Vor vier Jahren hatte Marcel Brandt sein letztes Spiel im Nationalmannschafts-Dress gespielt, seither wurde er von Bundestrainer Harold Kreis kein einziges Mal in den Nationalkader berufen. Nun hat der 33-Jährige seinen Rücktritt aus dem DEB-Team erklärt: "Das zwischen uns ist beendet", sagte er laut einem Bericht des Fachblatts "Eishockey-Magazin" auf einer Saisonabschlussfeier der Straubing Tigers.
Seinen Rücktritt erklärte er mit der konsequenten Nicht-Berücksichtigung durch Bundestrainer Harold Kreis. "Wenn Aussagen kommen von einem Bundestrainer wie: 'Du hast mich die letzten drei Jahre nicht interessiert, und ich habe dich nicht beobachtet oder generell geschaut, was du machst.' Dann ist das für mich Aussage genug. Das ist einfach ein No-Go", sagte Brandt, der mit 16 Toren in der vergangenen Hauptrunde erneut treffsicherster deutscher Abwehrspieler in der DEL war - wie schon in den fünf Jahren zuvor.
Marcel Brandt: "Ich war immer offen"
Unter dem damaligen Bundestrainer Toni Söderholm hatte der 33-Jährige noch zum Stammpersonal gezählt. Kreis hingegen berief den Straubing-Player kein einziges Mal ins Nationalteam. "Ich war immer offen, ich habe immer gewartet auf einen Anruf. Der ist nie gekommen", sagte Brandt.
Auch für die Vorbereitungen für die anstehende Eishockey-WM in der Schweiz, die zwischen dem 15. und 31. Mai in der Schweiz stattfindet, ist Brand nicht berücksichtigt worden. Im Interview mit MagentaSport erklärte Bundestrainer Kreis: "Er hat aus persönlichen Gründen abgesagt."
Dabei wäre Brandt, wie "Eishockey-News" berichtet, gerne nach Zürich gefahren, er hätte dafür auch seinen bereits geplanten Urlaub verschoben.
Aussprache zwischen Brandt und Bundestrainer Kreis
Eine Aussprache aber habe es immerhin gegeben: "Er hat sich entschuldigt dafür, er kann die Zeit nicht zurückdrehen", berichtete Brandt, "wir sind im Guten auseinandergegangen." Inzwischen habe Brandt mit seiner Frau entschieden, "dass ich nicht mehr für Deutschland spielen werde – und das hat er akzeptiert".
Das Kapitel Nationalmannschaft ist für Brandt geschlossen: "Jetzt ist es vorbei und das ist okay so." Bei der Eishockey-Nationalmannschaft wird der offensivstärkste Verteidiger der Liga künftig also nicht mehr aufspielen. Sein DEB-Debüt hatte Brandt im April 2016 im Rahmen der Euro Hockey Challenge gegeben. Er hatte bei der WM 2021 in Riga und bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking teilgenommen.
