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"Emotion nach der Saison": Der Skisprung-Kompany legt los

"Emotion nach der Saison": Der Skisprung-Kompany legt los

Mit Andreas Mitter hat der Deutsche Skiverband (DSV) einen neuen Bundestrainer für die Skisprung-Männer gefunden. Die Herausforderung für den Österreicher ist groß - genauso wie die Vorschusslorbeeren.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Das Frühjahr steht bei den deutschen Skispringern im Zeichen des Umbruchs. Bundestrainer Stefan Horngacher hat sein Amt mit dem Saisonende niedergelegt und mit Andreas Mitter steht sein Nachfolger bereits in den Startlöchern.

Mitter: "Emotionen gibt es hoffentlich nach der Saison"

Der Österreicher kennt das Geschäft und den Deutschen Skiverband (DSV) gut. Zuletzt war er als Assistent von Horngacher tätig und für die Entwicklung des Perspektivkaders verantwortlich.

Seinen Aufstieg in die Chefrolle nimmt Mitter gelassen zur Kenntnis. "Emotion würde ich nicht drüber hängen. Es geht um Klarheit und darum, in was für eine Richtung es gehen soll. Das ist jetzt wichtig. Emotion gibt es hoffentlich nach der Saison", meinte der 44-Jährige im Interview mit BR24Sport am Rande der DSV-Trainerklausur im oberfränkischen Bischofsgrün.

Hüttel: "Oben drin an Substanz verloren"

Die Aufgabe für Mitter hat es in sich. Die olympische Goldmedaille von Philipp Raimund überstrahlte zwar die durchwachsene Bilanz des vergangenen Winters, doch hinter dem 25-Jährigen und Felix Hoffmann klaffte nach den Schwierigkeiten des etablierten Trios aus Karl Geiger, Andreas Wellinger und Pius Paschke eine große Lücke.

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"Wenn man kritisch draufschaut, muss man schon erkennen, dass wir oben drin an Substanz verloren haben. Das gilt es jetzt aufzubauen", weiß auch DSV-Sportdirektor Horst Hüttel am BR24Sport-Mikrofon.

Mitter vor Balanceakt zwischen Gegenwart und Zukunft

Den Erwartungen ist sich Mitter bewusst. "Der Anspruch des Deutschen Skiverbandes ist immer, dass man vorne mitspringt und um die Podestplätze kämpft. Die kurzfristigen Ziele sind natürlich die Vierschanzentournee und die Weltmeisterschaft. Langfristig ist das Ziel, dass wir die Mannschaft verjüngen, junge Athleten Richtung A-Mannschaft führen und trotzdem die arrivierten Athleten an die Leistungsobergrenze bringen, damit wir die nächsten Jahre bis zu den Olympischen Spielen gut bestreiten können", blickt Mitter voraus.

Die gute Nachricht: Einige Dinge scheinen sich bereits zum Besseren gewandelt zu haben. "Wir sind dieses Jahr im Junioren-Bereich, also der dritten Liga, mit vier unterschiedlichen Leuten auf das Podium gesprungen und haben einen Dreifach-Erfolg gefeiert. Da haben wir wirklich auch mit einem neuen Trainer-Team ein paar Dinge wirklich weitergebracht", berichtet Hüttel.

Hüttel über Nachwuchs: "Kann auch mal schnell gehen"

Vor allzu großen Hoffnungen an die nächste Saison warnt der 57-Jährige allerdings doch. "Das sind erst 18-, 19-jährige Burschen. Die werden noch zwei, drei Jahre brauchen", erklärte der ehemalige Kombinierer, gab aber auch zu bedenken, dass es im Skispringen "auch mal schnell gehen kann. Da ist es ein bisschen anders als im Ausdauersport, wo man die Kilometer und die Jahre braucht".

Dass es mit Mitter ein vergleichsweise unbekannter Kandidat und kein großer Name wie etwa Alexander Stöckl, langjähriger Trainer der norwegischen Skisprung-Männer, den Umbruch moderieren soll, war für die Öffentlichkeit eine Überraschung.

Horst Hüttel
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Horst Hüttel

Maier schwärmt von Mitter: "Sehr viel soziale Kompetenz"

Für DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier waren allerdings Mitters Qualitäten wichtiger als eine prominente Alternative zu verpflichten. "Das ist ein Mensch, der über sehr viel soziale Kompetenz verfügt und einen guten Umgangston pflegt. Das war auch letztlich der entscheidende Faktor. Weil wir sehen in unserer Zeit, dass die Beziehung zu Menschen oft viel wichtiger ist als fachliche Kompetenz oder wissenschaftliche Auswertung", schwärmte Maier vom neuen starken Mann an der Skisprung-Schanze. Eine Einschätzung, die Hüttel teilt, der lobte: "Das Face-to-Face-Coaching ist eine große Stärke von Andi."

Maiers Glaube an Mitter geht sogar so weit, dass er sich im Gespräch mit BR24Sport zu einem Vergleich zu Vincent Kompany vom FC Bayern hinreißen ließ. "Man muss auch mal den kleineren Namen die Möglichkeit geben, groß zu werden. Das sieht man jetzt am Bayern-Trainer. Den hat man auch erst als Lösung Nummer acht oder neun verkauft und jetzt ist er die absolute Nummer eins", meinte der 65-Jährige.

Wird Mitter der Skisprung-Kompany?

Tatsächlich gleicht das Anforderungsprofil an Mitter dem an Kompany bei seinem Amtsantritt 2024: Eine ehemals erfolgreiche Mannschaft wieder zu alter Größe führen und dabei den Nachwuchs aufzubauen. Angesichts der Erfolge des Belgiers mit dem deutschen Fußball-Rekordmeister wird man beim DSV hoffen, dass dies nicht die einzige Gemeinsamkeit mit Mitter bleiben wird.

Wolfgang Maier
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