An einer Tankstelle tropft Benzin aus einer Zapfpistole. (Symbolbild)
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Die Verbraucherzentralen kritisieren den Tankrabatt: Es profitierten die, die es nicht nötig hätten.
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Die Verbraucherzentralen kritisieren den Tankrabatt: Es profitierten die, die es nicht nötig hätten.

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Tankrabatt in der Kritik - Hilfe für geringe Einkommen gefordert

Tankrabatt in der Kritik - Hilfe für geringe Einkommen gefordert

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen kritisiert den Tankrabatt: Es profitierten die, die es nicht nötig hätten. Außerdem rege ein solcher Rabatt nicht zum Spritsparen an.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Wenige Tage vor der geplanten Verabschiedung des Tankrabatts kritisiert der Verbraucherzentralen-Bundesverband die Steuersenkung für Autofahrer und fordert gezielte Hilfen für Menschen mit geringen Einkommen. "Der letzte Tankrabatt (1. Juni bis 31. August 2022, als Folge des Ukraine-Krieges) ist nur teilweise bei den Verbrauchern angekommen, war aber sehr teuer", sagte Ramona Pop, Chefin des Bundesverbandes in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Alternative: Direktzahlungen für Bedürftige

Der Tankrabatt würde laut Pop auch den Menschen zugutekommen, die die Hilfe gar nicht benötigen. Die Verbraucherschützerin plädiert deswegen für gezielte Entlastungen: "Wir fordern seit Langem: Direktzahlungen für einkommensschwache Haushalte, um sie direkt und unkompliziert in Krisenzeiten zu entlasten", so Pop.

Besser sei es außerdem, die Energiekosten insgesamt zu senken. So mahne es auch die EU-Kommission derzeit an: "Also auch die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß abzusenken, weil Deutschland die höchsten Strompreise hat."

Nach dem bisherigen Plan der Regierungskoalition soll der Spritpreis für alle Autofahrer durch eine Senkung der Energiesteuern für Kraftstoffe um etwa 17 Cent pro Liter gesenkt werden.

Übergewinnsteuer als Gegenfinanzierung für Entlastung

Den Plan von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), die Kosten des Tankrabatts durch eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne zu finanzieren, hält die Verbraucherschützerin jedoch für richtig. Zudem fordert Pop, Ölkonzerne stärker zu regulieren: "Wir brauchen Regeln, um sicherzustellen, dass sich die Konzerne nicht auf Kosten der Verbraucher bereichern."

Pop hält Preisdeckel, wie sie in Luxemburg oder Belgien bereits angewendet werden, prinzipiell ebenfalls für möglich. Man müsse darüber nachdenken. Die Regierung müsse zudem einen besseren "Maßnahmen-Mix" vorbereiten, um Preissprünge abzufedern. Bei allen Maßnahmen sei sicherzustellen, dass Entlastungen mit Steuergeldern komplett bei den Bürgern ankommen.

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