In der Woche vor dem 35. Spieltag waren das präsenteste Thema vor allem die prominenten Abgänge des TSV 1860 München nach der Saison. Die Verträge von Maximilian Wolfram, Morris Schröter, David Philipp, Raphael Schifferl, Thore Jacobsen und Kapitän Jesper Verlaat werden nicht verlängert.
Manfred Paula: "Geld spielt immer eine Rolle"
Trainer Markus Kauczinski erklärte den Schritt mit dringend benötigten "neuen Impulsen". In der Halbzeitpause der Partie gegen Ulm gab Löwen-Geschäftsführer Michael Paula am BR-Mikrofon zu, dass Geld auch "immer eine Rolle bei 1860 München spielt, weil es grundsätzlich nicht üppig vorhanden ist. Aber es ist eines von mehreren Kriterien." Die Abgänger sind Top-Verdiener im Verein, auf die weiteren individuellen Gründe wollte Paula allerdings nicht eingehen.
Sommer-Abgänge Jacobsen, Schifferl & Wolfram in Startelf
Der Aufstieg war vom Tisch, trotzdem ging es im Duell gegen den abstiegsbedrohten SSV Ulm für beide Teams noch um wichtige Punkte. Die Gäste brauchten einen Dreier im Kampf um den Klassenerhalt, der TSV will das Ticket für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal ziehen, auch wenn der Rückstand auf den dafür notwendigen Tabellenplatz schon groß ist. Wie gut, dass dieses Ziel auch mit einem Sieg im Landespokalfinale gegen Regionalligist Würzburger Kickers erreichbar ist.
Überraschend kam, dass die zukünftigen Sommer-Abgänge Jacobsen, Schifferl und Wolfram trotzdem in der Startelf aufliefen, während ein Florian Niederlechner oder ein Patrick Hobsch zunächst auf der Bank Platz nahmen. Doch Geschäftsführer Manfred Paula erklärte diese Entscheidung am BR-Mikrofon in der Halbzeitpause: "Wir haben gesagt, wir gehen nach wie vor nach Leistung, nach Trainingsleistung. Das war in dieser Woche bei den Dreien ausgezeichnet und deswegen haben wir gesagt, werden sie auf dem Platz stehen."
Frühlingsspiel im Grünwalder Stadion
Vor heimischem Publikum unter der Münchner Frühlingssonne und einem vollen Grünwalder Stadion brachte der TSV 1860 von Anfang an Intensität in die Partie. Die Performance vom SSV Ulm sah nicht nach der eines Absteigers aus, bei den Löwen brauchte es noch etwas mehr Offensivpower, um hier zu scoren. Es war für die Fans eine ansehnliche Drittligapartie mit frühlingshaft energetisch spielenden Teams, guten Chancen und intensiven Zweikämpfen.
Benny Lauth wünscht sich "mehr Power nach vorne"
Die Gäste hatten im ersten Durchgang zunächst die besseren Chancen, während Thomas Dähne mit starken Paraden mehrmals den Löwen-Rückstand verhinderte.
In der Halbzeitpause gestand Löwen-Legende und BR-Experte Benny Lauth, dass er sich im Kader "ein, zwei Offensivere mehr im Spiel gewünscht" hätte, "damit einfach noch mehr Power nach vorne entsteht. (…) Einen Tick mutiger, offensiver und schneller hätte ich natürlich schon ganz gerne im Löwen-Spiel." Die Tür dafür steht vor der neuen Saison offen, auch weil Geschäftsführer Paula Lauth deutlich zugestimmt hatte.
Benny Lauth und Manfred Paula in der Halbzeitanalyse
Danhof, Haugen und Niederlechner liefern
Nach dem Seitenwechsel sorgte ein Zusammenprall von Dähne mit Röser für einen Schreckmoment. Der Keeper musste lange behandelt werden, konnte dann allerdings weiterspielen. Auf der anderen Seite hatte Luca Bazzoli Glück, für sein Foul an der Strafraumkante nur die gelbe Karte gesehen zu haben. Den anschließenden Freistoß schlenzte Danhof an der Mauer vorbei unhaltbar ins rechte Toreck. 1:0-Führung für die Löwen (72.).
Dann war der Knoten geplatzt und es ging heiß her auf dem Platz. Nach der Einwechslung von Rückkehrer Sean Dulic nach langer Verletzung (75.) erzielte auch Haugen ein Tor und erhöhte auf 2:0 (77.). Ulm-Verteidiger Niko Vukančić wusste sich anschließend nicht anders zu helfen, als Haugen durch Halten zu verteidigen, sah dafür seine zweite Gelbe und musste vom Platz (81.). Trotzdem antwortete Ulm auf den Rückstand kurze Zeit später mit Elias Löder und seinem Anschlusstreffer in der 83. Minute.
Paula über neue Saison: "Mut haben"
Doch die Unterzahl der Gäste machte sich bemerkbar, sodass Niederlechner auf ein 3:1 erhöhen konnte (84). In der Nachspielzeit zeigte Evan Brown noch ein wunderbares Solo im Strafraum und verkürzte auf 3:2 (90.+2), doch das änderte nichts mehr an dem verdienten Sieg der Löwen nach sechs sieglosen Spielen. In der Tabelle bleiben die Löwen nun mit 55 Punkten auf dem achten Rang.
Die Leistung auf dem Platz war genau das, was Manfred Paula in der Halbzeitpause gefordert hatte: "Es ist jetzt in den letzten Spielen und auch in der neuen Saison enorm bedeutend, dass wir unsere treuen Fans hier im Stadion mit ins Spiel reinnehmen, dass der Funke überspringt, dass wir Begeisterung entfachen. Das funktioniert nur, wenn du mutig nach vorne spielst, wenn du offensiv spielst, dir etwas zutraust und Mut hast." Und darauf will sich der TSV 1860 München auch in der kommenden Saison konzentrieren.
Video: Markus Kauczinski und Thomas Dähne am BR-Mikrofon nach dem Sieg
Markus Kauczinski
Tabellenführung und Abstiegskampf, aktuelle Spielpaarungen, Ergebnisse und Liveticker, Torjägerlisten, Laufleistung- sowie Zweikampfstatistiken und noch viel mehr: Fußball im Ergebniscenter von BR24Sport.


