Kevin Volland hat im BR24Sport-Interview nach dem Unentschieden des TSV 1860 München in der 3. Liga gegen den SSV Jahn Regensburg den Finger in die Wunde gelegt. Auf die mittlerweile begrabenen Aufstiegshoffnungen angesprochen, wurde der Stürmer nach dem vierten sieglosen Spiel in Folge deutlich.
Volland-Klartext: "Das müssen wir uns ankreiden"
"Ich glaube, woran es liegt, ist, dass wir in den Spielen in der Crunchtime, in denen wir oben dranbleiben können, einfach nicht da sind. Das müssen wir uns ankreiden. Da muss man so ehrlich sein. Dann hat es vielleicht etwas mit Druck zu tun, dem wir dann nicht standhalten können", analysierte der 33-Jährige.
Er habe den Verdacht, dass dem Team "die Mentalität in manchen Situationen in solchen Entscheidungsspielen" fehle, meinte der langjährige Bundesliga-Profi und schob hinterher: "Als der Druck weg war, haben wir eine Serie gestartet. Das sind Sachen, aus denen wir lernen und im Kopf etwas ändern müssen."
Paula: "Realistischerweise muss man sagen, ..."
Die Löwen belegen nach dem 2:2 (1:2) am 33. Spieltag Rang acht in der Tabelle. Der Rückstand auf Energie Cottbus, das den Relegationsplatz drei innehat, beträgt neun Punkte. Kein Wunder also, dass man die Hoffnung auf eine Rückkehr in die 2. Bundesliga zur nächsten Saison mittlerweile abgeschrieben hat.
Geschäftsführer Manfred Paula versucht, das Beste aus der Situation zu machen. "Realistischerweise muss man sagen, dass uns das Thema 2. Liga nicht mehr betreffen wird. Von daher haben wir jetzt Planungsklarheit, dass wir für die 3. Liga wieder einen schlagkräftigen Kader zusammenstellen wollen", sagte der 61-Jährige.
"Wir waren nicht so gut beraten"
Für die kommende Spielzeit will er aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. "Ich glaube, wir waren nicht so gut beraten, das Etikett 'Aufstiegskader' auf diesen Kader zu kleben. Die Mannschaft musste sich erst finden. Dann haben wir festgestellt, dass wir doch noch Bereiche haben, wo wir defizitär sind und uns entwickeln müssen", erklärte Paula.
Immerhin werden die Löwen auch für 2026/27 mit Volland rechnen können. Der ehemalige Nationalspieler, der im vergangenen Sommer zu seinem Jugendklub zurückgekehrt war, ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass er auch zukünftig die Schuhe für die Münchner schnüren wird.
Manfred Paula
Volland bekennt sich zu 1860: "Auf jeden Fall"
"Ich werde immer versuchen, voranzugehen. Auf jeden Fall. Aber ich versuche, in erster Linie der Mannschaft zu helfen. Ich habe noch ein Jahr Vertrag", antwortete er auf eine Frage zu seiner sportlichen Zukunft. Ob es für ihn auch über die bevorstehende Saison hinaus an der Isar weitergeht, ließ er derweil offen: "In meinem Alter muss ich jedes Spiel genießen. Mir macht das Spaß mit den Jungs, aber wir müssen schauen, dass wir wieder mal oben dran sind."
Paula wollte die aktuelle Spielzeit unterdessen trotz der Enttäuschung über den verpassten Aufstieg nicht als Zeitverschwendung werten. "Ich habe die Mannschaft Anfang Oktober mit Markus Kauczinski übernehmen dürfen. Da waren wir auf Platz zwölf. Drei Punkte vor einem Abstiegsplatz. Dann haben wir zumindest ein paar erfolgreiche Phasen gehabt, in denen wir uns mit vier, fünf Siegen in Folge wieder rangearbeitet haben", dachte der ehemalige Biathlet zurück.
Paula: "Ständige Aufholjagd"
Aufgrund der Ausgangslage sieht Paula die Mentalitätsfrage anders als Volland. "Das war eine ständige Aufholjagd. Wir haben eigentlich von Woche zu Woche den Druck gehabt, gewinnen zu müssen, um noch einmal ranzukommen. Das ist uns gelungen."
Für Pessimismus sieht Paula daher keinen Grund: "Am Ende hat es nicht gereicht. Deswegen gehen wir aber trotzdem mit einem sehr positiven Gefühl in die letzten Wochen dieser Saison und dann auch in die neue."
Volland fordert Vollgas: "Sind wir dem Verein schuldig"
Ganz so weit wollte Volland noch nicht nach vorne schauen. Sein Fokus liegt auf dem Saisonendspurt mit der möglichen Qualifikation für den DFB-Pokal durch einen Sieg im Landespokal-Finale. "Wir bleiben natürlich auf dem Gas. Das sind wir dem Verein und uns selbst einfach schuldig", mahnte Volland und machte noch einmal eine klare Ansage: "Alle müssen sich reinhauen!"
Markus Kauczinski
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