Für Felix Neureuther, Ski-Alpin-Weltmeister von Bormio und Slalomsieger beim legendären Hahnenkammrennen in Kitzbühel, gibt es ein Sportereignis, das über allem steht: die Olympischen Spiele. Nach den vergangenen Spielen in Fernost kehren die Winterspiele 2026 zurück in ihre sportliche Heimat – in die Alpen, nach Italien.
Die Dokumentation mit Felix Neureuther sehen Sie am 2. Februar, 20.15 Uhr, im Ersten und ab 30. Januar in der ARD Mediathek
Am Sonntagabend ab 21.45 Uhr ist Felix Neureuther zu Gast in "Blickpunkt Sport" im BR Fernsehen und in der ARD Mediathek bei BR24Sport. Er spricht über die Dokumentation und die Nachhaltigkeit der Winterspiele in den Alpen.
Olympia in Italien - Vorbild oder warnendes Beispiel?
Mit Schauplätzen wie Cortina d’Ampezzo, Mailand, Bormio, Antholz und Livigno verbinden sich große Hoffnungen: lebendige Wintersporttradition, Gänsehaut-Momente im Schnee, packende Duelle um Gold, Silber und Bronze und den Anspruch, bestehende Sportstätten zu nutzen und die Spiele nachhaltiger zu machen.
Deshalb stehen diese Spiele unter besonderer Beobachtung: Werden sie zum Vorbild für eine ökologisch verträgliche Zukunft der Winterspiele – oder zum warnenden Beispiel, dass es für die Zukunftsfähigkeit der olympischen Idee noch weit größere Lösungen braucht?
Neureuther begleitete die Olympia-Vorbereitungen in Italien
Seit drei Jahren begleitet Felix Neureuther die Vorbereitungen auf Olympia in den italienischen Alpen. Der ehemalige Olympionike beobachtet bauliche Entwicklungen vor Ort, spricht mit Befürwortern und Gegnern, hinterfragt Entscheidungen und trifft Athletinnen und Athleten auf ihrem Weg zum Lebenstraum Olympische Spiele. Und er reist in die IOC-Zentrale nach Lausanne und spricht mit IOC-Direktor Christophe Dubi über Visionen für die Zukunft Olympischer Spiele.
"Wenn wir in den Alpen sein wollen, können wir nicht alles haben. Alles ist so groß und modern geworden, dass man in den traditionellen Alpen keinen Ort mehr findet, wo alle zusammen sind. Das ist einfach nicht machbar. Ich mag die romantische Vorstellung, wieder in den Alpen zu sein. Aber wir müssen auch akzeptieren, dass es mehrere [Anmerkung der Redaktion: olympische] Dörfer geben wird. Wir können nicht sagen, wir wollen alles kompakt, aber gleichzeitig die besten Spielfelder nutzen, ohne etwas zu bebauen. Das gibt es nicht." IOC-Direktor Christophe Dubi
Olympia 2026 - hohe Kosten und große Entfernungen sorgen für Diskussionen
Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen die Spannungsfelder dieser Spiele: der Anspruch auf Nachhaltigkeit, die Nutzung bestehender Sportstätten - gleichzeitig neue Bauprojekte, darunter die umstrittene Bob- und Rodelbahn in Cortina. Selbst das Internationale Olympische Komitee hatte den Neubau der Bobbahn als nicht notwendig eingestuft. Warum wurde sie trotzdem gebaut?
Hohe Kosten, Eingriffe in sensible Alpenlandschaften und große Entfernungen zwischen den Wettkampfstätten sorgen für Diskussionen. Es werden Spiele der weiten Wege mit bis zu 400 Kilometern Entfernung zwischen den einzelnen Sportstätten. Was heißt das für das olympische Flair, was heißt das für die Athleten und Sportlerinnen?
"Dass man halt alle Dinge doppelt machen muss. Und jetzt ist natürlich Ski Alpin eine Disziplin, die sehr viel Personal braucht. Also wenn man schaut, wen wir alles dabei haben: Mediziner, Physiotherapeuten, Serviceleute, Trainer. Bei einer Abfahrtsstrecke in Bormio, da ist es egal, ob eine runterfährt oder ob vier da runterfahren. Du brauchst das gleiche Personal. Und jetzt musst du halt die ganze Struktur noch doppelt besetzen." Wolfgang Maier, DSV-Alpindirektor
Der ehemalige Skiprofi Felix Neureuther begegnet dabei Sportlerinnen und Sportlern, deren Geschichten zeigen, warum die Faszination Olympia ungebrochen ist. Unter ihnen: US-Superstar Lindsey Vonn, die nach einem spektakulären Comeback in Cortina an den Ort zurückkehrt, der ihre Karriere geprägt hat. Ihr Weg steht stellvertretend für den olympischen Traum – für das bedingungslose Arbeiten auf einen Moment hin, der das ganze Leben verändern kann.
"Das ist das, was die Olympischen Spiele machen können: Die ganze Welt zusammenzubringen! Die Olympischen Spiele sind Vorbild! Es ist es nicht politisch, es ist Sport, aber mehr Hoffnung, und das gefällt mir! Ich habe viel erreicht in meiner Karriere, aber das war mein Kindheitsziel, die Olympischen Spiele zu gewinnen. Das war die höchste Emotionen, die ich in meiner ganzen Karriere gehabt habe." Lindsey Vonn, US-Skistar
Die Doku "Olympia im Wandel?" zeichnet ein vielschichtiges, emotionales Bild der Winterspiele in Italien – zwischen sportlichem Lebenstraum, organisatorischen Zerreißproben und dem Ringen um Zukunftsfähigkeit. Am Ende bleibt die offene Frage, ob die Spiele von Mailand und Cortina 2026 wirklich einen nachhaltigen Wandel Olympias einläuten können.
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