Der Deutsche Skiverband (DSV) hat die offene Position als Trainerin der Biathlon-Frauen besetzt. Wie der DSV am Montag mitteilte, übernimmt Sandra Flunger die Nachfolge von Kristian Mehringer, der das Team im Anschluss an die abgelaufene Saison nach acht Jahren im Amt verlassen hatte. Unterstützt wird die Österreicherin durch Denny Andritzke.
Flunger: "Team gezielt weiterentwickeln"
Flunger hatte nach ihrer aktiven Karriere als Coach in Österreich gearbeitet, bevor sie zwischen 2018 und 2024 die Leitung der Schweizer Frauen-Mannschaft innehatte. 2024 wurde sie schließlich zur Cheftrainerin für den gesamten Biathlon-Nationalkader befördert.
"Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe im Deutschen Skiverband und die damit verbundene Herausforderung. Ich möchte meine Erfahrung einbringen und gemeinsam mit dem Trainerteam sowie den Athletinnen das Team gezielt weiterentwickeln", wird die 44-Jährige in der Pressemitteilung zitiert.
Eisenbichler schwärmt von Flunger
Für ihre neue Aufgabe steckt sich die zweimalige österreichische Meisterin ehrgeizige Ziele: "Deutschland gehört seit jeher zu den führenden Biathlon-Nationen. Entsprechend muss es unser Anspruch sein, das vorhandene Potenzial bestmöglich zu entwickeln. Dafür müssen Strukturen weiterentwickelt werden. Gleichzeitig will ich konsequent die individuellen Stärken fördern, um schlussendlich gemeinsam als Einheit in der Weltspitze Akzente setzen zu können."
Der neue DSV-Sportdirektor Bernd Eisenbichler freute sich über die Verpflichtung Flungers. "Sandra kennt die Anforderungen im Weltcup genau und bringt die notwendige Expertise mit, um unsere Frauenmannschaft gezielt weiterzuentwickeln. Wir setzen damit ein klares Zeichen für die zukünftige Ausrichtung im Frauenbiathlon", schwärmte der Funktionär.
DSV-Job als Herausforderung für Flunger
Die deutschen Biathletinnen und Biathleten hatten im vergangenen Winter die schwächste Ausbeute seit der Einführung des Frauen-Weltcups hingelegt. Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo holte man nur in der Mixed-Staffel Bronze.
Der Rücktritt der Gesamtweltcupsiegerin von 2025 Franziska Preuß (SC Haag) macht die Herausforderung für Flunger nicht kleiner. Zwar hat die neue Hauptverantwortliche einige vielversprechende junge Athletinnen um Selina Grotian (SC Mittenwald), Marlene Fichtner (SC Traunstein) und Julia Tannheimer (DAV Ulm) in ihrem Kader, diese müssen aber erst noch beweisen, dass sie konstant zu Podestplätzen fähig sind.
Andritzke folgt auf Roiseland
Dabei helfen, die Youngster zu Siegläuferinnen zu formen, soll Andritzke, der seit 2020 als Nachwuchscoach beim DSV tätig war. Der 37-Jährige übernimmt damit die Rolle von Sverre Olsbu Roiseland. Der Norweger hatte den DSV wie Mehringer verlassen und übernimmt zur kommenden Saison das norwegische Damen-Team.
