Russische Fans bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi
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Russische Fans bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi

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Sportswashing in Russland: Loch sieht nur einen Ausweg

Sportswashing in Russland: Loch sieht nur einen Ausweg

Ein Grund für die Kritik an der aufgehobenen Suspendierung russischer Athleten ist die Instrumentalisierung des Sports durch das Regime. Rennrodler und Olympiagewinner Felix Loch analysiert die Situation im exklusiven Interview mit BR24Sport.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Der deutsche Rennrodler und mehrfache Olympiagewinner Felix Loch hat die politische Neutralität russischer Sportlerinnen und Sportler im exklusiven Interview mit BR24Sport angezweifelt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte die erneute Zulassung Russlands für internationale Wettkämpfe mit der eigenen politischen Neutralität begründet, aber festgehalten, dass Russinnen und Russen nur dann wieder antreten dürfen, wenn sie keine Verbindung zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine haben.

Loch übt Kritik: "Immer wieder gesehen"

Loch hat angesichts der staatlichen Strukturen jedoch Bedenken, dass es Athleten in Russland möglich ist, sich vollends zu distanzieren. "Ich habe immer wieder gesehen, wie sich Russland mit seinen Sportlern – egal, ob sie beim Militär oder der Polizei sind – brüstet und seinem Land zeigt, wie toll der Sport ist, bzw. dass man im Sport besser als andere Länder ist. Das wird ganz klar hergenommen, um sich gut darzustellen", merkte der Mann vom RC Berchtesgaden an.

In Russland funktioniert die Sportförderung wie in den meisten anderen Ländern über eine Anstellung der Sportler im Militär oder in Polizeieinheiten. Gleichzeitig werden sportliche Erfolge oftmals für staatliche Zwecke instrumentalisiert. Welcher Stellenwert dem Abschneiden bei internationalen Wettkämpfen zukommt, zeigen auch die Skandale um systematisches, mutmaßlich vom russischen Staat verordnetes Doping.

Loch: Sport in den USA "bei Weitem nicht so" politisch

Die propagandistische Ausschlachtung etwa von olympischen Medaillen in Russland ist für Loch einzigartig. "Das macht kein anderes Land in diesem Ausmaß", betonte der Rodler: "Es kommt oft die Frage: In anderen Ländern ist auch Krieg oder es werden Dinge gemacht, die nicht in Ordnung sind. Wir brauchen uns nur die USA anzuschauen. Da könnte man auch sagen, wieso sind die mit dabei. Der Sport ist dort natürlich populär, aber er wird bei Weitem nicht so in die Politik hineingezogen wie in Russland."

Insbesondere aufgrund der engen Verflechtung zwischen Sportförderung und dem Kriegsapparat in Russland glaubt der 36-Jährige nicht an echte Unabhängigkeit russischer Sportler. "Ein Großteil der Athleten ist dort – wie bei uns auch – im Militär, wo sie unterstützt werden und ihren Sport ausüben. Deswegen sind sie im Endeffekt direkt damit (dem Krieg gegen die Ukraine, Anm. d. Red.) in Verbindung zu bringen und beteiligt."

Loch über russischen Nachwuchs: "Habe die Befürchtung ..."

Davon will Loch auch den sportlichen Nachwuchs in Russland nicht ausnehmen. "Ich habe die Befürchtung, dass das Regime auch die jungen Athleten sehr schnell für ihre Propaganda benutzt, um der Bevölkerung vorzuspielen, dass sie alles richtig machen und besser sind als der Rest der Welt. Deswegen habe ich da ziemliche Bauchschmerzen", erklärte der dreimalige Olympiasieger.

Dennoch fühlt er mit den Athletinnen und Athleten: "Es tut mir leid, wie die Dinge in diesem Land laufen. Man weiß, wie dort gearbeitet wird. Dem Erfolg wird alles untergeordnet, was am Ende wieder für die Propaganda benutzt wird."

"Teufelskreis" für russische Athleten

Für die Sportler sieht Loch nur einen Ausweg: "Das ist ein Teufelskreis, aus dem du als Russe nicht rauskommst, außer du verlässt das Land. Dann bist du aber wahrscheinlich kein russischer Staatsbürger mehr, sondern trittst für eine andere Nation an."

Felix Loch
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Felix Loch

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