Goldmedaillengewinner Johannes Rydzek bei Olympia in Pyeongchang 2018
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"Es ist Zeit": Olympiasieger Johannes Rydzek beendet Karriere

"Es ist Zeit": Olympiasieger Johannes Rydzek beendet Karriere

Der Oberstdorfer Johannes Rydzek hat sein Karriereende bekannt gegeben. Mit 18 Weltcupsiegen, sieben Weltmeistertiteln und zwei olympischen Goldmedaillen verlässt einer der erfolgreichsten deutschen Kombinierer die Wintersport-Bühne.

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Nach über 17 Jahren im Weltcup beendet der nordische Kombinierer Johannes Rydzek seine Karriere. "Es ist Zeit, Lebewohl zu sagen. Der Moment fühlt sich richtig an. Gleichzeitig tut es aber auch weh", sagte der 34-Jährige vor dem Weltcupfinale in Oslo am Sonntag.

Eine erfolgreiche Karriere geht zu Ende

Rydzek kann auf eine Karriere voller Erfolge zurückblicken: 18 Weltcupsiege, sieben Weltmeistertitel und zwei olympische Goldmedaillen durfte der Oberstdorfer bejubeln. Daneben noch weitere Auszeichnungen wie das Silberne Lorbeerblatt 2014 und Sportler des Jahres 2017. Dabei war sein Weg an die Spitze nicht immer einfach - oft musste er mit Wettkampf-Pech umgehen.

Mit erst 16 Jahren gelang Johannes Rydzek in der Saison 2008/2009 der Sprung in den Weltcup - mit einem beeindruckenden siebten Platz in Vikersund. Zwei Jahre später schaffte der junge Athlet den Durchbruch im Weltcup mit mehreren Top-Ten-Resultaten und seinem ersten Podium in Ramsau.

Bodenständigkeit als Schlüssel zum Erfolg

Außerdem stand nach der Qualifikation für die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 sein erstes Karrierehighlight an. Bei seiner ersten Olympia-Teilnahme gewann er die Bronzemedaille im Team-Wettbewerb, zusammen mit Björn Kircheisen, Eric Frenzel und Tino Edelmann. Mit seinen drei Silbermedaillen im Einzel und Team bei der Nordischen Ski-WM in Oslo 2011 unterstrich er eine besondere Saison.

Durch diese Erfolge musste der damals 19-Jährige mit viel Druck umgehen, der eigene Ehrgeiz lähmte ihn. Er trainierte zu viel und verkrampfte bei Wettbewerben. In dieser Zeit halfen dem Oberstdorfer vor allem Gespräche mit Trainern, Freunden und Familie. Seine Bodenständigkeit, auch die enge Beziehung zu seiner Schwester, der erfolgreichen Langläuferin Coletta Rydzek, gaben ihm in seiner Karriere einen sicheren Halt.

Bei seiner zweiten Olympia-Teilnahme 2014 durfte Johannes Rydzek den nächsten Erfolg feiern. Zusammen mit Eric Frenzel, Björn Kircheisen und Fabian Rießle gewann er in Sotschi Team-Silber. Im Einzel musste er allerdings mit einem herben Rückschlag umgehen. Im Schlussspurt auf Medaillenkurs brachte ihn ausgerechnet sein Zimmergenosse Fabian Rießle zu Fall, die Medaillenchance war dahin.

Karrierehighlight Olympia-Gold in Pyeongchang

Die Enttäuschung über die verlorene Olympiamedaille wich der Freude über eine sehr gelungene Weltcupsaison 2013/14, in der er beim Gesamtweltcupsieg von Teamkollege Eric Frenzel Zweiter wurde. Für die herausragende Saison wurde er am 8. Mai 2014 von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.

Es folgten mehrere Gold-, Silber- und Bronzemedaillen bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften. Besonders bei der WM 2017 in Lahti stach er heraus, als er sich in vier Wettbewerben viermal Gold sicherte und im gleichen Jahr zum "Sportler des Jahres" ernannt wurde. Auch 2018 in Pyeongchang erreichte er einen Karrierehöhepunkt, und krönte sich sowohl im Team als auch im Einzel von der Großschanze zum Olympiasieger.

Ende einer goldenen Karriere

Bei der Nordischen Ski-WM 2025 in Trondheim setzte er mit dem insgesamt siebten WM-Sieg seiner Karriere einen goldenen Deckel auf.

Vor seinem letzten Auftritt als aktiver Sportler am Holmenkollen gibt sich der Oberstdorfer abgeklärt. "Ich bin voll mit mir im Reinen. Im Gepäck nach Norwegen sind ganz viele Emotionen, auch Wehmut ist mit dabei", sagte der 34-Jährige. Und wie geht es danach für ihn weiter? Eines ist ihm jetzt schon klar: "Ich möchte der Kombination in irgendeiner Form erhalten bleiben."