Etwas mehr als sechs Minuten waren gespielt im Auftaktduell der Basketball-Bundesliga (BBL) am Sonntagabend (20.09.2026) zwischen dem FC Bayern München und den Bamberg Baskets, da donnerte es in der Bamberger Defensive: Johannes Voigtmann dunkte den Ball wuchtig durch die Reuse, wurde dabei auch noch gefoult – und baute mit einem Zusatzfreiwurf die Führung auf 16:10 aus. Jetzt waren sie in der Partie die großen Favoriten auf die Meisterschaft.
Die Bayern übernahmen nun komplett das Kommando im bayerischen Duell, Justin Jessup setzte danach direkt zwei Zähler drauf. Nach dem ersten Viertel stand es 30:13. Schon da war klar, es würde ein einseitiger Abend werden auf dem schnittigen Glasboden im Münchner BMW Park. Keine Chance für die oberfränkischen Altmeister bei den oberbayerischen Emporkömmlingen - am Ende stand ein souveränes 108:72 (55:28) für die Münchner.
Gavel-Posse im Sommer - Coach wechselt aus Bamberg zum FCBB
Die beiden Teams verband im Sommer eine Posse um den Wechsel des Trainers Anton Gavel, der trotz bis 2027 laufenden Vertrags aus Bamberg nach München ging. Er hatte seinen Vertrag nämlich aufgrund eines angeblichen Formfehlers gekündigt. Die Bamberger warfen dem bayerischen Rivalen daraufhin vor, die Aktion unterstützt zu haben, um sich eine Ablösesumme sparen zu wollen. Später einigten sich die Klubs.
Gavel sagte dazu jüngst: "Ich kann nur sagen, dass da viele Aussagen getätigt wurden, die so nicht stimmten. Aber das Wichtigste ist jetzt, dass das jetzt alles geregelt ist. Es geht nicht um meine Person bei dem Spiel, es geht einfach darum, dass wir gut in die Saison starten."
Basketball-Förderer Hoeneß polterte zuletzt: "Das ist nicht Bayern München"
Und das ist nun ja gelungen. Auch, weil die Münchner nie nachließen, letztlich entschieden sie alle Viertel für sich, 28:22 und 25:22 stand zum Ende der Abschnitte drei und vier. Top-Werfer war trotzdem der Bamberger Jordan Wright (16 Punkte). Bei den Münchnern punkteten dagegen insgesamt sechs Spieler zweistellig, am besten Jessup und Voigtmann (je 15).
Es ist dieser Wille, unbedingt zu punkten, komme, was wolle, der nach einer titellosen Saison auch den Vereinsoberen wieder mehr gefallen dürfte: "Der Titel ist nicht immer alles entscheidend, aber die Art und Weise, wie wir die Spiele verloren haben", sagte Ex-FCB-Präsident und Basketball-Förderer Uli Hoeneß vor einigen Tagen. "Ich denke ans Pokal-Halbfinale, ich denke an das letzte Spiel gegen Alba Berlin, wo wir mit 20 Punkten führen, das ist nicht Bayern München."
Von Gavel werden direkt große Erfolge gefordert
Die Münchner haben ihr Team nach der vermaledeiten Vorsaison unter anderem mit dem deutschen Welt- und Europameister Johannes Thiemann und den Ex-NBA-Profis Duane Washington, Miles Norris und MarJon Beauchamp aufgerüstet. Zudem hat der Drei-Punkte-Künstler Andreas Obst zuletzt für drei weitere Jahre in München verlängert. Von Gavel werden nun direkt große Erfolge gefordert. Das nationale Double sollte es schon sein für eine zufriedenstellende Saison.
Insofern können er und der Klub zufrieden sein mit diesem Statement-Sieg zum Auftakt im bayerischen Duell. Anders sieht die Lage in Bamberg aus. Gavels Nachfolger Jesus Ramirez soll möglichst die Play-offs erreichen, also Gavels Erfolg aus der Vorsaison wiederholen. Dafür muss sich sein Team allerdings im Verlauf der Saison mit Sicherheit steigern. Der Abend in München war eine Demütigung für Oberfrankens stolzen Basketball-Klub.
Bayerns Basketballer siegen: Andreas Obst (r.) obenauf gegen Bamberg

