Max Eberl stand beim FC Bayern intern offenbar lange auf dem Prüfstand. Nun hat Ehrenpräsident Uli Hoeneß offen erklärt, warum die Verantwortlichen des Rekordmeisters ihre anfänglichen Zweifel am Sportvorstand abgelegt haben.
Eberl führte "Eigenbrötlerdasein"
"Er hatte so ein bisschen ein Eigenbrötlerdasein geführt, und das hat uns nicht gefallen", sagte Hoeneß bei einer Veranstaltung zum 80-jährigen Bestehen der Basketball-Abteilung des Vereins. Vor allem habe es den Bayern-Bossen zu Beginn an Transparenz gefehlt. Wohl auch deshalb hatte er die Chancen auf einen Eberl-Verbleib im Spiegel-Interview im Mai noch mit "60:40" angegeben. "Das hat er aber grundlegend geändert. In der Beziehung hat er super gearbeitet." Für seine öffentlichen Äußerungen habe Hoeneß intern "genug Ärger" bekommen, räumte der Ehrenpräsident ein.
Seit etwa einem halben Jahr würden Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Herbert Hainer deutlich enger in Eberls Arbeit eingebunden. "Wir sind viel besser informiert worden, als es vorher der Fall war", sagte Hoeneß.
Hoeneß lobt Eberls Transferpolitik
Lob fand der 74-Jährige zudem für Eberls Arbeit auf dem Transfermarkt. "Unseren Vorschlag, möglichst früh die Spieler zu verpflichten, weil sie nach der WM möglicherweise teurer sind, hat er zu 100 Prozent umgesetzt. Und auch das Budget, das wir gegeben hatten, das ist unterschritten worden. Also da ist gute Arbeit geleistet worden."
Damit meint Hoeneß Spieler wie Nathaniel Brown oder Ismael Saibari, die bereits vor der WM verpflichtet wurden und damit wohl günstiger zu bekommen waren. Außerdem habe Eberl das vom Aufsichtsrat vorgegebene Transferbudget von 50 Millionen Euro nach Verrechnung von Zu- und Abgängen nicht ausschöpfen müssen.
Bayern-Boss erwartet Verlängerung von Sportdirektor Freund
Beim FC Bayern ist aber noch eine Personalie offen: Der Vertrag von Christoph Freund läuft nur noch bis nächsten Sommer. Nachdem zuletzt schon die Vorstände Jan-Christian Dreesen und Max Eberl verlängert hatten, laufen derzeit die Verhandlungen mit dem Sportdirektor. "Der Vorstand arbeitet daran und ich bin sehr zuversichtlich, dass Christoph Freund verlängern wird", sagte FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer.
Mit der Verpflichtung von Freund klärten die Münchner Fußballer im Sommer 2023 die Nachfolge des damaligen Sportvorstands Hasan Salihamidzic. Der Österreicher war von Red Bull Salzburg gekommen und gestaltet seit damals die Transfergeschäfte des Doublesiegers mit.
