Am Samstag, 26. September, entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) darüber, mit welchem Austragungsort er sich für die Austragung der Olympischen Spiele 2036, 2040 und 2044 bewirbt. Der Bayerische Rundfunk überträgt die Entscheidung ab 13.45 Uhr live. Neben Berlin und der Rhein-Ruhr-Region ist auch München im Rennen. Und viele bekannte Gesichter des bayerischen Sports versuchen kurz vor der Vergabe noch einmal für die Landeshauptstadt zu werben.
Olympia in München: Bierofka hofft für Grünwalder Stadion
So auch Daniel Bierofka, ehemaliger Spieler und Trainer des TSV 1860 München. "Als gebürtiger Münchner würde ich es mir natürlich wünschen. Das ist ein Großevent, das auf der ganzen Welt einen sehr hohen Stellenwert hat", sagte der 47-Jährige und hatte dabei auch das Wohl seines Herzensvereins im Sinn: "Natürlich schaut man da immer mit einem Auge, was dann mit dem Grünwalder Stadion passieren würde. Es müssen Sportstätten modernisiert und neugebaut werden. Eventuell könnte der Löwe davon profitieren."
Die Dokumentation: "Das Rennen um Olympia: Münchens Traum von den Spielen", am Mittwoch, 23. September, um 22 Uhr im BR Fernsehen.
Seit Jahren suchen der TSV 1860 München und die Stadt München nach Finanzierungsmöglichkeiten und Konzepten, das 1911 errichtete Stadion an der Grünwalder Straße zu renovieren und umzubauen. Geld, das für eine Olympiabewegung von Land und Bund freigemacht werden würde, könnte auch in die Modernisierung der Spielstätte der Löwen fließen. Das Grünwalder Stadion gilt als möglicher Austragungsort für Fußballspiele. Auch Rugby-Wettbewerbe würden nach aktuellem Stand im Giesinger Stadion ausgetragen.
Im Video: Daniel Bierofka zu Gast bei Blickpunkt Sport
Daniel Bierofka zu Gast bei Blickpunkt Sport
Max-Morlock-Stadion und "abgefuckte" Regattastrecke könnten profitieren
Olympischer Fußball soll auch im Nürnberger Max-Morlock-Stadion gespielt werden. Auch beim 1. FC Nürnberg dürfte man daher hoffen, dass sich der DOSB für München und somit wohl auch für die Spielstätte des FCN entscheidet. Denn aktuell stocken die Pläne für den geplanten Umbau des traditionsreichen Fußballtempels. Grund auch hier: das liebe Geld. Die klammen Kassen der Stadt Nürnberg verzögern derzeit die geplanten Umbauarbeiten. Auch hier könnten Gelder für einen Umbau freigemacht werden.
Doch nicht nur große Fußballstadien hoffen auf Sanierungen im Rahmen möglicher künftiger Olympischer Spiele in München. Goldmedaillen-Gewinner Oliver Zeidler erklärte kürzlich bei "Blickpunkt Sport", er hoffe, dass durch Olympische Spiele in München Wettkampfstätten renoviert würden: "Dadurch wäre wieder Druck auf dem Kessel, dass jetzt wirklich mal was angepackt wird", so Zeidler. Besonders die Regattastrecke in Oberschleißheim, die für die Spiele 1974 gebaut wurde und auf der sein Großvater einst olympisches Gold gewann, liegt ihm am Herzen. Die aktuellen Trainingsbedingungen seien kaum zumutbar: "Wenn man so ein bisschen auf Rocky-Style, also die abgefucktesten Trainingsbedingungen der Welt, steht, dann ist man hier genau richtig", so Zeidler.
Hohe Kosten, hoher Nutzen? Zahlreiche Sportarten hoffen auf Investitionen
Auch die Olympiaschießanlage Garching (Schießsport), die Reitanlage in Riem (Reiten), das Dantebad (Synchronschwimmen), der Sportpark Unterhaching (Hockey) dürften einen neuen Anstrich bekommen, genauso wie der Olympiapark allgemein, in dem laut dem Konzept etwa die Hälfte aller Sportstätten untergebracht sein werden. Auch der Eiskanal in Augsburg dürfte von einer erfolgreichen Bewerbung profitieren. Wie hoch die Kosten für Stand und Land werden, um all diese Sportstätten zu bezahlen, ist aktuell schwer kalkulierbar.
Aktuell rechnet die Stadt damit, dass die Durchführung der Spiele etwa 4,9 Milliarden Euro kosten werde - die Sanierung von Sportstätten ist davon nur ein Teil. Etwa 95 Prozent der Kosten sollen laut öffentlichen Angaben wieder refinanziert werden. Übrig blieben laut dieser Rechnung also Ausgaben von rund 245 Millionen Euro. Kritiker rechnen damit, dass die Kosten noch höher sein werden.
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