Der FC Bayern spielt eine herausragende Saison und könnte mal wieder vorzeitig als deutscher Meister feststehen. Doch was muss passieren, damit den Münchnern schon nach dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am Sonntag (ab 17.30 Uhr in der Radioreportage und im Liveticker) der 35. Meistertitel nicht mehr zu nehmen ist? Ein neuer Rekord für die früheste Meisterschaft wäre das im Übrigen bei weitem nicht.
Einfache Rechnung: So wird der FC Bayern gegen Stuttgart Meister
Das Team von Trainer Vincent Kompany geht mit zwölf Zählern Vorsprung auf Borussia Dortmund in den 30. Spieltag. Die Schwarzgelben müssen bei der TSG Hoffenheim am Samstag vorlegen. Die Münchner ziehen am Sonntag mit der Partie gegen den VfB Stuttgart nach. Sollte der BVB am Samstag in Sinsheim einen Punkt holen, braucht der FCB einen Sieg, um vorzeitig Deutscher Meister zu sein. Verliert die Mannschaft von Trainer Niko Kovac gar bei der TSG, reicht dem FC Bayern schon ein Unentschieden.
Torverhältnis spricht für den FC Bayern und gegen Borussia Dortmund
Realistisch gesehen ist den Münchnern aber auch bei einem Sieg trotz drei Dortmunder Punkten der Titel nicht mehr zu nehmen. Die zwölf Punkte, die beide Teams dann noch trennen würden, sind in vier Spielen zwar noch einzuholen - bei voller Punkteausbeute seitens des BVB und vier Münchner Niederlagen am Stück. Allerdings spricht auch die Tordifferenz klar für den FC Bayern. Dank 105 (!) eigener Tore bei nur 27 Gegentreffern beträgt das Torverhältnis +78. Der BVB (+31) hat vor dem 30. Spieltag das 47 Treffer schlechtere Torverhältnis.
Das ist in vier bzw. fünf verbleibenden Spielen nur noch theoretisch aufzuholen. Offizieller Meister wären die Bayern aber erst, wenn sie von den Punkten nicht mehr einholbar sind. Die Meisterschale werden sie aller Voraussicht nach im letzten Heimspiel gegen den 1. FC Köln am 34. Spieltag erhalten. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis die 35. Meisterschale und damit die Titelverteidigung für den FC Bayern perfekt ist, die aber nicht zu den frühesten der Geschichte zählen wird.
Die frühesten Meister: Keiner schlägt die Guardiola-Bayern
In der Top-5 dominieren die Münchner. Früher als der FCB in der Saison 2013/2014 wurde noch keiner Deutscher Meister. Damals durfte schon nach einem 3:1-Sieg bei Hertha BSC am 27. Spieltag gefeiert werden. Damit waren die von Guardiola trainierten Bayern noch einen Spieltag früher dran als im Vorjahr. Unter Trainer Heynckes stand die Meisterschaft 2012/2013 am 28. Spieltag fest, am Saisonende gewann der Verein gar das Triple. Auf Rang drei reihen sich Xabi Alonsos Leverkusener ein, die den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte am 29. Spieltag perfekt machten. Damit zogen sie mit dem FC Bayern 2017/2018 gleich, die nach einem 4:1-Sieg in Augsburg als Meister feststanden.
Am 30. Spieltag sicherten sich drei FCB-Mannschaften den Titel. 2014/2015, 2002/2003 sowie 1972/1973 durfte zu diesem Zeitpunkt der Saison in München vorzeitig gefeiert werden. Und vielleicht sind die Kompany-Bayern das nächste Team, das zu diesem Zeitpunkt den Meistertitel holt. Im letzten Jahr erlebte der FCB drei Spieltage vor Schluss eine Sofa-Meisterschaft, nachdem Leverkusen in Freiburg nicht über ein 2:2 hinausgekommen war.
Diese Rekorde kann der FC Bayern noch brechen
Der Rekord für die meisten Tore in einer Bundesliga-Saison ist den Münchnern schon sicher. Aktuell steht das Team von Vincent Kompany bei 105 erzielten Treffern. Der Uralt-Rekord aus der Ära Beckenbauer (101 Tore) ist gebrochen. Doch die Münchner sind auch noch in einem Wettstreit mit einer FCB-Mannschaft aus der Vergangenheit, wenn es um die meisten Punkte geht. Jupp Heynckes hatte die Münchner 2012/13 zu 91 Punkten gecoacht. Bei fünf Siegen aus fünf Spielen könnte Kompany mit dieser Marke gleichziehen. 90 Punkte erreichten die Münchner in der ersten Saison von Pep Guardiola (2013/14) und Bayer Leverkusen 2023/24.
Kane und Olise jagen Lewandowski und Müller
Robert Lewandowski erzielte 41 Tore in der Saison 2020/21 - Harry Kane steht aktuell bei 31 Treffern. Um Lewandowski einzuholen, müsste der Engländer im Durchschnitt zwei Tore pro verbleibenden Spieltag erzielen.
Derweil könnte Michael Olise einem Rekord von Thomas Müller gefährlich werden. Der 24-Jährige hat bereits 18 Assists in dieser Saison verteilt. FC-Bayern-Urgestein Müller hält derzeit mit 21 Torvorlagen den Rekord - zumindest seit der Datenerfassung in der Saison 1992/93.
Und auch Manuel Neuer kann mit Müller gleichziehen. Müller ist mit 13 Meisterschaften der Rekord Titelsammler in der Bundesliga-Geschichte. Neuer steht derzeit bei zwölf Titeln.
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