von 0 bis 6 Uhr
  • Schulmodus von 8 bis 15 Uhr: Benachrichtigungen sind automatisch stummgeschaltet
  • Algorithmusfreier Feed: Eltern können das verbindlich vorgeben, Jugendliche können ihn als Standard einstellen
  • Ende der Like-Zahlen – weder unter fremden noch unter eigenen Beiträgen
  • Strengere Alterserkennung: Meta will Konten von Unter-13-Jährigen aufspüren und entfernen, Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren auch dann erkennen, wenn sie ein falsches Geburtsdatum eingegeben haben.

Eingebaut in den Vergleich ist auch ein Druckmittel gegen die Konkurrenz: 30 Prozent der Zahlungen leistet Meta nur, wenn Bytedance mit Tiktok und Google mit Youtube nachziehen und ebenfalls einen Beitrag zahlen. Machen sie mit, will Meta seine Regeln nochmal verschärfen: Nutzungsdauer eine Stunde statt zwei täglich und eine längere Nachtsperre von 22 bis 7 Uhr.

Was bedeutet der Vergleich für Unter-18-Jährige in Europa?

Für Nutzerinnen und Nutzer hierzulande ändert sich erst einmal nichts. Die EU-Kommission hat allerdings erst im Juli vorläufig festgestellt: Instagrams und Facebooks suchterzeugende Gestaltung verstößt gegen das Gesetz über digitale Dienste [externer Link]. Bestätigt sich das, drohen Meta bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes als Buße.

Zusätzlich will die EU den Zugang zu den Netzwerken für Kinder und Jugendliche regulieren. Im September will die EU-Kommission einen Gesetzentwurf zum Mindestalter vorlegen. Die deutsche Expertenkommission hat im Juni konkrete Empfehlungen vorgestellt. Nationale Alleingänge will sie vermeiden.

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) sieht das offenbar anders. Wenn es in Brüssel nicht schnell genug geht, will sie nationale Regelungen durchsetzen [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt] – zumindest als Übergangslösung.

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