Der FC Ingolstadt wartet auch nach sechs Spieltagen der 3. Liga auf seinen ersten Heimsieg. Am Mittwoch lagen die Schanzer zwar vor heimischer Kulisse gegen die TSG Hoffenheim II zunächst in Führung, ließen dann jedoch ihre offensive Schlagkraft vermissen und gingen schließlich als Verlierer vom Platz (1:2).
Im Vergleich zum 1:0-Sieg über den 1. FC Saarbrücken am vergangenen Samstag nahm Trainerin Sabrina Wittmann zwei Wechsel vor. Für Max Plath (verletzt) und Emre Gül (Bank) rückten Yannick Deichmann und Linus Rosenlöcher in die Startelf. Auf der anderen Seite gab es nach dem 2:2 gegen Fortuna Köln nur eine Veränderung: Da Stammtorhüter Lúkas Petersson mit der ersten Mannschaft in der UEFA Europa League unterwegs ist, feierte Nico Biedermann sein Debüt.
Velupillay bleibt vor TSG-Keeper Biedermann eiskalt
Im Audi-Sportpark ging es auf Anhieb hoch her. In der 3. Minute legte Blessing Makanda den Ball auch dank der unfreiwilligen Mithilfe der Ingolstädter Abwehr für Stürmer Jakov Dedic ab. Letzterer marschierte frei auf das Tor zu, scheiterte aus zwölf Metern jedoch am überragenden Reflex von Torhüter David Klein. Zehn Minuten später verzeichneten die Hausherren schließlich ihre erste Großchance: Nishan Velupillay nahm sich eines Freistoßes aus 18 Metern und halblinker Position an und schlenzte das Leder perfekt über die Mauer. Biedermann kratzte den Ball aber mit einer überragenden Parade noch aus dem linken Eck.
Anschließend bot sich eine ausgeglichene Partie, beide Mannschaften kamen in der ersten halben Stunde insgesamt nicht über ein paar Nadelstiche hinaus. Dieser Eindruck sollte sich mit einem perfekt ausgeführten Angriff seitens der Schanzer schlagartig ändern. Keanan Bennetts setzte Velupillay mit einem feinen Steckpass in Szene, dank einer zu spät gesetzten Grätsche seitens Sean Dulic war der Offensivmann frei durch. Vor Biedermann war Velupillay schließlich eiskalt und lupfte die Kugel am Schlussmann vorbei (31.).
Hoffenheim II gleicht mit glücklichem Tor aus
Der Rückstand rüttelte die TSG wach - und beinahe hätten die Gäste die prompte Antwort geliefert. Nach einem Solo von Yasin Zor landete der Ball bei Tristan Spranger, dessen Abschluss von der Strafraumkante zunächst an den linken Pfosten klatschte. Den Abpraller schnappte sich Zor, aus spitzem Winkel scheiterte er jedoch an Klein (34.).
Nur wenig später sollte das Glück aber auf der Seite von Zor sein: Bei einer Flanke von Tiago Poller kam der 20-Jährige rund acht Meter vor dem Tor völlig frei zum Volley, der Klein durch Hände und Beine flutschte (43.). Mit einem leistungsgerechten 1:1 ging es anschließend in die Pause, beide Mannschaften hatten bis dahin ihre (wenigen) Höhepunkte und konnten jeweils eine davon nutzen.
Ein feiner Außenrist brockt Ingolstadt zweites Gegentor ein
Ein offensiver Schlagabtausch war den Zuschauern in Ingolstadt auch in der zweiten Halbzeit nicht vergönnt. Das Spiel blieb zerfahren, viele kleine Fouls und leichtsinnige Ballverluste hemmten den Spielfluss. So waren etwa ein Kopfball von Dulic auf das lange Eck, der aber über den Kasten flog (66.), sowie ein von Lukas Fröde abgeblockter Poller-Schuss (72.) die einzigen nennenswerten Szenen bis in die Schlussphase.
Dort trat die TSG etwas aktiver als Ingolstadt auf und war häufiger im gegnerischen Drittel unterwegs. Während die Partie aus Ingolstädter Sicht vor sich hinplätscherte und sich der FCI davon in Sicherheit wiegen ließ, lauerte Hoffenheim II auf die Chance auf seinen dritten Ligasieg - und sollte sie bekommen. Von der linken Seite brachte Spranger den Ball flach ins Zentrum, wo Jykese Fields vor Georgios Antzoulas an das Leder kam und es sehenswert mit dem Außenrist ins rechte Eck beförderte (84.).
FC Ingolstadt drückt in Schlussphase - und verliert
Nur Augenblicke später tauchte FCI-Stürmer Lars Lokotsch nach einem hohen Ballverlust der Hoffenheimer vor dem gegnerischen Tor auf, zögerte beim Abschluss aber zu lange. TSG-Kapitän Valentin Lässig warf sich noch rechtzeitig in den Schuss und blockte diesen ab (85.). In der Nachspielzeit erhöhten die Schanzer merklich den Druck, trotz mehrerer Vorstöße blieb ihnen der Lucky Punch aber verwehrt: Gül verpasste mit seinem Halbvolley rechts im Strafraum nur um Zentimeter den Ausgleich (90.+4).
Durch das 1:2 rutschte der FCI mit weiterhin acht Punkten auf den zehnten Tabellenplatz ab und wartet auf seinen ersten Heimsieg in der laufenden Ligasaison. Am kommenden Spieltag steht das Duell bei Viktoria Köln an (Samstag, 14.00 Uhr). Die TSG sprang derweil mit nun zehn Zählern auf dem Konto auf den siebten Rang und ist am Samstag zu Hause gegen den SV Meppen gefordert (14.00 Uhr).
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