ARCHIV - 27.09.2025, Bayern, München: Unzählige Besucher drängen sich auf dem Oktoberfest vor dem Riesenrad. (zu dpa: ««How to Wiesn» - Wissenswertes zum Oktoberfestbesuch») Foto: Felix Hörhager/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Münchner Oktoberfest

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"Heatmaps" gegen Überfüllung: Wie die Wiesn sicherer werden soll

"Heatmaps" gegen Überfüllung: Wie die Wiesn sicherer werden soll

Crowdspotter und Frühwarnsystem: Nach der Bombendrohung und mehrfachen Überfüllung des Geländes im letzten Jahr wird das Sicherheitskonzept des Oktoberfests angepasst. Details werden heute vorgestellt. BR24live berichtet ab 11.30 Uhr.

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Eine Bombendrohung und geschlossene Eingänge wegen Überfüllung – die Wiesn 2025 war eine besondere Herausforderung für die Stadt und die Einsatzkräfte. Das Sicherheitskonzept wurde daraufhin noch einmal überarbeitet. Daneben setzt man auf bewährte Maßnahmen.

Die Details des Sicherheitskonzeptes für das diesjährige Oktoberfest werden heute vorgestellt. BR24live berichtet ab 11.30 Uhr.

600 Polizisten und Eingangskontrollen

Schon im Regelbetrieb verlangt das größte Volksfest der Welt, das am Samstag beginnt, allen Beteiligten einiges ab: Heuer werden zum Beispiel erneut 600 Polizeibeamte und noch mehr Security-Kräfte im Einsatz sein, um für die Sicherheit von voraussichtlich weit mehr als sechs Millionen Menschen zu sorgen.

An den Eingängen wird es wieder Kontrollen geben. Glasflaschen und Messer darf man zum Beispiel nicht mitnehmen. Verboten sind auch Taschen mit einem Volumen von mehr als drei Litern. Beobachtet werden die Besucher nicht nur über Polizeikameras, sondern auch über Kameras, welche die Stadt jetzt flächendeckend auf dem ganzen Gelände verteilt hat.

"Heat Maps" in neuer Sicherheitszentrale

Die Bilder laufen in der neuen Sicherheitszentrale ein, und mit künstlicher Intelligenz werden dann sogenannte "Heatmaps" entstehen. Auf diesen soll man sehen, wo sich immer mehr Menschen ansammeln und wo es zu viele werden könnten, damit man rechtzeitig eingreifen kann. Bei der Einschätzung unterstützen auch "Crowdspotter" – Spezialisten, die im ständigen Austausch mit Festleitung und Behörden sind.

"How to Wiesn" in sozialen Medien

Schon vor Monaten hat die Stadt die Kampagne "How to Wiesn" gestartet, die sich vor allem an auswärtige Besucher richtet. Diese werden zum Beispiel in den sozialen Medien darauf hingewiesen, dass die Wiesn nicht nur einen einzigen Eingang hat, oder dass man auch mal auf die "Oide Wiesn" gehen kann, wenn es auf dem Hauptgelände gerade zu voll ist. Auch das soll zur Entzerrung beitragen.

Münchner App bringt Hilfe in Zelten

Für mehr Sicherheit soll erneut auch eine App sorgen, die ein Münchner Unternehmen entwickelt hat: Die App "Safe Now" kann man sich kostenlos aufs Handy laden. Wenn man schnelle Hilfe braucht, klickt man auf einen Button – etwa bei Belästigungen, tätlichen Auseinandersetzungen oder auch aus medizinischen Gründen.

Dann werden Security-Mitarbeitende alarmiert und bekommen einen metergenauen Standort übermittelt, wo sie gebraucht werden. Im mittlerweile vierten Jahr machen acht große Festzelte mit. Auch der Oktoberfest-Sanitätsdienst ist eingebunden.

Mini-Krankenhaus als Wiesn-Ambulanz

Hauptsitz des Sanitätsdienstes ist die Wiesn-Ambulanz, bei der es sich eher um ein Mini-Krankenhaus handelt – mit Behandlungszimmern, kleinen Operationssälen und einem Computertomographen. Vergangenes Jahr waren mehr als 7.000 Patienten behandelt worden. Mit einem ähnlichen Aufkommen wird auch heuer gerechnet. Behandelt wird alles von Alkoholvergiftungen über Verletzungen nach Schlägereien bis hin zu Schnittwunden.

Entlastung der Kliniken in der Stadt

Wenn nötig, werden Oktoberfest-Besucher mit Lauftragen zur Wiesn-Ambulanz gebracht. Um auch bei dichtem Gedränge schnell helfen zu können, gibt es zusätzlich zwei dezentrale Sanitätscontainer. Im Ernstfall bekomme man in weniger als vier Minuten Hilfe, betont Wiesnchef Christian Scharpf.

Er bezeichnet die Wiesnambulanz als ein "Herzstück" im Servicezentrum, das auch zur Entlastung der städtischen Kliniken beitrage: Nur 1,6 Prozent der Patienten hätten vergangenes Jahr in ein Krankenhaus gebracht werden müssen.

430 angestellte und ehrenamtliche Einsatzkräfte, darunter fast 40 Ärztinnen und Ärzte, beschäftigt die Aicher Ambulanz beim Oktoberfest. Beworben hatten sich weit mehr, wie Geschäftsführer Michel Belcijan sagt. Die Wiesnambulanz befindet sich im Servicezentrum hinter dem Schottenhamel-Zelt.

"Safe Space" für Frauen und Mädchen

Auch der "Safe Space" für Frauen und Mädchen ist dort untergebracht. Erfahrungsgemäß kommen viele, weil sie ihre Begleitungen oder wichtige Wertgegenstände wie Handy und Hotelschlüssel verloren haben oder bestohlen wurden. Andere haben sexuelle oder körperliche Gewalt erfahren. Das Team der Aktion "Sichere Wiesn" berät die Mädchen und Frauen, begleitet sie oder hilft bei Bedarf auch mal einfach mit Decken und Kleidung aus.

Schon im Vorfeld versucht man aber auch, Jungen und Männer als aktive Verbündete zu gewinnen. Die Appelle lauten etwa: nicht mitmachen, wenn sexistische Sprüche oder Witze auf Kosten von Frauen gemacht werden. Helfen, wenn jemand die Grenzen einer Frau nicht akzeptiert. Freunde oder Kollegen ansprechen, wenn sie sich übergriffig verhalten.

Im Audio: 600 Polizeibeamte sollen für Sicherheit auf dem Oktoberfest sorgen

Polizisten auf dem Oktoberfest (Archivbild)
Bildrechte: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Matthias Schrader
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Polizisten auf dem Oktoberfest (Archivbild)

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