Bundestrainer Christian Wück kann in den anstehenden Länderspielen gegen Australien und Japan wieder auf seine Kapitänin zählen. Giulia Gwinn kehrt nach ihrer überstandenen Schulter-Operation zurück in den Kreis der Nationalmannschaft. Im Tor könnte außerdem eine weitere Spielerin des FC Bayern ihre Chance bekommen.
Kapitänin Gwinn nach Schulterverletzung zurück
Das 24-köpfige Aufgebot des Unterfranken kommt ohne große Überraschungen aus. Auch das Comeback von Giulia Gwinn war von vornherein klar gewesen. Gwinn hatte sich im März vergangenen Jahres an der Schulter verletzt, unter Schmerzen die Saison zu Ende gespielt und sich im Sommer schließlich operieren lassen. Deshalb hatte sie die beiden letzten entscheidenden Qualifikationsspiele gegen Norwegen und in Slowenien im Juni, in denen das DFB-Team das WM-Ticket lösen konnte, verpasst.
Wück verzichtet nach Absprache auf EM-Heldin Berger
Für den neutralen Beobachter überraschender kommt die Nicht-Berücksichtigung von Ann-Katrin Berger. Doch Wück nahm auf der Pressekonferenz am Dienstag sämtlichen Spekulationen sofort den Wind aus den Segeln. Ihre Pause sei schon lange abgesprochen gewesen, erklärte der Bundestrainer und begründete die Maßnahme mit Bergers Wirken im Verein bei Gotham FC in den USA. Sie sei "in Amerika in der heißen Phase der Saison. Es geht jetzt um die Play-offs", so Wück. "Von daher haben wir die Möglichkeit genutzt, ihr eine Pause und den jüngeren Torhüterinnen, die hinten dran sind, Spielzeit zu geben."
Berger außen vor: Zweikampf zwischen Mahmutovic und Johannes?
Das sind Münchens Ena Mahmutovic, Wolfsburgs Stina Johannes und Laura Dick aus Hoffenheim. Besonders die ersten beiden dürften sich ein enges Rennen liefern. Mahmutovic wusste in der bisherigen Saison zu überzeugen, zeigte einige Topparaden und blieb vor allem fehlerlos. Das ist auch dem Bundestrainer nicht verborgen geblieben. "Die Leistungen von Ena sind sehr gut. Sie hat mittlerweile auch eine gute Präsenz auf dem Platz. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung", lobte Wück die Münchnerin und versprach zugleich: "Sie wird ihre Spielzeit bekommen." Bisher stehen für die 22-Jährige nur zwei Länderspiele zu Buche. Das dürfte sich nun wohl ändern, auch wenn Wück sich nicht festlegen wollte, wer wann das deutsche Tor hüten darf.
So stark Mahmutovic bisher aufspielt, so fehleranfällig präsentierte sich zuletzt ihre Kontrahentin Stina Johannes. Die Wolfsburgerin patzte schon zum Saisonauftakt im Supercup folgenschwer. Auch in der Liga war Johannes zuletzt eher ein Unsicherheitsfaktor. "Wir und auch Stina haben einen anderen Anspruch", bemerkte auch Wück, nahm seine Spielerin aber zugleich in Schutz: "Man muss einer Torhüterin aber auch mal eine Schwächephase zugestehen. Ich weiß, was in ihr steckt. Wenn wir kein Vertrauen in sie hätten, dann wäre sie nicht nominiert worden."
Rech-Ansage an Wück: "Ena ist die Zukunft der Nationalmannschaft"
In München sehen sie ihre Spielerin in der Pole Position. "Ena ist die Zukunft der Nationalmannschaft", wurde Direktorin Frauenfußball Bianca Rech jüngst deutlich. Bundestrainer Wück will sich davon nicht treiben lassen, sieht Rechs Aussagen aber auch nicht als Angriff. Er kenne keine Sportdirektorin, die ihre Spielerin nicht in der Nationalmannschaft sehen wolle, ließ er wissen.
In den kommenden beiden Spielen gegen Australien und Japan hat der Bundestrainer nun Zeit, Ena Mahmutovic genauer unter die Lupe zu nehmen.
